Aachen, Theater Aachen, Konzert der Orchesterakademie im Spiegelfoyer, 06.05.2012

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Theater Aachen

Konzert der Orchesterakademie im Spiegelfoyer

Ein Jahr lang sammeln die Stipendiaten der Orchesterakademie Orchestererfahrung bei den Konzerten und Opernvorstellungen des sinfonieorchester Aachen. Nun zeigen sie bei einem Konzert am Sonntag, den 06. Mai, um 11.00 Uhr im Spiegelfoyer was sie auf dem Gebiet der Kammermusik drauf haben und widmen sich einem anspruchsvollen Programm von Puccini bis zur Moderne. Karten sind an allen bekannten Vorverkaufsstellen und an der Abendkasse erhältlich.

Aachen, Theater Aachen, Domkonzert, 21.04.2012

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Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy beim diesjährigen Domkonzert

Das  diesjährige Konzert im Dom  unter der Leitung von Marcus R. Bosch am Samstag, den 21. April, um 17.00 Uhr ist ganz Felix Mendelssohn Bartholdy gewidmet. Neben den Psalmvertonungen »Wie der Hirsch schreit« und »Richte mich Gott« steht mit dem »Lobgesang« eine sinfonische Kantate (gleichzeitig Mendelssohns 2. Sinfonie) auf dem Programm, die 1840 anlässlich des 400-jährigen Jubiläums der Buchdruckerkunst entstanden ist.

Immerhin seit 22 Jahren arbeitet Marcus R. Bosch nun mit dem von ihm gegründeten Chor der vocapella – Grund genug für Lob und Dank bei seinem vorerst letzten Domkonzert, das zudem ein Wiedersehen mit Michaela Maria Mayer bringt.

Karten für das Konzert sind an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.

Aachen, Theater Aachen, Lehrersichtveranstaltung zu Die Geschichte vom Soldaten, 28.03.2012

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Theater Aachen

Lehrersichtveranstaltung zu »Die Geschichte vom Soldaten«

 Das Theater Aachen lädt am 28. März 2012 um 20.00 Uhr im Mörgens zur nächsten Lehrersichtveranstaltung ein. Diesmal zu Igor Stravinksys »Die Geschichte vom Soldaten«. Durch dieses Angebot bekommen alle interessierten Lehrer die Möglichkeit, sich vorab mit dem Stück vertraut zu machen und zu entscheiden, ob es für ihren Unterricht interessant und für ihre Schüler geeignet ist. Karten kosten für Lehrer 6,- Euro. Um eine vorherige Anmeldung bei Theaterpädagogin Mira Loos unter mira.loos@mail.aachen.de wird gebeten.

 »Die Geschichte vom Soldaten« ist ein musikalisches Bühnenwerk für Schauspieler und Kammerspielensemble von Igor Stravinsky, in dem ein Soldat mit dem Teufel handelt: In seinem Urlaub begegnet ihm auf dem Heimweg ein alter Mann, der ihm für seine Geige und drei Tage Unterricht ein Zauberbuch zum Tausch anbietet. Der Soldat lebt von nun an fürstlich, muss aber schnell feststellen, dass die drei Tage drei Jahre waren und dass sein Zauberbuch reich aber nicht glücklich macht. Mit List trinkt er den Teufel unter den Tisch, gewinnt seine Geige zurück und noch dazu eine wunderschöne Prinzessin. Aber der Teufel ist noch nicht besiegt … Eine ironisch heitere Moritat mit kleinem Kammerorchester.

Aachen, Theater Aachen, KOSTPROBE Die Geschichte vom Soldaten, 08.03.2012

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Theater Aachen

Theater Aachen lädt zur nächsten Kostprobe ein

Am Donnerstag, den 08. März, lädt das Theater Aachen um 20.00 Uhr zur nächsten Kostprobe ins Mörgens ein. Diesmal haben die Zuschauer die Möglichkeit einen Einblick zu bekommen in die Produktion »Die Geschichte vom Soldaten«, ein musikalisches Bühnenwerk für Schauspieler und Kammerorchester von Igor Stravinsky. Die Kostprobe bietet allen Interessierten die Möglichkeit, einen ersten Blick auf die Neuproduktion zu werfen. Der Probenbesuch und das anschließende Gespräch mit dem Produktionsteam ermöglichen dem Zuschauer einen Einblick in die Arbeit und bereiten auf den Theaterabend vor. Der Eintritt zur Kostprobe ist frei!

Mit der »Geschichte vom Soldaten« haben Stravinsky und Ramuz mit sparsamsten kammermusikalischen Mitteln und zugleich reichster Phantasie eine ironisch heitere Moritat erschaffen: Ein Soldat handelt mit dem Teufel. In seinem Urlaub begegnet ihm auf dem Heimweg ein alter Mann, der ihm für seine Geige und drei Tage Unterricht ein Zauberbuch zum Tausch anbietet. Der Soldat lebt von nun an fürstlich, muss aber schnell feststellen, dass die drei Tage drei Jahre waren und dass sein Zauberbuch reich aber nicht glücklich macht. Mit List trinkt er den Teufel unter den Tisch, gewinnt seine Geige zurück und noch dazu eine wunderschöne Prinzessin. Aber der Teufel ist noch nicht besiegt. Als der Soldat am Königshof unglücklich bleibt und sich schließlich noch einmal auf den Heimweg machen will, wird er an der Dorfgrenze erwartet …

Aachen, Theater Aachen, Nachgespräch La voix humaine / Il Combattimento di Tancredi e Clorinda, 18.01.2012

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Nachgespräch im Anschluss zu »La voix humaine / Il Combattimento di Tancredi e Clorinda«.

Im Anschluss an die Vorstellung des Operndoppelabends »»La voix humaine / Il Combattimento di Tancredi e Clorinda« am Mittwoch, den 18. Januar, lädt das Theater Aachen die Zuschauer zu einem Nachgespräch ins Spiegelfoyer ein bei dem der Regisseur des Abends Alexander von Pfeil, der Bühnen- und Kostümbildner Piero Vinciguerra und der Dramaturg Michael Dühn anwesend sein werden. Das Gespräch soll allen Zuschauer die Möglichkeit bieten sich über das Gesehene auszutauschen und in eine Diskussion über die Inszenierung zu gelangen. Der Eintritt zum Nachgespräch ist frei. Karten für die Vorstellung sind an allen bekannten Vorverkaufstellen erhältlich.

Mehr als 300 Jahre trennen Monteverdis »Il combattimento di Tancredi e Clorinda« (1624) und Poulencs »La voix humaine« (1959), beide Werke jedoch handeln von Liebe im Kriegszustand. Bei Poulenc wird das Publikum Zeuge des letzten Telefonats einer jungen Frau mit dem Mann, den sie bis zur Selbstaufgabe liebt, der sie aber verlassen hat. Es wird ein langer Abschied, währenddessen die Frau alle denkbaren Zustände zwischen Hoffnung und Verzweiflung durchmisst. Das Telefon wird zur tödlichen Waffe in einem verbalen Zweikampf und die Stimme des Anderen ist der Draht, an dem das Leben zu hängen scheint. Tancredi und Clorinda stehen sich dagegen ganz real im Kampf gegenüber, und zwar als Angehörige feindlicher Lager in einem Krieg, der keine Gewinner kennt. Tragischerweise erkennen sie einander nicht und Tancredi tötet die von ihm geliebte Clorinda. Dieser nächtliche Albtraum gewinnt dabei eine musikalische Eindringlichkeit, die emotional ebenso fesselt wie Poulencs hochgespannte Expressivität.

Aachen, Theater Aachen, 4. Sinfoniekonzert, 11.12.2011

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 4. Sinfoniekonzert

Marcus R. Bosch dirigiert Werke von Brahms und Schreier

Theater Aachen,  Marcus R. Bosch  (c) Theater Aachen

Das 4. Sinfoniekonzert unter der musikalischen Leitung von Marcus R. Bosch am 11. und 12. Dezember im Eurogress steht unter dem Motto »Vollendet«. Beginn ist am Sonntag um 18.00 Uhr und am Montag um 20.00 Uhr.

Nachdem Johannes Brahms über 15 Jahre mit seiner ersten Sinfonie gerungen hatte, benötigte er für die zweite nur einen Sommer. Wegen ihres natürlichen und volkstümlichen Charakters wurde das Werk auch Brahms’ »Pastorale« genannt. Bei der dritten Sinfonie herrschen dagegen ernsthaft-melancholische Stimmungen vor, die immer wieder durch dramatische Steigerungen und heitere Episoden kontrastiert werden.

Zwischen den beiden Sinfonien steht das kurze Orchesterstück »Im Wettstreit« von Anno Schreier. Das Werk entstand im Jahr 2008 für das Festival »Young Euro Classic« im Jahr 2008. Dort hatte man junge Komponisten um ein Werk zum Thema »Wettstreit« gebeten, was den gebürtigen Aachener zu einer faszinierenden Scherzo-Skizze inspirierte, die ihre Energie nur aus einem kurzen rhythmischen Impuls entwickelt.

Die programmatische Überschrift »Vollendet« verweist auf die Vollendung des Zyklus der CD-Veröffentlichung der Brahms-Sinfonien durch das sinfonieorchester Aachen. Mit dem Mitschnitt dieses Konzerts liegen dann alle vier Sinfonien von Johannes Brahms auf CD vor.

Karten für die Konzerte sind an allen bekannten Vorverkaufsstellen oder an der Abendkasse erhältlich.

Aachen, Theater Aachen, Dominique Horwitz zu Gast bei Gold und Silber, 18.12.2011

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 Dominique Horwitz zu Gast bei »Gold und Silber«

 Theater Aachen, Dominique Horwitz   (c)Horwitz

Das sinfonieorchester Aachen und sein musikalischer Leiter Marcus R. Bosch verkürzen mit dem Weihnachtskonzert »Gold und Silber« am Sonntag, den 18. Dezember, um 15.00 und um 19.00 Uhr das Warten aufs Christkind. Dieses Jahr wird nicht Nicole Heesters (wie in einigen Druckwerken des Theater Aachen angekündigt), sondern Dominique Horwitz als Stargast zu erleben sein. Der vielseitige Schauspieler wurde einem breiten Publikum durch seine Rollen in zahlreichen Filmen sowie als kongenialer Interpret der Chansons von Jacques Brel bekannt und wird die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens lesen. Charles Dickens erzählt in seiner fantasievollen Weihnachtsgeschichte, wie aus dem mißmutigen Geizhals Ebenezer Scrooge in der Weihnachtsnacht ein fürsorglicher Wohltäter wird.

Dazu erklingt die passende Musik, um den abenteuerlichen Weg von Scrooge stimmungsvoll zu illustrieren. Und natürlich dürfen auch das große Halleluja aus dem »Messias« und das Weihnachtslied-Medley zum Mitsingen nicht fehlen.

Karten für beide Konzerte sind an allen bekannten Vorverkaufsstellen oder über die Internetseite des Theater Aachen www.theater-aachen.de buchbar.

Aachen, Theater Aachen, Kit Armstrong statt Olga Scheps beim 2. Sinfoniekonzert, 16.10.2011

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Kit Armstrong statt Olga Scheps beim 2. Sinfoniekonzert

Theater Aachen, Kit Armstrong (c) June

Die Pianistin Olga Scheps musste leider aufgrund einer Erkrankung ihre Mitwirkung beim 2. Sinfoniekonzert mit dem Titel »Zweite Heimat« am kommenden Sonntag und Montag im Eurogress absagen. Dem sinfonieorchester Aachen ist es kurzfristig gelungen Kit Armstrong, ebenfalls ein Star auf seinem Instrument, für das Konzert zu verpflichten.
Von einer »außerordentlichen Vielfachbegabung«, von einem »richtigen Wunderkind« schwärmte kein geringerer als der sonst so nüchterne und kritische Alfred Brendel. Der Konzertkalender des erst 19-jährigen Pianisten Kit Armstrong beinhaltet Soloengagements mit dem Leipziger Gewandhausorchester, Philharmonia Orchestra London, NDR Sinfonieorchester Hamburg, den Bamberger Symphonikern, dem Orchestre de la Suisse Romande, Mozarteum Orchester Salzburg und dem Swedish Chamber Orchestra. Dabei arbeitet er mit Dirigenten wie Ivor Bolton, Riccardo Chailly, Thomas Dausgaard, Christoph von Dohnányi, Manfred Honeck, Sir Charles Mackerras, Bobby McFerrin und Jonathan Nott zusammen. In der Saison 2011/2012 unternimmt Kit Armstrong Tourneen mit dem Scottish Chamber Orchestra unter Robin Ticciati sowie dem Konzerthausorchester Berlin.
Bereits im Januar dieses Jahres war er in einem Meisterkonzert im Eurogress zu hören und wurde vom Publikum und der Presse frenetisch bejubelt. Kit Armstrong zeichnet sich besonders durch seine außergewöhnlichen Konzertprogramme aus. In seinen Rezitalprogrammen präsentiert er unter anderem Etüden von Chopin und Ligeti sowie Bachs Inventionen und Sinfonien. In Aachen wird Kit Armstrong beim 2. Sinfoniekonzert das Klavierkonzert Nr. 1 e-Moll op. 11 von Frédéric Chopin spielen. Karten für beide Konzerte sind an allen bekannten Vorverkaufsstellen oder an der Abendkasse erhältlich.

Aachen, Theater Aachen, Premiere Die Fledermaus von Johann Strauss, IOCO Kritik, 25.09.2011


Kritik

Theater Aachen

Die Mutter aller Operetten: Es lebe der flotte Seitensprung!  

Theater Aachen..Spiegelfoyer Theater Aachen (c) Theater Aachen.. Fledermaus, Theater Aachen, Rosalinde beflügelt Alfred (c) Theater Aachen

Fast alle Menschen wollen ihrem Partner treu sein, auf immer! Oft aber nur in frühen, romantischen Jahren. Mit den Jahren erliegen viele Menschen reizvollen Versuchungen, ändern lakonisch ihre Haltung oder treiben meinungslos verquer durch das Labyrinth von Beziehungsgeflechten. Die Fledermaus von Johann Strauss, obwohl musikalisches Lustspiel, treibt die Flachheit vieler  Treuegelübde als faulen Zauber vor sich her: Die Wahrheit liegt im Seitensprung, so die unverblümte   Botschaft der je nach Standort Seitensprung-affinen oder  desillusionierenden Inszenierung von Ewa Teilmans.

Die Fledermaus von Johann Strauss wurde 1874 im Theater an der Wien uraufgeführt. Sie gilt als Höhepunkt der Goldenen Operettenära und gehört wohl zu den meistgespielten Musiktheaterstücken überhaupt. Fast nirgends ein Sylvesterabend ohne die Fledermaus. Die Librettisten der Fledermaus, Meilhac und Halévy, hatten zuvor ausgiebig für Jacques Offenbach geschrieben. Ein wichtiger Grund seinerzeit für den Direktor des Theater an der Wien, Maximilian Steiner, das Stück zu kaufen.

Ewa Teilmans` Inszenierung beginnt bereits zur Ouvertüre: In dunkle Bühnen-Nacht getaucht blitzen, fast drohend, Traumbilder. Das traumatische Erlebnis des Dr. Falke im Fledermauskostüm wie orgiastische Lebenslust wird in der Ouvertüre zum Kontrapunkt der folgenden Handlung. Die folgenden Bühnenbilder (Oliver Brendel) sind zeitneutral irgendwo im gepflegtem Jugendstil angesiedelt; die Partien, die Handlung folgt recht  werktreu den Vorgaben des Komponisten. Das Besondere dieser Inszenierung liegt im Spielwitz, der fast notorischen Seitensprungbereitschaft aller Protagonisten, immer und zu jeder Zeit. Schon die erste Szene zeigt Gabriel von Eisenstein (Rüdiger Nikodem Lasa), Rosalinde (Katharina Hagopian), Adele (Jelena Rakic) und Alfred (Louis Kim) in einem engen Geflecht von Spaß und Erotik, indem Alfred nicht nur mit seiner ex-Geliebten Rosalinde anbandelt (“will Dich nicht kompromittieren, ich will Dich konsumieren“).

Auch mit Adele, kaum in Reichweite, frönt er plastisch Lustgewinn. Rosalinde verwehrt sich in der Folge ihrem “Ex” Alfred nicht,  im Gegenteil, sie erotisiert nach Kräften mit. Der Maskenball des Prinzen Orlofsky (Astrid  Pyttlik) durch Champagner und schöne Kostüme gestützt, geriet lebensnah real. Auffällig spielten die Ballettratten des Theater Aachen.  Die Polka “Unter Donner und Blitz“  war schmissig choreographiert, und mit Ringelsocken und fetzig modernen Tutu-Röcken hinreißend getanzt.

Die Fledermaus Aachen, Unter Donner und Blitz (c) Theater Aachen

Musikalisch ist diese Fledermaus wunderbar gelungen: Das sinfonieorchester Aachen  unter der Leitung  von Péter Halász packt die Operette mit Dynamik und Leidenschaft. Zudem wurde sängerfreundlich dirigiert, mit prägnanten Einsätzen. Tenor Louis Kim als Alfred strahlte nach verhaltenem Beginn über die ganze Spieldauer mit gleichbleibend kräftiger,  klangschöner Stimme. Höhepunkt ist der Premiere war  Jelena Rakic. Rakic beseelte als jugendlich raffinierte Adele darstellerisch den Abend.

Die sehr wohl anspruchsvolle Partie füllt sie stimmlich nuancierend wunderbar aus.  Aber auch der Schmelz verströmende Rüdiger Nikodem Lasa (Eisenstein) und seine Frau Rosalinde alias Katharina Hagopian  war hervorragende Besetzungen. Der verstiegen agierende Prinz Orlofsky, von Astrid Pyttlik authentisch gespielt, hatte sonore Fülle, ihr Mezzosopran klang gut. Gepflegt und stimmlich präsent Hrolfur Saemundsson als Doktor Falke.

Den stotternden  Dr. Blind brachte Patricio Arroyo gekonnt, wie Pawel Lawreszuk als Gefängnisdirektor Frank  mimisch und stimmlich sicher war.  Ein Höhepunkt des Abends aber wurde auch die Partie des Gefängniswärter Frosch: Mit dem für die Fledermaus so wichtigem  Wiener Idiom persiflierte Reiner Krause den nach Nürnberg abgereisten Generalmusikdirektor Markus Bosch und das sinfonieorchester Aachen und verschaffte dieser Premiere einen starken, kurzweilig burlesken Abschluss.

Das Aachener Publikum beruhigte sich erst nach vielen Vorhängen, Bravos von dieser gelungenen Inszenierung. Auch die Regie wurde mit Beifall überschüttet,  etwas viel für unser Empfinden. Doch das Publikum ist wahrer Herrscher. Und so wird diese Fledermaus das Theater Aachen noch eine Weile füllen. Und das zu Recht.

IOCO / Viktor Jarosch / 27.09.2011

Aachen, Theater Aachen, Bilanz 2010/2011, 25.07.2011

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 Theater Aachen

 2010/2011:  Über 140.000 Besucher, 28 Premieren

Das Theater Aachen kann auf eine bemerkenswerte Spielzeit 2010/11 zurückblicken: Mehr als 141.000 Zuschauer besuchten die Schauspiel- und Opernaufführungen und Konzerte. Das ist das zweitbeste Ergebnis seit 13 Jahren!

28 Premieren, darunter eine Uraufführung (»An den Wassern zu Babel«) und eine Deutschsprachige Erstaufführung (»Der Fundamentalist«) hat das Ensemble des Theater Aachen von September 2010 bis Juli 2011 auf die Bühne gebracht.

Ein Publikumsmagnet auf der großen Bühne war mit Sicherheit Shakespeares »Viel Lärm um nichts«. Knapp 5000 Zuschauer sahen in 15 Vorstellungen diese erfolgreiche Produktion. Zum Publikumsrenner im Musiktheater entwickelte sich »La Cenerentola« von Rossini in der Regie von Joan Anton Rechi. Das Stück sahen bisher in 7 Vorstellungen mehr als 3.000 Zuschauer, was einer Auslastung von 87% entspricht. Aufgrund der großen Nachfrage wird das Stück in der neuen Spielzeit wieder aufgenommen. Die musikalische Revue »Der Himmel kann warten« entwickelte sich im Schauspiel zum Sommerhit und wurde bisher 4 mal vor ausverkauftem Haus gespielt. Auf besonders starke Resonanz stieß in der Kammer Sophokles Tragödie »Antigone«. Das Stück wurde 25 mal gespielt, davon waren 19 Vorstellungen ausverkauft.

Über die Stadtgrenzen hinweg ging das Interesse für die Uraufführung »An den Wassern zu Babel« in der Regie von Chefregisseur Ludger Engels, ein Abend mit Sängern, Schauspielern, dem sinfonieorchester Aachen und dem sinfonischen Chor Aachen. Ein Projekt das stark mit der Stadt Aachen verbunden war, war Ewa Teilmans Inszenierung von Alfred Döblins »Berlin Alexanderplatz«, für das sie mit der Gefangenen-Theatergruppe der JVA Aachen (»Die Biberköpfe«) zusammengearbeitet hat, – ein Plädoyer für eine vorurteilsfreie und nachdenkliche Begegnung zwischen Straftätern und der restlichen Bevölkerung. Zudem begleitete der Aachener »Heinrich-Schütz-Chor« das Projekt szenisch-musikalisch. Beide Vorstellungen haben die Zuschauerwartungen weit übertroffen.

Bei den kleinen Zuschauern war das diesjährige Familienstück »Ronja Räubertochter« der absolute Renner. In 36 Vorstellungen sahen mehr als 27.800 Zuschauer das Familienstück, was einer Auslastung von mehr als 90 % entspricht.

Das Theater Aachen trägt zunehmend mit seiner theaterpädagogischen Arbeit dazu bei, Schülerinnen und Schülern kulturelle Kompetenzen zu vermitteln. Die Theaterpädagogik des Theater Aachen wendet sich mit seiner vielfältigen Angebotspalette an Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren. Inzwischen gibt es vier Kooperationsschulen, das theaterpädagogische Büro organisiert zu jeder Inszenierung Vor- und Nachbesprechungen individuell auf die Schulklassen abgestimmt. Es organisiert Führungen durchs Haus und die Werkstätten, Sit-in Proben und Besuche von Orchestermusikern in Schulen. Auch die Kindertheaterwerkstatt, die Kindern im Grundschulalter die Welt des Theaters näher bringt, war in dieser Spielzeit wieder restlos ausverkauft. Ebenso wurde der beliebte U21-Jugenclub im Mörgens fortgesetzt. Die Jugendlichen spielten in diesem Jahr »DNA« von Dennis Kelly vor immer ausverkauftem Haus. Mit »Pollicino«, einer Kinderoper von Hans Werner Henze, wurde gemeinsam mit dem Sozialwerk Aachener Christen eine Oper von Kindern für Kinder gemacht. Mehr als 110 Schülerinnen und Schüler aus vier unterschiedlichen Aachener Schulen haben dieses Projekt auf die Bühne gebracht.

Das Projekt A hat in dieser Spielzeit eine aktuelle Version von Bertolt Brechts»Baal« gezeigt. In Zusammenarbeit mit dem THEATERausBruch war die Inszenierung so erfolgreich, dass Zusatzvorstellungen stattfanden und das Stück in einem ehemaligen Ladenlokal in Aachen insgesamt 17 Mal zu sehen war.

Zu den Publikumslieblingen im Mörgens gehörte vor allem die Inszenierung »Clyde und Bonnie«, ein B-Movie von Holger Schober, die in diesem Jahr auch zum Festival »Kaltstart« nach Hamburg eingeladen wurde. Die neu geschaffenen Reihen »Nimm zwei« und »Sinsation« fanden schnell eine große Fangemeinde.

Auf eine erfolgreiche Saison können auch Aachens Generalmusikdirektor Marcus R. Bosch und das sinfonieorchester Aachen blicken. Neben den Sinfoniekonzerten wurden in den Sonderkonzerten weitere Höhepunkte gesetzt, so bei »Bruckner in St. Nikolaus« (diesmal in St. Michael) und im »Domkonzert«. Die beliebten Reihen wie »Barock im Ballsaal«, »Gold und Silber«, »Konzert ohne Frack« und die Familien- und Kammerkonzerte wurden erfolgreich fortgesetzt. Die Internationale Chorbiennale wurde vom Publikum begeistert aufgenommen und mit der Aufführung von Benjamin Brittens »War Requiem« fand die Sinfoniekonzertsaison zweimal vor ausverkauftem Haus einen fulminanten Abschluss

Mit den Kurpark Classix vom 02. bis 04. September beginnt für das sinfonieorchester Aachen die neue Spielzeit. Das erste Sinfoniekonzert der neuen Saison findet am 11. und 12. September im Eurogress statt. Am 17. September startet das Theater Aachen ab 14.00 Uhr mit einem großen Theaterfest in die neue Spielzeit. Am nächsten Tag, den 18. September, hebt sich um 18.00 Uhr der Vorhang für die erste Schauspielproduktion der neuen Spielzeit: »Woyzeck« nach dem Stück von Georg Büchner mit Musik von Tom Waits. Eine Woche später wird mit »Michael Kohlhaas« nach Heinrich von Kleist am 21. September die Saison im Mörgens eröffnet und am 23. September feiert mit der Uraufführung »Tomorrow, maybe… Über-Leben in Diktaturen« ein Projekt von Ludger Engels und Jürgen Berger die erste Kammerproduktion Premiere. Das Musiktheater wird auf der Bühne mit Strauß »Die Fledermaus« in der Regie von Ewa Teilmans und unter der musikalischen Leitung von Péter Halász am 25. September eröffnet.

Die Theaterkasse hat in den Ferien geschlossen und öffnet erst wieder am 29. August. Karten sind aber während der Ferien an allen bekannten Vorverkaufsstellen oder rund um die Uhr über die Internetseite des Theater Aachen unter www.theateraachen.de erhältlich.