
Theater Aachen
2010/2011: Über 140.000 Besucher, 28 Premieren
Das Theater Aachen kann auf eine bemerkenswerte Spielzeit 2010/11 zurückblicken: Mehr als 141.000 Zuschauer besuchten die Schauspiel- und Opernaufführungen und Konzerte. Das ist das zweitbeste Ergebnis seit 13 Jahren!
28 Premieren, darunter eine Uraufführung (»An den Wassern zu Babel«) und eine Deutschsprachige Erstaufführung (»Der Fundamentalist«) hat das Ensemble des Theater Aachen von September 2010 bis Juli 2011 auf die Bühne gebracht.
Ein Publikumsmagnet auf der großen Bühne war mit Sicherheit Shakespeares »Viel Lärm um nichts«. Knapp 5000 Zuschauer sahen in 15 Vorstellungen diese erfolgreiche Produktion. Zum Publikumsrenner im Musiktheater entwickelte sich »La Cenerentola« von Rossini in der Regie von Joan Anton Rechi. Das Stück sahen bisher in 7 Vorstellungen mehr als 3.000 Zuschauer, was einer Auslastung von 87% entspricht. Aufgrund der großen Nachfrage wird das Stück in der neuen Spielzeit wieder aufgenommen. Die musikalische Revue »Der Himmel kann warten« entwickelte sich im Schauspiel zum Sommerhit und wurde bisher 4 mal vor ausverkauftem Haus gespielt. Auf besonders starke Resonanz stieß in der Kammer Sophokles Tragödie »Antigone«. Das Stück wurde 25 mal gespielt, davon waren 19 Vorstellungen ausverkauft.
Über die Stadtgrenzen hinweg ging das Interesse für die Uraufführung »An den Wassern zu Babel« in der Regie von Chefregisseur Ludger Engels, ein Abend mit Sängern, Schauspielern, dem sinfonieorchester Aachen und dem sinfonischen Chor Aachen. Ein Projekt das stark mit der Stadt Aachen verbunden war, war Ewa Teilmans Inszenierung von Alfred Döblins »Berlin Alexanderplatz«, für das sie mit der Gefangenen-Theatergruppe der JVA Aachen (»Die Biberköpfe«) zusammengearbeitet hat, – ein Plädoyer für eine vorurteilsfreie und nachdenkliche Begegnung zwischen Straftätern und der restlichen Bevölkerung. Zudem begleitete der Aachener »Heinrich-Schütz-Chor« das Projekt szenisch-musikalisch. Beide Vorstellungen haben die Zuschauerwartungen weit übertroffen.
Bei den kleinen Zuschauern war das diesjährige Familienstück »Ronja Räubertochter« der absolute Renner. In 36 Vorstellungen sahen mehr als 27.800 Zuschauer das Familienstück, was einer Auslastung von mehr als 90 % entspricht.
Das Theater Aachen trägt zunehmend mit seiner theaterpädagogischen Arbeit dazu bei, Schülerinnen und Schülern kulturelle Kompetenzen zu vermitteln. Die Theaterpädagogik des Theater Aachen wendet sich mit seiner vielfältigen Angebotspalette an Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren. Inzwischen gibt es vier Kooperationsschulen, das theaterpädagogische Büro organisiert zu jeder Inszenierung Vor- und Nachbesprechungen individuell auf die Schulklassen abgestimmt. Es organisiert Führungen durchs Haus und die Werkstätten, Sit-in Proben und Besuche von Orchestermusikern in Schulen. Auch die Kindertheaterwerkstatt, die Kindern im Grundschulalter die Welt des Theaters näher bringt, war in dieser Spielzeit wieder restlos ausverkauft. Ebenso wurde der beliebte U21-Jugenclub im Mörgens fortgesetzt. Die Jugendlichen spielten in diesem Jahr »DNA« von Dennis Kelly vor immer ausverkauftem Haus. Mit »Pollicino«, einer Kinderoper von Hans Werner Henze, wurde gemeinsam mit dem Sozialwerk Aachener Christen eine Oper von Kindern für Kinder gemacht. Mehr als 110 Schülerinnen und Schüler aus vier unterschiedlichen Aachener Schulen haben dieses Projekt auf die Bühne gebracht.
Das Projekt A hat in dieser Spielzeit eine aktuelle Version von Bertolt Brechts»Baal« gezeigt. In Zusammenarbeit mit dem THEATERausBruch war die Inszenierung so erfolgreich, dass Zusatzvorstellungen stattfanden und das Stück in einem ehemaligen Ladenlokal in Aachen insgesamt 17 Mal zu sehen war.
Zu den Publikumslieblingen im Mörgens gehörte vor allem die Inszenierung »Clyde und Bonnie«, ein B-Movie von Holger Schober, die in diesem Jahr auch zum Festival »Kaltstart« nach Hamburg eingeladen wurde. Die neu geschaffenen Reihen »Nimm zwei« und »Sinsation« fanden schnell eine große Fangemeinde.
Auf eine erfolgreiche Saison können auch Aachens Generalmusikdirektor Marcus R. Bosch und das sinfonieorchester Aachen blicken. Neben den Sinfoniekonzerten wurden in den Sonderkonzerten weitere Höhepunkte gesetzt, so bei »Bruckner in St. Nikolaus« (diesmal in St. Michael) und im »Domkonzert«. Die beliebten Reihen wie »Barock im Ballsaal«, »Gold und Silber«, »Konzert ohne Frack« und die Familien- und Kammerkonzerte wurden erfolgreich fortgesetzt. Die Internationale Chorbiennale wurde vom Publikum begeistert aufgenommen und mit der Aufführung von Benjamin Brittens »War Requiem« fand die Sinfoniekonzertsaison zweimal vor ausverkauftem Haus einen fulminanten Abschluss
Mit den Kurpark Classix vom 02. bis 04. September beginnt für das sinfonieorchester Aachen die neue Spielzeit. Das erste Sinfoniekonzert der neuen Saison findet am 11. und 12. September im Eurogress statt. Am 17. September startet das Theater Aachen ab 14.00 Uhr mit einem großen Theaterfest in die neue Spielzeit. Am nächsten Tag, den 18. September, hebt sich um 18.00 Uhr der Vorhang für die erste Schauspielproduktion der neuen Spielzeit: »Woyzeck« nach dem Stück von Georg Büchner mit Musik von Tom Waits. Eine Woche später wird mit »Michael Kohlhaas« nach Heinrich von Kleist am 21. September die Saison im Mörgens eröffnet und am 23. September feiert mit der Uraufführung »Tomorrow, maybe… Über-Leben in Diktaturen« ein Projekt von Ludger Engels und Jürgen Berger die erste Kammerproduktion Premiere. Das Musiktheater wird auf der Bühne mit Strauß »Die Fledermaus« in der Regie von Ewa Teilmans und unter der musikalischen Leitung von Péter Halász am 25. September eröffnet.
Die Theaterkasse hat in den Ferien geschlossen und öffnet erst wieder am 29. August. Karten sind aber während der Ferien an allen bekannten Vorverkaufsstellen oder rund um die Uhr über die Internetseite des Theater Aachen unter www.theateraachen.de erhältlich.