Stuttgart, Oper Stuttgart, Die Puritaner von Vincenzo Bellini, IOCO Kritik, 29.05.2017

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Stuttgarter Ballett | Oper Stuttgart

Stuttgart Opernhaus © A.T. SchaeferStuttgart Opernhaus © A.T. Schaefer

„Angst vor der Freiheit und dem Einsatz des eigenen Verstandes“

Die Puritaner von Vincenco Bellini

An der Staatsoper sind wieder Jossi Wielers und Sergio Morabitos phänomenale  Puritaner zu erleben

Von Peter Schlang

Vincenzo Bellini Grabmal © IOCO

Vincenzo Bellini Grabmal © IOCO

Nach fast einjähriger Pause kehrten am 21. Mai Vincenzo Bellinis Puritaner in der hoch gepriesenen Inszenierung des Hausherrn, Jossi Wieler, und seines Regiepartners, dem Chefdramaturgen der Stuttgarter Oper, Sergio Morabito, wieder auf die Bühne des Stuttgarter Opernhauses zurück. Von dort waren sie zum Ende der letzten Spielzeit nach nur sechs Aufführungen verschwunden, was nichts über die Qualität dieser Produktion, aber viel über den abwechslungsreichen und voll gepackten Spielplan der Staatsoper Stuttgart aussagt, auf deren Bühne in der laufenden Saison sage und schreibe  21 verschiedene Opern zu sehen sind bzw. waren.

So musste sich das Stuttgarter Publikum bis zu diesem zweitletzten Maisonntag gedulden, bis es Bellinis letzte Oper wieder zu sehen und zu hören bekam, die am 25. Januar 1835 am Théâtre Italien in Paris ihre umjubelte Uraufführung  erlebt hatte.

Das bewährte Leitungs-Trio – zu den bereits genannten Herren gesellte sich erneut die geniale Ausstatterin Anna Viebrock – arbeitet auch in seiner dritten Stuttgarter Bellini-Oper die psychologisch und soziologischen Verwerfungen und Tiefen mit scharfen Kontrasten, beeindruckenden, vielschichtigen Bildern und einer faszinierenden Personenzeichnung und –führung heraus. Wieler-Morabito, die gerade ihre „Silberhochzeit“ als Regiegespann begingen, sind begnadete Geschichtenerzähler, wobei sie wiederum deutlich auch Aspekte des Theaters und dessen Realitätsbrechung betonen. Ihre Opernfiguren sind nicht bloß Träger ihrer Stimme und deren Ausdruckskraft, sondern schillernde Lebewesen mit tiefen Gefühlen und bedrückender, charaktervoller  Ausdruckskraft. Unterstützt und betont wird dieses Seelenvolle der Figuren durch gekonnt eingesetzte Ausstattungsstücke wie eine Marionette, marod-verklebte Stühle oder das Spiel mit Totenschädeln.

Oper Stuttgart / Die Puritaner © A. T. Schaefer

Oper Stuttgart / Die Puritaner © A. T. Schaefer

Mit ihrem eigentlichen Bühnenbild, einem aus hohen Mauern bestehenden Raum mit Nischen, Fenstern und Balkonen, der gleichzeitig Burg, Kirche und Stadt darstellen kann, schafft  Anna Viebrock einen kongenial-düsteren äußeren Rahmen, der mit dazu beiträgt, die Seelen- und Gefühlswelt der Figuren spürbar und verstehbar zu machen. Dazu tragen auch die abgehängten, an die Wand gelehnten historischen Gemälde, die enthaupteten Heiligen- und Königsfiguren und eine rostende Eisenbrücke bei, welche die linken und die rechten Gebäudeteile, die sich im Übrigen häufig verschieben, wie eine brüchige Korsettstange  verbindet. Diese Installation setzt genauso pausenlos Assoziationen frei, wie sie auch die Beziehungen und – vor allem – die Kontraste von Musik und Handlung schonungslos offenlegt.

Gegenüber der Aufführungsserie nach der Premiere gab es einen Wechsel in der musikalischen Leitung, die nun  dem italienischen Dirigenten Manlio Benzi übertragen worden war. Er steuerte das Staatsorchester Stuttgart, das hier bei Bellini erstmals in einer italienischen Oper wie in deren französischem Pendant ganz im Vordergrund steht,  weitgehend souverän, mit feiner Agogik, gutem Gespür für Spannung und Gehalt der Partitur und durchweg brillanter musikalischer Italianità durch den Abend. Allerdings schien im stellenweise doch sein Temperament durchzugehen, so dass ihm der Orchesterklang vor der Pause an einigen Stellen zu massig geriet. Dies führte dazu, dass die, wie gleich zu beschreiben sein wird, tadellosen Sänger-Darsteller punktuell eher klanglich zugedeckt als begleitet wurden.

Oper Stuttgart / Die Puritaner © A. T. Schaefer

Oper Stuttgart / Die Puritaner © A. T. Schaefer

Die einzige beim siebenköpfigen Solistenensemble geplante  Besetzungsänderung konnte nur schauspielerisch realisiert werden, denn die für die  Rolle der Elvira vorgesehene Mirella Bunoaica hatte am Tag vor der Aufführung ein ärztliches Singe-Verbot erhalten. So spielte sie ihre Elvira stumm bzw. nur die Lippen bewegend, dafür  mit ungebremster darstellerischer Überzeugungskraft und erschütternder Intensität. Als an der Seite am Notenpult stehende Sängerin lieh die bereits bei der Premiere begeistert gefeierte und nun spontan aus dem Ausland nach Stuttgart beorderte Ana Durlovski der Rolle der Elvira und damit auch ihrer erkrankten Kollegin ihre Stimme. Wegen der langen Pause zwischen dem Premierenzyklus und der Wiederaufnahme hatte die umsichtig und verantwortungsvoll agierende Opernleitung davon abgesehen, Ana Durlovski auch schauspielerisch in die für eine Belcanto-Oper sehr anspruchsvolle Regie einzubinden. Beide Akteurinnen bewältigten ihre für sie neuen Aufgaben bravourös und ohne jeden Makel und erhielten dafür vom begeisterten Publikum sowohl Szenen- als auch stürmischen Schluss-Applaus. Dieser wurde auch den schon in der letzten Spielzeit bewährten und gelobten Stuttgarter Ensemblemitgliedern völlig zurecht  zu Teil: Die nur im ersten Akt auftretende, wie immer ohne jeden Tadel agierende Diana Haller als Enrichetta von Frankreich, Roland Bracht,  ältestes aktives Stuttgarter Ensemblemitglied, in der Rolle Lord Valtons, Elviras Vater; der albanische Bariton Gezim Myshketa als Riccardo; der polnische Bassist Adam Palka als etwas zu juvenil wirkender,  omnipräsenter Strippenzieher Giorgio, Elviras Onkel und  Vertrauter und eigentlicher Erzieher, sowie Heinz  Görig in der Rolle des Puritaner-Offiziers Bruno. Einziger Gast inmitten des Stuttgarter Ensembles ist  wieder der uruguayische Tenor Edgardo Rocha, der erneut als Arturo brillierte, und alle stimmlichen Herausforderungen bis hin zum zweigestrichenen D im Duett mit Elvira im dritten Akt unerschrocken und ungetrübt meisterte

Oper Stuttgart / Die Puritaner © A. T. Schaefer

Oper Stuttgart / Die Puritaner © A. T. Schaefer

Bleibt zum Schluss noch, das auch in dieser Aufführung phänomenale, jederzeit stimmlich wie darstellerisch ohne jeden Makel präsente zweite Kollektiv  des Abends zu würdigen, den Staatsopernchor Stuttgart, der von Johannes Knecht in genial-perfekter Weise auf seine Auftritte eingestellt worden war. Ihm werden von Bellini unzählige Chöre und turbae-förmige Einwürfe übertragen, so dass er zu den in dieser Oper meistbeschäftigten Akteuren gehört. Dabei wurden die knapp sechzig Sängerinnen und Sänger nicht nur gesangstechnisch, sondern erst recht darstellerisch bis aufs Äußerste gefordert, etwa wenn sie durch pantomimisch-artistische Verdrehungen und konvulsivische Zuckungen den Zustand der Erstarrung  und Seelen-Kälte der puritanischen Gesellschaft unterstreichen oder deren Uniformität durch balletthafte Bewegungen verdeutlichen. Sie meisterten diese und andere Aufgaben aber mit einer Überzeugungskraft und Realitätstreue, dass dem Berichterstatter angesichts dieser puritanischen Freudlosigkeit, Borniertheit und des dahinter zum Ausdruck gekommenen Fundamentalismus das Blut in den Adern gefror.

Im Jahr 1834 forderte Vincenzo Bellini in einem Brief an seinen Librettisten  Carlo Pepoli, dass  „Eine Oper …uns durch Gesang zum Weinen, Schaudern und zum Sterben bringen“ müsse. Bis auf das letzte Element setzen die „Stuttgarter Puritaner“ diese Ansprüche ohne Wenn und  Aber um, und  es wird im Nachhinein völlig klar,  warum diese Produktion entscheidend mit dazu beigetragen hat, dass die Staatsoper Stuttgart im vergangenen Jahr zum wiederholten Male zum Opernhaus des Jahres gekürt wurde.

Die Puritaner an der Oper Stuttgart: weitere Vorstellungen  27. und 29. Mai, am 2., 6., 16., 23. und 26. Juni sowie 12., 15., 17. und 24. Juli2017

Münster, Theater Münster, Orchesterprobe von Giorgio Battistelli, IOCO Kritik, 29.05.2017

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Theater Münster

Theater Münster © Rüdiger Wölk

Theater Münster © Rüdiger Wölk

Die Rebellion gebiert den Diktator

Orchesterprobe von Giorgio Battistelli 

Zeitkritik voll musikalischen Raffinements

Von Hanns Butterhof

Aus dem Orchestergraben klingt es chaotisch. Einzelne Instrumente werden scheints noch gestimmt, eine Chorpartie wird von Läufen auf einer Trompete zerrissen. Was in der Regel vor einer Opernaufführung geschieht, ist im Großen Haus des Theaters Münster schon der Beginn von Giorgio Battistellis Oper „Orchesterprobe“ und das erste Zeichen ihres Raffinements: Sie unterläuft avantgardistisch jeden Widerstand gegen avantgardistische Musik, indem sie unmittelbar verständlich bleibt.

Theater Münster / Orchesterprobe - Das Orchester rebelliert - Ensemble © Oliver Berg

Theater Münster / Orchesterprobe – Das Orchester rebelliert – Ensemble © Oliver Berg

Die selbstreflexive Auseinandersetzung mit der Avantgarde ist eine wesentliche Ebene des vielschichtigen Werks nach dem gleichnamigen Film Federico Fellinis. Es zeigt ein Orchester in seinem Proben-Alltag, in dem jeder respektlos gegenüber allen anderen ist; gemeinsam ist allen nur ihr jeweiliges Eigeninteresse und der Widerstand gegen die Autorität des Dirigenten.

Mit intimer Kennerschaft und nicht ohne Bosheit werden die persönlichen Eitelkeiten und Animositäten entfaltet. Der Konzertmeister (Boris Leisenheimer) wirft der Zweiten Violine (Henrike Jacob) Trunksucht vor, und sie beschimpft ihn als Päderasten, wohl weil er ein Verhältnis mit der zarten Harfe (Eva Bauchmüller) hat.

Bei Interviews, die ein bei der Probe anwesendes Fernseh-Team macht, zeigt sich, dass die Orchester-Musiker alles nur gegen Bezahlung zu tun bereit sind; das Verhältnis zu ihrer Arbeit ist gewerkschaftlich bis ins Kleinste und teilweise Absurde geregelt, sie selber sind zu Instrumenten – Zweite Geige, Trompete, Pauke etc. – versachlicht. Doch vor allem sind sie ihrer Arbeit noch tiefer, nämlich musikalisch entfremdet. Die Klarinette (Christian-Kai Sander) bezeichnet die Musik, die sie spielen müssen, als „sinnlos“, und der Konzertmeister präzisiert, dass die avantgardistischen Komponisten sich in der Philosophie von Marx bis Adorno auskennten, aber nichts von der Technik der Instrumente wüssten.

Am arroganten Dirigenten (Filippo Bettoschi), der offenbar ein Werk der Avantgarde – faktisch Battistellis – proben lässt, entlädt sich der ganze Unmut des Orchesters. Die Trompete, ein buntes Hippie-Fossil (Suzanne McLeod), und die Pauke von der Gewerkschaft (Youn-Seong Shim) rufen zum Widerstand gegen den Pult-Diktator auf und ersetzen ihn schließlich durch ein großes Metronom. Der musikalische Ertrag ist ernüchternd. Statt der Avantgarde oder gar der Klassik erklingt banale Volksmusik, wohl auch keine Lösung.

Was der Dirigent derweil im Interview vor idyllischer Landschaft (Bühne und Kostüme: Kristopher Kempf) zum Besten gibt, ist erheblich rückwärtsgewandte Utopie. In ihr gibt es keine Musiker mit Beamtenmentalität und gewerkschaftlich gesichertem Broterwerbs-Verhältnis zu ihrer Arbeit und kein Publikum, das nichts von Musik versteht. Stattdessen schwebt ihm Musik als Kirche vor, deren Priester die Dirigenten sind, an die alle glauben.

Theater Münster / Orchesterprobe - Es herrscht wieder der Dirigent © Oliver Berg

Theater Münster / Orchesterprobe – Es herrscht wieder der Dirigent © Oliver Berg

Zu der persönlichen und musikalischen Ebene kommt als dritte die politische Ebene dazu. Das Orchester erweist sich, etwas plakativ, als Spiegel der Gesellschaft. Seine Rebellion nimmt deutlich reaktionäre Züge an. Spruchbänder fordern nicht nur harmlos „Operette für alle“, sondern greifen à là Pegida Merkel an und monieren zu viele Ausländer; das Fernsehteam wird als „Lügenpresse“ in Eimern ertränkt. Als das Bühnenbild unter Donner und Blitz schwer symbolträchtig auseinanderbricht, der Probenraum einstürzt und die arme Harfe erschlägt, ruft die verunsicherte Masse der Orchestermitglieder den Dirigenten zurück. Der schafft mit einem herrischen „Ich will den totalen Klang“ wieder Ordnung.

So endet die „Orchesterprobe“ pessimistisch. Der anfangs sympathische und gewiss auch notwendige Widerstand der Musiker gegen ihre Versachlichung zu Instrumenten und ihr Ausgeliefertsein an alle Launen selbstherrlicher Dirigenten führt erst ins selbstbezogen unsoziale Chaos, dann zum Ruf nach dem starken Mann, der sie aus der selbstverschuldeten Malaise wieder herausführen soll.

Das ist sehr aktuell, und auch das Gegeneinander unvereinbarer, aber für sich nachvollziehbarer Positionen ist stimmig. Allerdings ist die musikalische Lösung Battistellis optimistischer als die der Regie von Ansgar Weigner. Nicht nur darf die feine Harfe auch nach ihrem Tod vom Rang aus weitersingen. Die wunderbar paradoxe Leistung der „Orchesterprobe“ ist es, alle Vorurteile gegen die moderne Musik aufzurufen und gleichzeitig ergötzlich eben diese moderne Musik zu sein. Ist das Bühnengeschehen eine schrille, aber treffende Karikatur der heutigen Gesellschaft, so ist die wesentlich atonale Musik aus dem Orchestergraben ihr genauer Spiegel. So unterläuft sie avantgardistisch die Kritik an der Abstraktheit der musikalischen Avantgarde und versöhnt so mit dieser; phantastisch!

Die über weite Teile absolut erheiternde Oper ist in der Regie von Ansgar Weigner in allen Teilen gelungen. Das mit Microport verstärkte Sängerensemble ist durchweg überzeugend, und was es und der von Inna Batyuk einstudierte Chor mit den Instrumenten, die sie ja nicht professionell beherrschen, zum Gesamtklang beitragen, ist eine Leistung für sich.

Theater Münster / Orchesterprobe - Fabrizio Ventura © Hanns Butterhof

Theater Münster / Orchesterprobe – Fabrizio Ventura © Hanns Butterhof

Fabrizio Ventura am Pult des Sinfonieorchesters Münster ist ein Battistelli-Experte; schon 2014 hat er dessen „Pacha mama“ und 2016 „experimentum mundi“ mit Orchestermusik uraufgeführt. In der „Orchesterprobe“ lässt er nie den Gedanken aufkommen, seine Sänger oder Instrumentalisten würden sich gegen ihn erheben, sondern ihm und allen Beteiligten bereitet die Bändigung des musikalischen Chaos‘ auf der Bühne und im Orchestergraben hörbar Vergnügen.

Das ging auch einem großen Teil des musikverständigen Publikums so, das nach kurzen achtzig Minuten allen Beteiligten langen Beifall spendete, der für Fabrizio Ventura und das Sinfonieorchester besonders kräftig ausfiel.

Theater Münster: Orchesterprobe, weitere Termine 2, 8.,10. und 28.6.2017, jeweils 19.30 Uhr.

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Essen, Aalto Musiktheater, Premiere Titus, 03.06.2017

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Aalto Musiktheater Essen

Aalto Theater Essen /Titus - Ivanchey Dmitry © Hamza Saad

Aalto Theater Essen /Titus – Ivanchey Dmitry © Hamza Saad

 La clemenza di Tito  von Wolfgang Amadeus Mozart

Libretto von Caterino Tommaso Mazzolà nach Pietro Metastasio

Premiere Titus im Aalto Theater: 3. Juni 2017 19:00 Uhr, weitere Vorstellungen 7.6.2017,  9.6.2017, 11.6.2017, 22.6.2017, 24.6.2017, 28.6.2017, 30.6.2017, 2.7.2017

Wolfgang Amadeus Mozarts Oper La clemenza di Tito – Titus steht als letzte Premiere dieser Spielzeit auf dem Programm des Aalto-Musiktheaters. Bereits am Sonntag, 28. Mai 2017, um 11 Uhr lädt Chefdramaturg Christian Schröder zur Einführungsmatinee ein. Der informative und unterhaltsame Vormittag gibt wie immer nicht nur Einblicke in die Inszenierung, sondern weckt auch in musikalischer Hinsicht die Vorfreude auf die anstehende Produktion. Gäste auf der Bühne des Aalto-Theaters sind Regisseur Frédéric Buhr, Generalmusikdirektor Tomás Netopil sowie die Ensemblemitglieder Dmitry Ivanchey (Titus) und Jessica Muirhead (Vitellia).

Wolfgang Amadeus Mozart erhält 1791 wenige Monate vor seinem Tod den Auftrag, eine klassische Krönungsoper für Leopold II. zu schreiben. Wider Willen setzt er sich noch einmal mit der ausgedienten Form der opera seria auseinander, während im gleichen zeitlichen Umfeld seine nur wenige Wochen später uraufgeführte Oper Die Zauberflöte entsteht. Doch es gelingt ihm, mit Titus zugleich etwas Neues zu schaffen: In seinem letzten Bühnenwerk blickt Mozart den starren Auflagen zum Trotz noch einmal tief in die menschliche Seele. Titus hat als Kaiser den römischen Thron bestiegen. Sein nobler Vorsatz: gerecht und voller Gnade regieren, niemals unnötige Strenge walten lassen. Dann aber wird er Opfer eines Anschlags: Ausgerechnet sein treuer Freund Sesto will ihn ermorden, angestachelt von dessen Liebhaberin Vitellia, die sich als rechtmäßige Kaiserin sieht. Als Titus niemandem mehr trauen kann, muss er sich die Frage stellen, ob seine Milde, die „clemenza“, noch der richtige Weg ist. In dieser seiner herausfordernden und vielleicht reifsten Oper beschreitet Mozart musikalisch neue Wege: Zum einen findet er zu einer berührenden Einfachheit der Tonsprache. Zum anderen wagt er hier musikdramatische Effekte, die erst 50 Jahre später in der italienischen Romantik wieder zum Einsatz kommen. PMAaThE

 Premiere Titus im Aalto Theater: 3. Juni 2017 19:00 Uhr, weitere Vorstellungen 7.6.2017,  9.6.2017, 11.6.2017, 22.6.2017, 24.6.2017, 28.6.2017, 30.6.2017, 2.7.2017

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Chemnitz, Theater Chemnitz, Open Air auf dem Theaterplatz My Fair Lady, 23.06.2017

Mai 26, 2017  
Veröffentlicht unter Premieren, Pressemeldung, Theater Chemnitz

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Theater Chemnitz

Theater Chemnitz © Dieter Wuschanski

Theater Chemnitz © Dieter Wuschanski

Auf dem Theaterplatz –  My Fair Lady

Musical nach Bernard Shaws Pygmalion und dem Film von Gabriel Pascal, Buch von Alan Jay Lerner, Musik von Frederick Loewe, Deutsch von Robert Gilbert

Premiere: 23. Juni 2017, 19.30 Uhr, weitere Vorstellungen: 24. Juni, 19.30 Uhr / 25. Juni, 17.00 Uhr / 29. Juni, 19.30 Uhr / 30. Juni, 19.30 Uhr / 1. Juli / 19.30 Uhr / 2. Juli, 17.00 Uhr

Theater Chemnitz / My Fair Lady © Theater Chemnitz

Theater Chemnitz / My Fair Lady © Theater Chemnitz

Die Theater Chemnitz setzen Eliza an die Luft – natürlich nur im übertragenen Sinne. Ab dem 23. Juni wird in sieben Vorstellungen mit My Fair Lady eines der populärsten Musicals aller Zeiten als großes Open-Air-Event auf dem Theaterplatz zu sehen sein. Dabei werden die altehrwürdigen Gebäude fast von selbst zur imposanten Kulisse für die unterhaltsame Geschichte um das Blumenmädchen Eliza Doolittle. In der Inszenierung von Musicalspezialist Erik Petersen sind beliebte Solisten der Chemnitzer Oper wie Katharina Boschmann und Franziska Krötenheerdt als Eliza, Matthias Winter als Professor Higgins, Sylvia Schramm-Heilfort als Mrs. Pearce sowie Andreas Kindschuh als Oberst Pickering zu erleben. Die bekannte Schauspielerin und Chansonnière Dorit Gäbler, die als Elevin im hiesigen Opernhaus die Eliza spielte und seit vielen Jahren als gefragte Entertainerin sowie Sängerin mit eigener Band in ganz Deutschland gastiert, kehrt nun als Mrs. Higgins nach Chemnitz zurück. In der Paraderolle des Alfred Doolittle stellt sich Nik Breidenbach erstmalig den Chemnitzer Musical-Fans vor. Er begann seine Karriere bei Produktionen wie „Elisabeth“ und „Tanz der Vampire“, gehörte zwischen 2007 und 2009 zur Besetzung der erfolgreichen Fernsehserie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ und steht derzeit vor allem in Hamburg auf der Bühne.

Die Geschichte Eliza Doolittle, ein Blumenmädchen mit Herz und Verstand, fällt dem Sprachforscher Henry Higgins durch ihren ordinären Dialekt auf. Er schließt mit seinem Freund Oberst Pickering eine Wette ab, in der es darum geht, binnen weniger Wochen aus der, wie Higgins sagt, „Rinnsteinpflanze“ Eliza eine Grande Dame werden zu lassen. Womit Higgins allerdings nicht gerechnet hat, ist, dass neben dem „dienstlichen“ Verhältnis zu Eliza plötzlich auch die Liebe eine große Rolle spielt.

Der Urheber der Geschichte Die Geschichte, die die beiden Musical-Autoren Alan Jay Lerner und Frederick Loewe für ihr Musical My Fair Lady benutzten, beruht auf dem Schauspiel Pygmalion des Iren George Bernard Shaw. Geboren 1856 in Dublin, wuchs er in einem Elternhaus auf, in dem der Vater trank und sich die Mutter mehr der Musik als ihren Kindern widmete. Mit kindlichem Spürsinn gewann der Junge dieser häuslichen Situation trotz allem Wesentliches für seine eigene Entwicklung ab: Vom Vater schaute er sich den skurrilen Sinn für Komik ab, von der Mutter die Liebe zur Musik. Mit 18 Jahren übersiedelte Shaw nach London, um Maler oder Opernsänger oder am liebsten beides zu werden. Viel Schulwissen besaß er nicht, konnte dafür aber die Hauptwerke von Händel, Haydn, Mozart, Beethoven und Rossini, Bellini, Donizetti und Verdi auswendig. Um seine Bildung zu vervollkommnen, las er täglich im Lesesaal des Britischen Museums abwechselnd Wagners „Tristan“-Partitur und Gabriel Devilles Abriss des „Kapitals“. Er wurde vor allem als Musikkritiker berühmt und schrieb unter dem Pseudonym Corno di Bassetto Rezensionen, die sich durch ihren saloppen Stil vom Üblichen unterschieden. Ein ganzer Teil seiner Schriften war den Werken Richard Wagners gewidmet, dessen Kompositionen er schätzte, im Gegensatz zum Großteil des Londoner Publikums. Sein eigentliches Bestreben galt aber dem Schreiben eigener Theaterstücke. Pygmalion wurde 1914 in London uraufgeführt. George Bernard Shaw war ein Mann, der sich seiner Wirkung auf Frauen durchaus bewusst war. Zwar heiratete er 42jährig, allerdings hinderte ihn das nicht daran, sich mehrfach und heftig in andere Frauen zu verlieben. Die damals berühmte Schauspielerin Stella Patrick Campbell inspirierte ihn zu seiner Eliza in Pygmalion und spielte diese auch (47jährig!) in der Uraufführung.

Musikalische Leitung: Jakob Brenner, Inszenierung: Erik Petersen, Choreografie: Sabine Arthold, Bühne: Sam Madwar, Kostüme: Lukas Waßmann

Mit: Katharina Boschmann / Franziska Krötenheerdt (Eliza Doolittle), Matthias Winter (Henry Higgins), Andreas Kindschuh (Oberst Pickering), Nik Breidenbach (Alfred P. Doolittle), Dorit Gäbler (Mrs. Higgins), Sylvia Schramm-Heilfort (Mrs. Pearce), Hubert Walawski (Freddy Eynsford-Hill), André Riemer (Harry), Thomas Mäthger (Jamie), Monika Straube (Lady Boxington / Mrs. Hopkins), Jürgen Mutze (Lord Boxington);
Opernchor und Ballett Chemnitz; Robert-Schumann-Philharmonie
Open-Air-Event auf dem Theaterplatz mit prominenten Gästen


Das Musical

Alan Jay Lerner und Frederick Loewe lernten sich 1942 in New York kennen. Der Komponist Loewe sprach den um vierzehn Jahre jüngeren Textdichter Lerner in einem Künstlerklub an und schlug ihm vor, zusammen ein Musical zu schreiben. Im Unterschied zu Loewe, der bereits auf ein Leben voller Höhepunkte und Enttäuschungen zurückblicken konnte, hatte Alan Jay Lerner noch nicht besonders viel geleistet und betrachtete aufgrund seiner gut situierten Familie die Welt grundsätzlich aus der Perspektive der oberen Zehntausend.

Frederick Loewe dagegen kannte sie aus allen Blickwinkeln. Als Sohn eines Wiener Operettentenors wurde er zehnjährig in Berlin Schüler Eugen d’Alberts und studierte bei Ferruccio Busoni. 1924 folgte er seinem Vater auf eine Amerikatournee und beschloss, in den Vereinigten Staaten zu bleiben. Doch sein in Berlin erfolgreicher Schlager-Stil war nichts für Amerika. Der Durchbruch kam erst, als er sich mit Lerner aufmachte, Shaws „Pygmalion“ zu vertonen. Dabei hatte es Shaw zu Lebzeiten mehrfach abgelehnt, sein Stück auf der Musik-Bühne zu sehen. Erst nach seinem Tod gelang es dem amerikanischen Produzenten Gabriel Pascal bei Shaws Erben die gewünschte Genehmigung zu erhalten und das Team Lerner/Loewe für die Realisierung zu verpflichten. Die Uraufführung am 15. März 1956 im Mark-Hellinger-Theatre am Broadway in New York wurde ein großer Erfolg, auf über 2700 Vorstellungen brachte es die „Lady“ allein an diesem Haus. Die hinreißenden Dialoge und Evergreens wie „Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen“ und „Mit ’nem kleenen Stückchen Glück“ oder „Hei, heute Morgen mach’ ich Hochzeit“ sind der Grund, warum „My Fair Lady“ zu den erfolgreichsten Musicals der Welt gehört.

My Fair Lady“ in Chemnitz Auch das Chemnitzer Publikum liebt „My Fair Lady“. Erstmalig stand das Werk hier ab 1967 auf dem Spielplan. Als Eliza debütierte Dorit Gäbler, die damals als Elevin zum Schauspielensemble gehörte und nun, 50 Jahre später, als Mrs. Higgins auf die Chemnitzer Bretter zurückkehrt. Ab 1991 war „My Fair Lady“ fast ununterbrochen in zwei Inszenierungen von Michael Heinicke zu erleben. Viele Jahre davon spielte Sylvia Schramm-Heilfort die Berliner Göre, bevor sie nun als Mrs. Pearce ihre Eliza-Erfahrungen in eine neue Rolle einbringt. So stehen am Ende mit den beiden aktuellen Elizas drei Generationen dieser Rolle auf der Bühne.

Mit der Neuproduktion dieses Musical-Klassikers möchte die Oper Chemnitz eine Musical-Open-Air-Tradition begründen; so wird im Sommer 2018 das Musical „Hair“ folgen. Für „My Fair Lady“ konnte mit dem Team um den jungen Regisseur Erik Petersen ein Team verpflichtet werden, das sich dem Klassiker mit frischem Schwung nähert und bewusst die ideale Lage des Spielortes vor dem Opernhaus benutzt. Wo sonst könnte man zum Beispiel den Stückbeginn so authentisch zeigen: Eliza wartet auf die Besucher einer Opernvorstellung, um ihnen auf dem Nachhauseweg Veilchensträuße zu verkaufen. Oder die Petrikirche nebenan: Doolittles Unbehagen vor dem Kirchgang zu seiner Hochzeit erhält in „Hey, heute Morgen mach‘ ich Hochzeit“ spielerische Nähe. Ein spektakulär verwandelbares Bühnenbild sorgt für die verschiedenen Spielräume und gibt wahlweise den Blick auf das imposante Chemnitzer Opernhaus frei.

Gastronomie Das Sommer-Open-Air bietet nicht nur musikalische, sondern auch kulinarische Köstlichkeiten – eine eigene Theaterplatz-Gastronomie wird das Publikum mit sommerlich kühlen Getränken und pikanten Häppchen verwöhnen. Zum Genießen und Verweilen vor und nach der Vorstellung laden außerdem die Terrasse des benachbarten Opera Restaurants des Chemnitzer Hofes, das Scala Restaurant des Hotels an der Oper und das Restaurant Heck-Art ein. Egal wo, für das leibliche Wohl ist in jedem Fall bestens gesorgt.


Das Inszenierungsteam
Jakob Brenner (Musikalische Leitung) geboren in Regensburg, studierte an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine musikalische Bandbreite hat er in zahlreichen Kursen erweitert. Von 2013 bis 2016 war er Musikalischer Leiter am Theater der Altmark in Stendal mit Dirigaten in Operette und Musical. Zudem begleitete er Liederabende und komponierte Schauspielmusiken. Seit der Spielzeit 2016/2017 ist er als Repetitor mit Dirigierverpflichtung / Piano Conductor an der Oper Chemnitz engagiert, wo er bisher u. a. „Flashdance – Das Musical“ und „Das scharlachrote Siegel“ leitete.

Erik Petersen (Inszenierung) sammelte Theater- und Regieerfahrungen u. a. als Regieassistent und Abendspielleiter bei den Bad Hersfelder Festspielen und an der Oper Dortmund, wo er mit Regisseuren wie Matthias Davids, Stefan Huber, Jens-Daniel Herzog, Mariame Clement und Gil Mehmert zusammengearbeitet hat. Bei den Magdeburger Domfestspielen 2013 war er als Co-Regisseur für „Les Misérables“ engagiert, bei den Bad Hersfelder Festspielen 2015 in gleicher Funktion bei „Cabaret“. Darüber hinaus ist es Erik Petersen in den vergangenen drei Jahren gelungen, mit eigenen Inszenierungen auf sich aufmerksam machen: Für die Oper Dortmund inszenierte er „La Cenerentola“ sowie „Hänsel und Gretel“, für das Staatstheater Oldenburg „Evita“, für die Oper Bonn „Der kleine Horrorladen“ und für das Theater Magdeburg „Crazy for You“. Im Sommer 2016 hat er für das DomplatzOpenAir des Theaters Magdeburg das Musical „Hair“ inszeniert.

Sabine Arthold (Choreografie)geboren in Wien, studierte Tanz in Wien, London und New York und absolvierte ihre Ausbildung zur Musicaldarstellerin am Performing Center Austria in Wien. Es folgte eine künstlerische Karriere im tänzerischen und gesanglichen Bereich im In- und Ausland. An der Wiener Performing Academy ist sie seit einigen Jahren erfolgreich als Choreografin, Dozentin und Künstlerische Leiterin tätig. Als Choreografin zeichnete sie sowohl für zahlreiche Shows und Events als auch für erfolgreiche Produktionen verantwortlich. Am Staatstheater Darmstadt übernahm sie 2016 die Choreografie für „Evita“. Im Sommer 2017 erarbeitet sie die Choreografie für „Zorro“ (Musicalsommer Winzendorf).

Sam Madwar (Bühnenbild) ist Darsteller, Autor, Regisseur, Übersetzer, Licht- und Projektionsdesigner, hauptsächlich aber Bühnenbildner, bevorzugt für Musiktheater. Er schuf an der Wiener Volksoper überaus erfolgreich die Ausstattungen für „Frau Luna“, „Guys and Dolls“, „Hello, Dolly!“ und zuletzt für „Axel an der Himmelstür“. Mehrfach war er an der Bühne Baden zu Gast, außerdem u. a. am Theater der Jugend Wien, am Hamburger Schmidt Theater sowie am Berliner Theater am Kurfürstendamm. Sein Fantasy-Bühnenbild für das Musical „Die 13 1/2 Leben des Käpt‘n Blaubär“, 2006 in Köln uraufgeführt, war auf großer Tour durch Deutschland. Das Bühnenbild für „Shrek“ ging nach der Premiere in Düsseldorf auf Tournee durch die Schweiz und nach Wien, derzeit ist eine neue „Shrek“-Produktion in seiner Ausstattung auf Welttournee. Weitere Arbeiten in Österreich führten ihn ans Stadttheater Klagenfurt, an die Stadthalle Wien, zum Musicalfestival Graz, an die Kammerspiele Wien, das Stadttheater Mödling/Scala Wien sowie zum Theatersommer Haag, zu den Wachaufestspiele Weißenkirchen u.v.m.

Lukas Waßmann (Kostüme) studierte Kostümbild an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Hamburg. Ein Auslandssemester absolvierte er an der California State University in Long Beach, Kalifornien. Zu seinen Projekten zählen neben zahlreichen Kurzfilmen und Opernassistenzen Produktionen im Schauspiel und im Musiktheater, u. a. „Romeo und Julia“, „Glaube Liebe Hoffnung“ von Gunnur Schlüter, aber auch „Die Suche nach dem blauen Klang“ von Aileen Schneider, mit der er beim Projekt „Chopin im Spiegel“ das Masefield Stipendium gewann. Außerdem hat er für das Musik- und Tanzprojekt „Amazonia“ der Philharmonie Luxembourg das Kostüm- und Bühnenbild entworfen. Dem Kostüm- und Bühnenbildner Reinhard von der Thannen assistierte Lukas Waßmann 2014 an der Oper Zürich bei der Uraufführung „Rote Laterne“ und 2016 bei den Salzburger Festspielen für die Oper „Faust“.


In den Hauptrollen (Auswahl)

Katharina Boschmann (Eliza) studierte Gesang an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ Weimar. Von 2013 bis zum Sommer 2016 war sie am Theater Nordhausen engagiert und konnte sich bereits ein breitgefächertes Repertoire in Oper, Operette und Musical erarbeiten. Sie war Gast am Deutschen Nationaltheater Weimar, bei den Schlossfestspielen Sondershausen und am Goethe-Theater Bad Lauchstädt, wo sie als Anna in Scarlattis „Didone Delirante“ debütierte und an der Ersteinspielung dieser Oper gemeinsam mit dem Bayerischen Rundfunk beteiligt war. Seit Beginn der Spielzeit 2016/2017 gehört sie zum Solistenensemble der Oper Chemnitz und ist u. a. als Juliette Vermont in Franz Lehárs „Der Graf von Luxemburg“, als Almirena in Händels „Rinaldo“ sowie als Sand- und Taumännchen in „Hänsel und Gretel“ zu erleben.

Franziska Krötenheerdt (Eliza) studierte ebenfalls Gesang an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ Weimar. 2010 erhielt sie ein Engagement am Theater Erfurt und sang u. a. Adele in einer Inszenierung von Katharina Thalbach, eine Zusammenarbeit, die sich 2011 mit der Papagena bei den Seefestspielen Berlin fortsetzte. Es folgten Festengagements am Theater Vorpommern und am Stadttheater Bremerhaven, wo sie Partien wie Ilia, Zerlina, Gretchen, Ännchen, Eliza und Maria („West Side Story“) sang. Seit 2014 gehört die vielseitige Sopranistin zum Solistenensemble der Oper Chemnitz, wo sie u. a. bereits als Clorinda, Ghita, Gretel sowie zuletzt als Susanna in „Die Hochzeit des Figaro“ zu erleben war.

Matthias Winter (Henry Higgins) wurde nach dem Gesangsstudium in Leipzig am Theater Gera engagiert. Dort gestaltete er zahlreiche große Bariton-Partien, führte Regie bei Werken aller Bühnengenres und war für Konzept und Inszenierung mehrerer Theaterbälle verantwortlich. Seit 2001 ist er an der Oper Chemnitz engagiert. Hier sang er u. a. Faninal, Heerrufer, Kothner, Vater („Hänsel und Gretel“), Don Magnifico („La Cenerentola“), Geppetto („Pinocchios Abenteuer“), Zar, Onegin, Graf Tomsky, Javert, Doolittle, Tewje, Danilo und inszenierte die Operette „Die Csárdásfürstin“ sowie mehrere erfolgreiche Musicals, darunter „FMA – Falco Meets Amadeus“, „West Side Story“, „Evita“ und Elton Johns „Aida“. Darüber hinaus ist er seit 2001 als Dozent für Dramatischen Unterricht an der Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy in Leipzig tätig.

Dorit Gäbler (Mrs. Higgins) kehrt mit der Rolle der Mrs. Higgins an den Ort ihres Karrierestarts zurück: 1967 eroberte sie im damaligen Karl-Marx-Stadt als Eliza Doolittle die Herzen des Publikums. Erst ein Jahr zuvor hatte die junge Schauspielerin ihr Studium an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin erfolgreich beendet und war im hiesigen Ensemble als Elevin engagiert worden. Die Beschäftigung mit der Musik sollte fortan ein wesentlicher Teil ihres Berufes werden. Zunächst aber wechselte sie 1968 ans Staatsschauspiel Dresden, wo sie fast zwölf Jahre lang engagiert war. Danach fand sie ebenso erfolgreich ihren Weg als freischaffende Unterhaltungskünstlerin. Unter anderem hat sie in mehr als 30 Filmen mitgewirkt und mehrfach die Fernsehshow „Ein Kessel Buntes“ moderiert. Ihre Vielseitigkeit stellte sie auch als gefragte Chanson-Interpretin und Sängerin mit eigener Band und eigenen Songs unter Beweis. Seit geraumer Zeit ist sie wieder regelmäßig im Theater zu erleben. So spielte sie in der Komödie am Kurfürstendamm, an der Komödie Dresden, an „Köfers Komödiantenbühne“ und ist mit Soloprogrammen unterwegs. Im Juli 2016 hat sie an der Theaternative Cottbus mit großem Erfolg das Ein-Personen-Stück „Verliebt Verlobt Verschwunden“ von Stefan Vögel herausgebracht, für das sie auch die Musik schrieb. Mit dieser Produktion sind für 2017 Gastspiele an verschiedenen Theatern geplant.

Nik Breidenbach (Alfred P. Doolittle) ist erstmalig am Theater Chemnitz zu Gast und kommt auch zum ersten Mal mit „My Fair Lady“ in Berührung. Dabei hat das Genre Musical in seiner Karriere bereits eine große Rolle gespielt. Nach seiner Ausbildung im Tanz-, Gesangs-, und Schauspielstudio Theater an der Wien spielte er in zahlreichen Musicalproduktionen, u. a. Kaiser Franz-Joseph in „Elisabeth“ am Theater an der Wien, Conférencier in „Cabaret“ im Capitol Theater Düsseldorf und Lumière in „Disney‘s Die Schöne und das Biest“ in Stuttgart. Bei der Uraufführung von „Tanz der Vampire“ in Wien unter der Regie von Roman Polanski übernahm er die Erstbesetzung des Herbert. Fans von „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“ ist er in der Rolle des Alexander Cöster in Erinnerung, die er von 2007 bis 2009 spielte. In den letzten Jahren hat er sich mehr der Schauspielbühne zugewandt. So war er in Berlin mehrfach am Theater am Kurfürstendamm zu erleben. In Hamburg spielte er diverse Rollen am St. Pauli Theater, in Schmidts Tivoli (u. a. in „Heiße Ecke – Das St. Pauli-Musical“), am Altonaer Theater sowie am Thalia Theater. Im Schmidt Theater war er in der Uraufführung des Soloprogramms „Cavequeen“ zu sehen, außerdem mit Carolin Fortenbacher in „Oh Alpenglühn“ und in „Entführung aus dem Paradies“. Nik Breidenbachs aktueller Solo-Abend „Gaaanz ruhig“, welcher vor kurzem im Schmittchen Theater Hamburg Premiere hatte, ist sein erstes selbstgeschriebenes Stück.

Pressemeldung Theater Chemnitz

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