Düsseldorf, Rheinoper – Tonhalle, Open Air-Konzert, 27.08.2016

logo_dor2.jpg

Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein und Tonhalle laden zum Open Air-Konzert und gemeinsam mit dem Schauspielhaus ins Aktions-Zelt auf der Kulturmeile

Deutsche Oper am Rhein / NRW_Sommerkonzert 2012 © Frank Heller

Deutsche Oper am Rhein / NRW_Sommerkonzert 2012 © Frank Heller

Zur Eröffnung des NRW-Bürgerfests am Samstag, 27. August, um 11.30 Uhr, präsentieren sich die drei größten Düsseldorfer Kulturinstitutionen Tonhalle, Deutsche Oper am Rhein und Schauspielhaus in einem gemeinsamen Aktions- und Infozelt auf dem Grabbeplatz. Michael Becker, Intendant der Tonhalle Düsseldorf, Alexandra Stampler-Brown, Geschäftsführende Direktorin der Deutschen Oper am Rhein, und Wilfried Schulz, Generalintendant des Düsseldorfer Schauspielhauses, begrüßen dort zum Auftakt der Festlichkeiten persönlich ihre ersten Gäste.

Zum Finale des Bürgerfests laden am Sonntag, 28. August, um 19.00 Uhr Oper und Tonhalle zum Klassik Open Air auf den Burgplatz ein. Solisten aus dem Ensemble der Deutschen Oper am Rhein präsentieren mit den Düsseldorfer Symphonikern unter der Leitung von Alexandre Bloch ein vielfältiges Programm von Oper bis Musical. Der Eintritt ist frei.

Als Teil der Kulturmeile beim großen NRW-Geburtstagsfest präsentieren Schauspielhaus, Tonhalle und Oper ihre Häuser und aktuellen Programme in einem Gemeinschaftszelt auf dem Grabbeplatz vor der Kunstsammlung NRW/K20. Dabei steht neben Informationen zu den Angeboten viel Aktion im Vordergrund. Gemeinsam veranstalten die Häuser ein Karten-Gewinnspiel, die Tonhalle präsentiert ein 360-Grad-Video, und am Glücksrad gibt es kleinere und größere Preise als Sofortgewinne. Handwerksbäckermeister Josef Hinkel unterstützt das Aktions-Zelt mit „Kultur-Plätzchen“, die ebenfalls am Glücksrad zu gewinnen sind.

Mit einem stimmungsvollen Klassik-Abend bei freiem Eintritt auf dem Burgplatz gestalten Deutsche Oper am Rhein und Tonhalle gemeinsam den fulminanten Abschluss des Fests zum 70. Landesgeburtstag: Anke Krabbe, Luiza Fatyol, Susan Maclean, Ramona Zaharia, Corby Welch, Ovidiu Purcel, Bogdan Baciu und Günes Gürle – allesamt Solisten aus dem Ensemble der Deutschen Oper am Rhein– präsentieren unter der Leitung von Alexandre Bloch mit den Düsseldorfer Symphonikern Arien und Duette aus Bizets „Carmen“, Donizettis „L’elisir d’amore“, Puccinis „Gianni Schicchi“, Verdis „Un ballo in maschera“, Gershwins „Catfish Row“ und aus Bernsteins „West Side Story“. Petra Albrecht, vor allem durch ihre langjährige Moderation der Düsseldorfer WDR-Lokalzeit bekannt, führt durch das Programm.

Praktische Hinweise: Verschiedene Straßensperrungen in der Innenstadt, Informationen unter: https://www2.duesseldorf.de/fileadmin/Amt13/nrwtag/NRW70D_Sperrungen_Sonntag_A4_fein.pdf

Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein / Tonhalle Düsseldorf

Tonhalle Düsseldorf – Alle Karten Hier :
Karten Kaufen

Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf – Alle Karten Hier :
Karten Kaufen

Hannover, Staatsoper Hannover, Ballhoffest der Jungen Oper, 27.08.2016

Staastoper Hannover.jpg

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Staatsoper Hannover 

Ballhoffest der Jungen Oper
Das beliebte Fest für die ganze Familie rund um den Ballhof
Samstag, 27. August, 15 bis 18 Uhr

Am Samstag, 27. August lädt die Staatsoper Hannover wieder wie jedes Jahr zu Beginn der Spielzeit zum Ballhoffest ein. Nach der musikalischen Eröffnung um 15 Uhr mit türkischer Musik gibt es für die ganze Familie Musik und Theater zum Hören, Schauen und Mitmachen auf allen Bühnen und den Foyers in Ballhof Eins und Zwei sowie auf dem Ballhofplatz selbst.

Staatsoper Hannover / Susanne Stiller alias Clown Flogge © Staatsoper Hannover

Staatsoper Hannover / Susanne Stiller alias Clown Flogge © Staatsoper Hannover

Kleine und große Besucher erhalten Ausblicke auf die kommende Saison: In Starke Stimmen – Heini präsentiert die Spielzeit stellt Heini, der kleine Vampir (alias Eva Spilker) das neue Sängerensemble der Jungen Oper vor. Der Kinderchor der Staatsoper sorgt mit einem Konzert für gute Unterhaltung. Im Ballhof Zwei entführen Carola Rentz (Lesung) und Doris Kraus (Bauchtanz) in das Märchen vom Märchen im Märchen, und Musiktheaterpädagogin Kirsten Corbett animiert die ZuschauerInnen unter dem Motto Vorwärts, Segel setzen! zu einer Schiffsreise.

Weitere Mitmach-Aktivitäten sind das Kinderschminken, eine Rallye und diverse Blitzaktionen und Walking Acts. Musiker des Niedersächsischen Staatsorchesters Hannover laden die jungen Besucherinnen und Besucher zum Instrumentenausprobieren ein.

Nicht verpassen sollte man Clown Flogge und ihr geheimnisvolles Köfferchen.

Der Eintritt ist frei. Kostenlose Zählkarten für die Bühnenprogramme gibt es an den Theaterkassen und auch auf dem Ballhoffest selbst.

Pressemeldung Staatsoper Hannover

Staatsoper Hannover – Alle Karten Hier :
 Karten Kaufen

Wuppertal, Oper Wuppertal, Premierendoppel – THREE TALES – HOFFMANNS ERZÄHLUNGEN, 17. / 18.09.2016

August 25, 2016  
Veröffentlicht unter Premieren, Pressemeldung, Wuppertaler Bühnen

 

Wuppertaler Bühnen

Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer

Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer

Premierendoppel zum Spielzeitauftakt mit THREE
TALES und HOFFMANNS ERZÄHLUNGEN

Eröffnung der ersten Spielzeit von Opernintendant Berthold Schneider in Wuppertal am
17. und 18. September 2016

– Steve Reichs Videooper THREE TALES erstmals außerhalb eines Festivals im Repertoire eines Opernhauses

– Vier international renommierte Regisseur_innen inszenieren Jacques Offenbachs
HOFFMANNS ERZÄHLUNGEN

Wuppertal, 24. August 2016 Mit einem Premierendoppel startet die Oper Wuppertal unter der neuen Intendanz von Berthold Schneider am Wochenende des 17. und 18. September 2016 in die Spielzeit 2016/17. Mit Beginn dieser Saison arbeitet das Haus wieder mit einem eigenen Opernensemble und spielt im Repertoirebetrieb insgesamt acht Neuproduktionen.

Die Entscheidung für Steve Reich und dessen Videooper THREE TALES – inhaltlich wie formal ein bahnbrechendes Werk seiner Zeit – als Eröffnungsstück ist programmatisch für die Beschäftigung mit Musiktheater in Wuppertal. „Wir schauen darauf, was Oper mit den Menschen und den Lebenswirklichkeiten des 21. Jahrhunderts zu tun hat, ganz gleich wann ein Werk auch komponiert worden ist.

Daher haben wir uns für die Illustration in unserem Spielzeitheft und auf unseren Plakaten auch bewusst dafür entschieden, Fotos des Wuppertaler Fotografen Jens Großmann aus den politischen Brennpunkten und Krisengebieten dieser Erde zu verwenden“, erläutert Berthold Schneider. THREE TALES, uraufgeführt im Mai 2002 auf den Wiener Festwochen, erzählt von drei Ereignissen, die das kollektive Bewusstsein in der Moderne nachhaltig beeinflusst haben:

Da ist zum einen der Absturz des Luftschiffs Hindenburg, dann die Atomtests der amerikanischen Streitkräfte auf dem Bikini-Atoll und schließlich die Debatten um das Klonen von Menschen und Tieren – sinnfällig geworden im Schaf Dolly, das als erstes geklontes Säugetier in die Geschichte einging. Der Komponist Steve Reich hat ausdrücklich begrüßt, dass die Oper in Wuppertal erstmals außerhalb renommierter Festivals im Repertoire eines Stadttheaters zu sehen ist. Das Besondere dieser Aufführung ist, dass die Zuschauer gemeinsam mit den Musiker_innen auf der Bühne sitzen.

Die Bilder und Wortsplitter der Videoprojektion, die auf zwei Leinwänden gezeigt wird, werden eins mit der Musik, sie werden integriert in die musikalische Sprache. Berthold Schneider übernimmt die szenische Einrichtung dieser Produktion, Katrin Wittig hat den Raum entworfen.


Auf THREE TALES folgt am Abend des 18. September die Premiere von HOFFMANNS
ERZÄHLUNGEN. Erstmalig in seiner Aufführungsgeschichte wird Jacques Offenbachs fantastische Oper von vier Regisseurinnen und Regisseuren inszeniert – ein Ansatz, der dem fragmentarischen Charakter des Werks Rechnung trägt, das sich aus verschiedenen Motiven und fantastischen Geschichten E.T.A. Hoffmanns speist.

Für die Regie hat das Opernhaus vier international renommierte Regisseur_innen verpflichtet. Der Brite Charles Edwards inszeniert Prolog und Epilog, sein Landsmann Nigel Lowery den Olympia-Akt, Christopher Alden zeichnet für den Antonia-Akt verantwortlich, während Inga Levant die Regie für den Giulietta- Akt übernommen hat.Die aus Großbritannien, Russland und den USA stammenden Künstler_innen waren bisher mit Inszenierungen u.a. am Royal Opera House London, der English National Opera London, Opéra Bastille Paris, San Francisco Opera, Staatsoper Berlin sowie in der Bayerischen Staatsoper zu Gast.

„Die Idee dahinter ist es, den so unterschiedlichen Traumwelten Hoffmanns mit verschiedenen Theaterhandschriften und der ganzen Bandbreite an Inszenierungsstilen zu begegnen, ohne das Werk als Ganzes aus dem Blick zu verlieren. Prolog und Epilog werden ohne großes Bühnenbild vor dem Eisernen Vorhang spielen. Der Olympia-Akt arbeitet mit klassischer Bühnenillusion, während in ‚Antonia‘ multimediale Projektionen zum Einsatz kommen und ‚Giulietta‘ im Geist einer Kunstinstallation vorgestellt wird“, so Berthold Schneider.

In den Hauptrollen sind der belgische Tenor Mickael Spadaccini als Hoffmann, die in Berlin lebende US-amerikanische Sporanistin Sara Hershkowitz in allen vier Frauenrollen sowie die US-amerikanische Bariton-Sängerin Lucia Lucas in den Rollen der vier Bösewichte zu erleben.

Die Besetzung der Bariton-Partien mit einer Frau ermöglicht in den unterschiedlichen
Regieansätzen ein interessantes Spiel mit den Geschlechtern. Die weiteren Partien sind mit Mitgliedern des neuen Sänger_innen-Ensembles besetzt.

Besetzung THREE TALES, Video-Oper von Steve Reich und Beryl Korot
Sopran 1 Nina Koufochristou
Sopran 2 Ralitsa Ralinova
Tenor 1 Christian Sturm
Tenor 2 Andreas Karasiak
Tenor 3 Dustin Smailes
Sinfonieorchester Wuppertal
Musikalische Leitung Jonathan Stockhammer
Szenische Einrichtung Berthold Schneider
Raum Katrin Wittig

Besetzung HOFFMANNS ERZÄHLUNGEN, Fantatische Oper von Jacques Offenbach
Olympia, Antonia, Giulietta, Stella Sara Hershkowitz
Die Muse Kerstin Brix
Niclausse, Die Mutter Catriona Morison
Hoffmann Mickael Spadaccini
Lindorf, Coppleius, Miracle, Dapertutto Lucia Lucas
Nathanael, Spalanzani Sangmin Jeon
Luther, Crespel Sebastian Campione
Wilhelm, Schlemil, Hauptmann Simon Stricker
Cochenille, Frantz, Pitichinaccio Mark Bowman-Hester
Hermann Andreas Heichlinger
Opernchor und Extrachor der Wuppertaler Bühnen
Sinfonieorchester Wuppertal
Musikalische Leitung David Parry
Inszenierung Charles Edwards (Prolog/Epilog)
Nigel Lowery (Olympia-Akt)
Christopher Alden (Antonia-Akt)
Inga Levant (Giulietta-Akt)
Bühnenbild Charles Edwards (Prolog/Epilog und Antonia-Akt)
Nigel Lowery (Olympia-Akt)
Petra Korink (Giulietta-Akt)
Kostüme Doey Lüthi (Prolog/Epilog und Antonia-Akt)
Nigel Lowery (Olympia-Akt)
Petra Korink (Giulietta-Akt)
Choreinstudierung Markus Baisch / Jens Bingert
Dramaturgie Jana Beckmann

Pressemeldung Oper Wuppertal

Chemnitz, Theater Chemnitz, Premiere: Turandot 24.09.2016

August 25, 2016  
Veröffentlicht unter Premieren, Pressemeldung, Theater Chemnitz

die_theater_chemnitz.jpg 

Theater Chemnitz © Dieter Wuschanski

Theater Chemnitz © Dieter Wuschanski

Theater Chemnitz

Theater Chemnitz / Turandot Plakatmotiv © Dieter Wuschanski / Theater Chemnitz

Theater Chemnitz / Turandot Plakatmotiv © Dieter Wuschanski / Theater Chemnitz

Premiere Turandot 24.09.2016
Dramma lirico von Giacomo Puccini

Libretto von Giuseppe Adami und Renato Simoni
Finale ergänzt von Franco Alfano
(Aufführung in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln)

Musikalische Leitung: Felix Bender
Inszenierung, Bühne und Kostüme: Hinrich Horstkotte
Chor: Stefan Bilz

In den Hauptpartien: Jee Hye Han / Morenique Fadayomi (Turandot), Jeffrey Hartman (Calaf), Maraike Schröter (Liù), Magnus Piontek / Andreas Hörl (Timur)
Eröffnung der Opernsaison 2016/2017

Als Auftakt der Opernsaison 2016/2017 bringt die Oper Chemnitz am 24. September Puccinis „Turandot“ mit dem kompletten Finale von Franco Alfano heraus. Mit dieser Produktion kehrt Hinrich Horstkotte nach Chemnitz zurück. Hier waren bereits seine Inszenierungen von Verdis „Maskenball“ und Mozarts „Idomeneo“ im Opernhaus sowie von „Don Giovanni“ als Figurentheaterproduktion zu sehen. Außerdem war er als Bühnen- und Kostümbildner bei Werken wie „Cendrillon“, „Der Rosenkavalier“ und „Das Mädchen aus dem goldenen Westen“ beteiligt. In den letzten Jahren inszenierte er u. a. in Dortmund, Saarbrücken, Dessau, Wien, Luxemburg und Taipeh/Taiwan.
Der Inhalt der Oper

Prinzessin Turandot hat geschworen, das Eheversprechen nur einem Mann zu geben, der drei Rätsel lösen kann. Wem das nicht gelingt, dem wird der Kopf abgeschlagen. Entsprechend hoch ist die Todesrate bei Hofe. Mit diesem radikalen Vorgehen will die schöne chinesische Prinzessin den Tod ihrer Ahnin rächen, die einst Selbstmord beging, um dem männlichen Joch zu entfliehen. Doch die Freier lassen sich nicht abschrecken: Einer nach dem anderen stellt sich der grausamen Tortur. Auch Prinz Calaf entbrennt für die unnahbare Schöne. Kann er die geforderten drei richtigen Antworten geben und den eisernen Ring um Turandots Herz lösen?

Der Komponist Giacomo Puccini wurde 1858 im italienischen Lucca geboren. Entsprechend der Familientradition sollte er Kirchenmusiker werden, doch sein Interesse galt der Opernbühne. Giuseppe Verdis Werke faszinierten ihn. Im Alter von 18 Jahren wanderte er sogar zu Fuß von Lucca nach Pisa, um sich eine Aufführung der „Aida“ anzusehen, ein Ereignis, dass ihm nach eigener Aussage „die musikalische Pforte zur Oper“ öffnete. Er betrat nun ein Terrain, auf dem er sein Leben lang erfolgreich wandeln sollte: „Manon Lescaut“, „La Bohème“, „Tosca“, „Madama Butterfly“ sind nur einige seiner Erfolgswerke. Puccini lebte und litt mit seinen Opernfiguren mit wie kaum ein anderer Komponist, lässt sie intimste psychologische Stimmungen ausdrücken. Wohl deshalb geht den Zuschauern die Musik so nahe. Puccini, der oft seelische Probleme hatte, die ihn sehr zurückgezogen leben ließen, konnte seine Empfindungen, seine Emotionen, seine Vorstellungen vom Glück und von der Liebe in seinen Werken in einer Weise ausleben, die ihm im Leben nie gegeben war. Mit „Turandot“ griff er erstmalig auf ein Märchensujet zurück. Mit großer Leidenschaft widmete sich Puccini der Komposition, doch noch bevor er die Partitur zum Abschluss bringen konnte, erlag er seinem schweren Kehlkopfleiden.

Das Sujet Der Name Turandot stammt ursprünglich aus dem Persischen und taucht schon im 12. Jahrhundert in der Romanze „Die sieben Schönheiten“ des persischen Dichters Nezami auf. Auch die orientalische Märchensammlung 1001 Tag, die Anfang des 18. Jahrhunderts in Frankreich Bekanntheit errang, enthält eine Geschichte von einer Prinzessin namens Turandocht, die jeden Freier köpfen lässt, der ihre Rätsel nicht lösen kann. Carlo Gozzi bearbeitete den Stoff einige Jahre später für die Commedia dell‘arte, Friedrich Schiller schrieb diese Fassung 1802 für die deutsche Bühne um.

Entstehung der Oper Puccini kannte sowohl Schillers Bühnenstück als auch Gozzis Werk und war glücklich, als nach einer lang andauernden und zermürbenden Sujet-Suche Renato Simoni, einer seiner Librettisten, das Märchen von Turandot vorschlug. Ende des Jahres 1920 begann er auf der Grundlage des ersten Libretto-Entwurfs mit der Komposition. Wie immer gestaltete sich die endgültige Ausformung des Librettos schwierig. Besonders um das Schlussduett zwischen Turandot und Calaf rang Puccini mit seinen Librettisten: „Das Duett! Alle Entschiedenheit, alle Schönheit, alle lebendige Theatralik liegt hier.“ Es war ihm wichtig, die Liebe zu zeigen, die Calaf in Turandot weckt. Endlich, im Herbst 1924, gab es eine Fassung, mit der Puccini zufrieden war, die ihm aus dem Herzen sprach.

Nur noch dieses Schlussduett musste instrumentiert werden, aber dazu kam es nicht mehr. Am 29. November 1924 erlag Puccini einem Kehlkopfleiden. Knapp anderthalb Jahre später fand die Uraufführung von „Turandot“ in der Mailänder Scala unter der Leitung von Arturo Toscanini statt. Gespielt wurde das Werk unvollendet – so wie Puccini es hinterlassen hatte. Erst bei der zweiten Vorstellung kam der Schluss der Oper hinzu, von Franco Alfano auf Bitten des Verlegers Ricordi und des italienischen Ministerpräsidenten anhand von Puccinis Skizzen vollendet. Allerdings hatte Arturo Toscanini für die Aufführung Kürzungen an Alfanos Version vorgenommen. Erst in den 1980er Jahren gelangte die vollständige Version auf die Bühne. Sie ist auch Grundlage für die Chemnitzer Produktion.

Die Musik Dem Zeitgeschmack folgend setzte Puccini in seiner „Turandot“ musikalisch die schon in „Madama Butterfly“ erprobte Hinwendung zum Exotischen fort. Ausführlich hatte er sich mit chinesischer Musik beschäftigt und reicherte die Orchesterbesetzung durch eine ganze Reihe verschiedener Schlaginstrumente an, die seiner Klangfantasie Raum gaben. Intensiv nahm Puccini auch die musikalischen Entwicklungen seiner Zeit zur Kenntnis – Strawinskys „Le Sacre du printemps“, Strauss‘ „Salome“ und „Elektra“, Schönbergs „Pierrot lunaire“, die Kompositionen Bartóks, Debussys und Mascagnis – und schrieb eine Musik, die einmalig für ihn war, beginnend von den lyrisch-fragilen Momenten der Sklavin Liù bis hin zu den dramatischen Ausbrüchen der Titelpartie.

Das Inszenierungsteam
Felix Bender (Musikalische Leitung) stammt aus Halle (Saale) und studierte Orchesterdirigieren an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ Weimar bei Gunter Kahlert, Nicolás Pasquet und Anthony Bramall. Von 2010 bis 2013 war er als 2. Kapellmeister am Nationaltheater Weimar beschäftigt, danach kam er als 1. Kapellmeister an die Theater Chemnitz. Gastspiele führten ihn in jüngster Zeit u. a. zum Konzerthausorchester Berlin, zum Philharmonischen Orchester Ulm, zum Sinfonieorchester Wuppertal, zur Württembergischen Philharmonie Reutlingen und zur Anhaltischen Philharmonie Dessau. Felix Bender wurde 2011 in die Förderung des „Dirigentenforums“ aufgenommen. Außerdem ist er Stipendiat der Künstlerliste „Maestros von morgen“. Sein dirigentisches Können untermauerte er mit Fortbildungen bei Pavel Baleff, John Carewe, Christian Ehwald, Peter Gülke, Kristjan Järvi, Johannes Kalitzke, Christian Kluttig, Marc Piollet und Johannes Schlaefli. In der Spielzeit 2016/2017 übernimmt er die Position des kommissarischen Generalmusikdirektors an den Theatern Chemnitz.

Hinrich Horstkotte (Inszenierung, Bühne und Kostüme)
Der gebürtige Berliner war zunächst Marionettenspieler, bevor er von 1992 bis 1998 Bühnen- und Kostümbild sowie Dramaturgie an der Akademie der Bildenden Künste in München studierte. Schon während des Studiums begann er, als freischaffender Bühnenbildner und Regisseur zu arbeiten. Als Bühnen- und Kostümbildner war er für die Biennale für Neue Musik München, das Musiktheater Görlitz, die Opernhäuser in Chemnitz, Detmold, Nürnberg und für die Ludwigsburger Schloßfestspiele tätig. In über 60 Produktionen für Oper, Schauspiel und Puppentheater hat er, überwiegend in eigener Ausstattung, Regie geführt. So inszenierte an u. a. in Berlin (Staatsoper), Chemnitz, Dessau, Dortmund, Saarbrücken, Rheinsberg, am Nanfong-Theatre in Taipeh, an der Volksoper Wien sowie am Salzburger Marionettentheater. Besonders gern widmet er sich der Barockoper und hat hier am Grand Théâtre Luxembourg, beim NDR in Hamburg, beim Berliner Zeitfenster-Festival, bei den Musikfestspielen Potsdam und den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik inszeniert.
In den Hauptpartien

Jee Hye Han (Turandot)
Die koreanische Sopranistin gehört zu den interessantesten Sängerinnen ihrer Generation. Im Alter von nur 28 Jahren sang sie ihre erste Turandot an der Budapester Staatsoper. 2009 gewann sie den 2. Preis beim Internationalen Gesangswettbewerb Feruccio Tagliavini, den 2. Preis beim hochdotierten Dong Ah Wettbewerb in Seoul und den Publikumspreis beim Hans-Gabor-Belvedere-Gesangswettbewerb. 2010 folgte der 1. Preis beim Concours International d‘Opéra de Marseille. Nach ihrem erfolgreichen Debüt an der Volksoper Wien in der Titelpartie von Puccinis „Madama Butterfly“ 2011 kehrte sie 2014 als Turandot zurück. Zu ihrem Konzertrepertoire gehören die Sopran-Partien in Beethovens 9. Sinfonie, Verdis Requiem, Mahlers 8. Sinfonie, Dvo?áks Requiem und Bachs Matthäuspassion.

Morenike Fadayomi (Turandot)
wurde in London geboren und wuchs dort sowie in Lagos (Nigeria) und Glarus (Schweiz) auf. Nach einer Tanzausbildung bei der Colombo Dance Factory in Zürich nahm sie Klassischen Gesangsunterricht bei Ursula Preier-Raunacher in Wien. Ihr erstes Engagement führte sie ans Stadttheater Basel. Seit 1997 ist sie Solistin an der Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf. Zu ihrem umfangreichen Repertoire gehören Aida, Micaëla, Carmen, Mimi, Liù, Donna Elvira, Norma, Abigaille, Lady Macbeth, Katarina, Katja Kabanova, Rusalka, Emilia Marty, Martha („Tiefland“), Marietta („Die tote Stadt“), Kaiserin („Frau ohne Schatten“), Salome und Senta. Große Erfolge feierte sie wiederholt in der Partie der Bess in Gershwins „Porgy and Bess“. Gastengagements führten sie u. a. zu den Bregenzer Festspielen, in die New Yorker Carnegie Hall, an die Komische Oper Berlin, die Volksoper Wien, die Semperoper Dresden sowie an die Opernhäuser in Bologna, Parma, Rom, Amsterdam und Strasbourg. An der Oper Chemnitz singt sie erstmals die Partie der Turandot.

Jeffrey Hartman (Calaf)
wurde in Anderson (Indiana/USA) geboren. Er ist Preisträger mehrerer renommierter Wettbewerbe. 2013 war er in Hong Kong sowie in Costa Rica als Canio in „I Pagliacci“ und Turridu in „Cavalleria rusticana“ zu erleben, in Hong Kong auch als Herzog in „Rigoletto“. Weiterhin gehören Partien wie Pinkerton, Rodolfo, Edgardo, Faust, Malcolm, Ismaele und Alfredo zu seinem Repertoire. 2015 coverte er an der Lyric Opera of Chicago die Partie des Cavaradossi in „Tosca“. Anschließend debütierte er als Bacchus in „Ariadne auf Naxos“ an der Seattle Opera. Mahlers „Lied von der Erde“ sang er mit dem Seattle Youth Symphony Orchestra und dem Chamber Philharmonia Orchestra New York und dem Ensemble Vista Lirica. Zu seinem Konzertrepertoire gehören außerdem u. a. die Tenorpartien in „Elias“, „Die Schöpfung, „Carmina burana“, Beethovens 9. Sinfonie und Brittens „Les Illuminations“. An der Oper Chemnitz wird er sein europäisches Debüt als Calaf in „Turandot“ geben.

Maraike Schröter (Liù)
gehört seit 2013 zum Solistenensemble der Oper Chemnitz. Die in Berlin geborene Sopranistin studierte an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ bei Julia Varady und Brenda Mitchell. Außerdem arbeitete sie mit Christine Schäfer im Konzertexamen. Im Rahmen der Bayreuther Festspiele 2011 übernahm sie die Partie der Sieglinde in der Kinderoper „Der Ring des Nibelungen“. Anschließend war sie für zwei Jahre Ensemblemitglied im Opernstudio der Staatsoper Berlin. In dieser Zeit gab sie auch ihr Debüt an der Semperoper in Dresden. An der Oper Chemnitz war sie u. a. bereits als Donna Anna in „Don Giovanni“, Elisabeth in „Don Carlos“, Desdemona in „Otello“, Infantin in „Der Zwerg“, Eva in „Die Meistersinger von Nürnberg“ sowie als Angèle Didier in „Der Graf von Luxemburg“ zu erleben. Ihr Repertoire umfasst außerdem Partien wie Chrysothemis und Agathe.

Magnus Piontek (Timur)
gehört mit Beginn der Spielzeit 2016/2017 zum Solistenensemble der Oper Chemnitz und wird hier als Timur debütieren. Er stammt aus Bonn und studierte Schulmusik und Dirigieren (bei Marcus Creed) in Köln sowie Gesang bei Rudolf Piernay in Mannheim. Von 2013 bis 2015 gehörte er zum Ensemble des Nationaltheaters Mannheim. Anschließend wechselte er an die Bühnen Gera/Altenburg, wo er als Sparafucile, Eremit sowie in der Titelpartie der Oper „Rübezahl und der Sackpfeifer von Neiße“ zu erleben war. An der Semperoper gastiert er als Marquis d’Obigny („La Traviata“) sowie als Saretzki („Eugen Onegin“). Neben seiner Operntätigkeit widmet er sich dem Oratorienrepertoire. Er arbeitete mit Dirigenten wie Dan Ettinger, Klaus Arp, Florian Helgath, Laurent Wagner, Gotthold Schwarz, Alois Seidlmeier, Johannes Kalitzke und Enno Poppe sowie mit verschiedenen renommierten Ensembles, darunter das Concerto Köln, das Ensemble Musikfabrik und das Göttinger Symphonie Orchester.

Andreas Hörl (Timur)
debütierte schon früh in großen Partien, wie 2004 als Baron Ochs in Bremerhaven und 2005 als Landgraf in Minden. Festengagements führten ihn 2007 ans Opernhaus Zürich und anschließend ins Ensemble der Wiener Staatsoper. Seit 2014 ist Andreas Hörl freischaffend tätig. 2015 debütierte er bei den Bayreuther Festspielen als Fafner, 2016 an der Mailänder Scala in der Neuproduktion von „Wozzeck“. Sein vielfältiges Repertoire umfasst außerdem u. a. Sarastro, Osmin, Komtur, Basilio, Colline, König Heinrich, König Marke, Daland, Kaspar / Eremit, Ramphis / Il Re und Warlaam. Gastengagements führten ihn an die Bayerische Staatsoper, Wiener Staatsoper, Volksoper Wien, Oper Frankfurt, Komische Oper und Staatsoper Berlin, an das Opernhaus Zürich, Tiroler Landestheater Innsbruck, an die Theater Klagenfurt, Chemnitz und Dortmund, Gran Teatre del Liceu Barcelona, Teatro alla Scala Milano, Teatro Nacional de São Carlos Lissabon, zum MDR Sinfonieorchester Leipzig, Salzburger Festspiele und zu den Richard-Wagner Festspielen in Wels.

Opernfrühstück
Das Opernfrühstück findet am 18. September 2016, 10.30 Uhr im Foyer des Opernhauses statt. Das Regieteam wird einen Einblick in die Premierenvorbereitungen geben, begleitet von musikalischen Beiträgen durch Solisten des Ensembles. Der Eintritt kostet 5,-

Pressemeldung Theater Chemnitz

Theater Chemnitz – Alle Karten Hier :
 Karten Kaufen

Nächste Seite »