Dortmund, Oper Dortmund, Trauer um Generalintendant Horst Fechner, IOCO Aktuell, 23.04.2017

pic25423

Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Trauer um ex –  Generalintendanten Horst Fechner

Das Theater Dortmund und der Kulturdezernent der Stadt Dortmund, Jörg Stüdemann, trauern um den langjährigen Generalintendanten Horst Fechner. Fechner, der in der Zeit von 1985 bis 1995 eine Theaterära in Dortmund prägte, verstarb am  17.April 2017  im Alter von 89 Jahren.

Mit Horst Fechner verliert das Theater Dortmund nicht nur einen seiner prägenden Generalintendanten und ein verdienstvolles Ehrenmitglied, sondern auch einen hervorragenden Manager-Intendanten, der zehn Jahre die Geschicke des damaligen Drei-Sparten-Hauses leitete. Als Fechner 1985 die Leitung des Theater Dortmund übernahm, ging ihm bereits der Ruf eines erfolgreichen Theatersanierers voraus, was er an den Theatern Coburg und Kiel bewiesen hatte. In den Jahren 1992 bis 1994 verzeichnete das Theater Dortmund die höchste Auslastung in ganz Deutschland.

Aber auch künstlerisch profilierte Fechner das Dortmunder Theater überregional. So überzeugte sein Spielplan mit den drei Schwerpunkten eines Mozart-Zyklus, den Musikdramen von Richard Wagner und den Opern von Richard Strauss. Daneben pflege er die großen italienischen Opern von Verdi, Puccini, Bellini und Rossini, aber auch Werke des 20. Jahrhunderts. So bewies Fechner künstlerischen Mut, indem er 13 Ur- oder Erstaufführungen auf den Opernspielplan setzte. Neben BROT UND SPIELE von Günther Wiesemann, DIE LETZTE REISE DES EDGAR ALLEN POE von Dominick Argento, Udo Zimmermanns DIE WEISSE ROSE war auch SEKUNDEN UND JAHRE DES CASPER HAUSER von Reinard Febel im Dortmunder Opernhaus zu sehen. Die klassische Moderne war mit KÖNIG ROGER von Karol Szymanowski, WOZZECK von Alban Berg, DIE LIEBE ZU DEN DREI ORANGEN von Sergej Prokofjew sowie AUFSTIEG UND FALL DER STADT MAHAGONNY von Bertolt Brecht und Kurt Weill vertreten.

Fechner, der selbst als Sänger ausgebildet wurde, legte großen Wert auf die Verpflichtung eines Ensembles, mit dem er seinen Spielplan weitgehend eigenständig bewältigen konnte. So verstand er es, jungen Sängern das Umfeld und die Sicherheit zu geben, in dem diese sich behutsam entwickeln konnten. Gleichzeitig gab Fechner seinen Sängern die Möglichkeit, andernorts zu gastieren und eröffnete somit einigen Sängerinnen und Sängern aus Dortmund den Start in bedeutende Karrieren, wie z.B. Waltraud Meier, Jane Henschel, Franz-Josef Kapellmann, Oskar Hillebrandt, Petra Lang, Jukka Rasilainen, Johannes Martin Kränzle oder Alexander Marco-Buhrmester. Zum Tode von Horst Fechner sagt Bettina Pesch, Geschäftsführende Direktorin des Theater Dortmund: Horst Fechner prägte mit seinem Oberspielleiter Heinz Lukas-Kindermann eine Theaterära in Dortmund. Mit seiner ruhigen und auf Ausgleich bedachten Art ermöglichte er nach unruhigen Interimszeiten eine glückliche und erfolgreiche Zeit des Neuaufbaus am Theater Dortmund. Mit Horst Fechner verliert das Theater Dortmund einen ausgezeichneten Theatermann, der sich als Ermöglicher sowie als Kultur- und Künstlerförderer auszeichnete.“

Opernintendant Jens-Daniel Herzog erinnert an seinen Vorgänger: „Horst Fechner war einer, der sich nicht in den Vordergrund spielte, sondern unaufgeregt der großen Sache diente: modernes Theater von hoher musikalischer und szenischer Qualität zu machen. Ich danke Horst Fechner für viele spannende Gespräche, in denen er mir wichtige Ratschläge gab und bis zuletzt ein großes Interesse an ‚seinem‘ Dortmunder Theater zeigte.“

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Trauer um Manfred Jung, 14.04.2017

logo_dor2.jpg

Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein trauert um Manfred Jung

Der große Wagnertenor starb Karfreitag, den 14. April 2017 in Essen. Von 1976 bis 1988 sang er an der Deutschen Oper am Rhein alle wichtigen Partien seines Fachs.

Kammersänger Manfred Jung ist am Karfreitag, 14. April 2017 nach langer, schwerer Krankheit in Essen verstorben. Als junger Heldentenor wurde er 1976 nach einem Gastengagement als Loge in Wagners Rheingold vom damaligen Intendanten Prof. Dr. Grischa Barfuß an die Deutsche Oper am Rhein engagiert und sang hier bis 1988 alle großen Rollen des Heldentenorfachs, darunter vor allem jene Wagner-Partien, die in den Folgejahren seine Weltkarriere prägen sollten: Siegmund, Siegfried, Tristan und Walther von Stolzing. Von der Deutschen Oper am Rhein aus gastierte er international u. a. an der New Yorker Carnegie Hall, später in der Metropolitan Opera sowie in der Mailänder Scala und der Wiener Staatsoper, um nur wenige zu nennen.

Bereits 1977 wurde Manfred Jung von Wolfgang Wagner als Siegfried in Patrice Chereaus „Jahrhundert-Ring“ unter Pierre Boulez bei den Bayreuther Festspielen engagiert und war in den folgenden 20 Jahren stets gern gesehener Gast auf dem Grünen Hügel. Für die Video-Aufzeichnung des Rings erhielt er auch den begehrten Grammy-Award. Seit 1989 war Manfred Jung auch als Dirigent tätig und widmete sich seit 2006 im Rahmen der von ihm gegründeten „Junge Musiker Stiftung“ mit Sitz in Bayreuth der Förderung des Sängernachwuchses.

Manfred Jungs strahlende Stimme sowie seine enorme Bühnenpräsenz bleiben unvergessen. Er erlebte seine Rollen und war dadurch überzeugend und authentisch in seiner Darstellung. Als Starkstrom-Elektriker und Beleuchter am Theater Essen ausgebildet, verlor der in Oberhausen geborene Manfred Jung nie die Boden­haftung und war als humorvoller und zuverlässiger Kollege beliebt. Sein Intendant Grischa Barfuß sagte über ihn: „Er war ein außergewöhnlich beliebter Sänger beim Publikum. Er hatte nie Starallüren, er war einfach Manfred Jung und das Publikum hat ihn als Manfred Jung akzeptiert.“  PMDOR

Deutsche Oper am Rhein  – Karten Hier:
Karten Kaufen

Leipzig, Oper Leipzig, Premiere Prinzessin Nofretete, 25.03.2017

März 22, 2017  
Veröffentlicht unter Oper Leipzig, Personalie, Premieren, Pressemeldung

Oper Leipzig

Oper Leipzig / Prinzessin Nofretete - Nico Dostal © Kirsten Nijhof

Oper Leipzig / Prinzessin Nofretete – Nico Dostal © Kirsten Nijhof

ARCHÄOLOGENOPERETTE – OPERETTENARCHÄOLOGIE
Prinzessin Nofretete von Nico Dostals

Prinzessin Nofretete: Premiere am 26. März, weitere Vorstellungen 1., 2., 4., 15., 16., 29., 30. April / 6., 16., 30. Juni / 1. Juli 2017

Nach nunmehr 80 Jahren präsentiert die Musikalische Komödie am Samstag, 25. März, 19 Uhr mit Nico Dostals Operette Prinzessin Nofretete ein Entdeckung  dem Publikum. Das lange verschollen geglaubte Werk wurde 1936 am Kölner Opernhaus zuletzt gespielt und verschwand in den Wirren des Nationalsozialismus von den Spielplänen und aus den Archiven. Geschickte musikalische Archäologen haben das Notenmaterial Stück für Stück zusammengesetzt, so dass die Operette jetzt wieder spielbar ist.

Nico Dostals Operetten bestechen durch ihre reiche Instrumentation und Klangsinnlichkeit in Verbindung mit den Rhythmen der 20er und 30er Jahre. Schillernde Frauenfiguren stehen bei ihm  im Mittelpunkt der Werke des Operetten- und Filmkomponisten. Der besondere Reiz von Prinzessin Nofretete liegt in dem für eine Operette etwas ungewöhnlichen Sujet Ägypten.

Das Regieteam um die Operndirektorin Franziska Severin, greift die Anfänge des Pauschaltourismus auf und  nimmt den Zuschauer mit auf eine Ägypten-Expedition. Gemeinsam mit dem legendären britischen Archäologen Lord Callagan (Patrick Rohbeck) gehen die Besucher dem Geheimnis der Pharaonentochter Nofretete (Lilli Wünscher) auf die Spur, die sich einst gegen den Willen ihres Vaters in einen einfachen Offizier (Radoslaw Rydlewski) verliebt hatte. Dostals Ägypten-Operette ist nicht nur ein Vergnügen für Hobbyarchäologen, sondern vor allem für Freunde großer Ausstattung, skurrilem Humor, schmissiger Melodien und ausgesprochen ägyptischen Tanzeinlagen.

Oper Leipzig / Prinzessin Nofretete - Nico Dostal © Kirsten Nijhof

Oper Leipzig / Prinzessin Nofretete – Nico Dostal © Kirsten Nijhof

Nach ersten Erfolgen mit Schlagern komponierte Nico Dostal mehrere Operetten. Clivia verhalf ihm 1933 zum Durchbruch. Sie wurde an über 90 Bühnen in Deutschland nachgespielt. Es folgen u.a.  Monika, Die ungarische Hochzeit und natürlich Prinzessin Nofretete.

Auch als Filmkomponist konnte sich Dostal hervortun. Er schrieb die Musik für Kaiserwalzer mit Marta Eggert, 13 Stühle mit Heinz Rühmann, Fiakerlied mit Paul Hörbiger, Die Geierwally mit Heidemarie Hatheyer und Glück bei Frauen mit Johannes Heesters.

Prinzessin Nofretete: Premiere am 26. März, weitere Vorstellungen 1., 2., 4., 15., 16., 29., 30. April / 6., 16., 30. Juni / 1. Juli 2017

Oper Leipzig – Alle Karten Hier :
Karten Kaufen

Weimar, Deutsches Nationaltheater, Stefan Lano neuer 1. Kapellmeister, IOCO Aktuell, 20.03.2017

Deutsches Nationaltheater Weimar

Deutsches Nationaltheater Weimar © Ricarda Porzelt

Deutsches Nationaltheater Weimar © Ricarda Porzelt

  Stefan Lano – 1. Kapellmeister – Herbst 2017

 Stefan Lano © Adriano Biondo

Stefan Lano © Adriano Biondo

Der aus den USA stammende Dirigent und Komponist Stefan Lano (65) wird 1. Kapellmeister des Deutschen Nationaltheaters (DNT) und der Staatskapelle Weimar. Er übernimmt die Position, die seit dem unerwarteten Tod von Martin Hoff Ende August 2016 vakant war, zum Beginn der Spielzeit 2017/18 für zunächst 3 Jahre.

„Stefan Lano ist ein international anerkannter und erfahrener Künstler. Seine integrative Arbeitsweise und seine musikalische Versiertheit empfinde ich als großen Gewinn für unsere Staatskapelle, unser Opernensemble und unsere Arbeit in Weimar insgesamt.“ unterstreicht Generalintendant Hasko Weber diese personelle Entscheidung. „Mit GMD Kirill Karabits, Stefan Lano als 1. und Dominik Beykirch als 2. Kapellmeister verfügen wir damit über ein hervorragendes musikalisches Leitungsteam mit breit gefächerten Kompetenzen.“
 
Seit fast 30 Jahren überzeugt Stefan Lano weltweit sowohl im Konzertbereich als auch in der Oper mit ausdrucksstarken, leidenschaftlichen Interpretationen, für die er mehrfach ausgezeichnet wurde. Dabei hat er sich insbesondere als viel gefragter Dirigent von Werken des Fin-de-Siecle und zeitgenössischer Musik, darunter zahlreiche Ur- und Erstaufführungen, etabliert. Von 2005 bis 2008 war Lano Generalmusikdirektor des Teatro Colón in Buenos Aires, dem er seit der ersten Zusammenarbeit 1993 bis heute eng verbunden ist. Von 2012 bis 2015 leitete er als Chefdirigent das National Symphony Orchestra von Urugay. Gastengagements führten ihn an renommierte Opernhäuser wie die Metropolitan Opera New York, die San Francisco Opera, die Dresdner Semperoper, die Hamburger Staatsoper, die Göteborger Oper und die Litauische Nationaloper. Zudem arbeitete er mit zahlreichen Orchestern in Europa, den USA und Südamerika zusammen. Seit 1995 lebt er in Basel und hat seit 2010 die Schweizer Staatsbürgerschaft.

Anfang des Jahres war Stefan Lano drei Wochen vor der Premiere am DNT als Musikalischer Leiter der Neuproduktion von Alban Bergs Oper „Lulu“ eingesprungen. Nach dieser erstmaligen Zusammenarbeit mit der Staatskapelle Weimar und dem Ensemble des DNT hatte auch er sich als einer von insgesamt 160 Dirigenten, von denen 15 zum Vordirigat eingeladen wurden, auf die ausgeschriebene Stelle des 1. Kapellmeisters beworben:

 Goethe Schiller Denkmal vor dem DNT © Hartmut Gallée

Goethe Schiller Denkmal vor dem DNT © Hartmut Gallée

„Ausgerechnet ‚Lulu‘ zu dirigieren als erste Arbeit mit einem noch unvertrauten Orchester, ist keine leichte Unternehmung. Doch bereits während der ersten Probe wurde mir klar, vor was für einem außerordentlichen, hochkarätigen Orchester ich stand“, erinnert sich Stefan Lano an seine erste Begegnung mit der Staatskapelle Weimar. „Dazu spürte ich eine kollegiale Sympathie und Sinn für Humor, und mir kam der Gedanke, dass ich sehr gern mit diesem Orchester weiter arbeiten möchte. Gleichzeitig begegnete ich einem hervorragenden Sänger-Ensemble, unterstützt von sympathischen und begabten Repetitoren, und einem Theater-Team, von dem ich nur denken konnte: es lebe die gute deutsche Theater-Tradition! Daher freue ich mich sehr über meine Anstellung und die damit verbundenen Aufgaben der kommenden Jahre in Weimar.“

In der Spielzeit 2017/18 wird Stefan Lano am DNT Weimar die Uraufführung des Auftragswerks Das versunkene Schiff des Zauberers von Lin Wang (Premiere: 21.10.2017) und die Neuproduktion von Verdis Oper Ein Maskenball (Premiere: 2.6.2018) musikalisch leiten. Zudem übernimmt er aus dem laufenden Repertoire die Dirigate des Fidelio und der Zauberflöte. Bereits am 8./9. Oktober 2017 stellt er sich dem Publikum mit Werken von Maurice Ravel, Edouard Lalo und Arnold Schönberg auch im Sinfoniekonzert der Staatskapelle Weimar vor.

In der aktuellen Saison gibt es unter seiner Leitung noch vier weitere Vorstellungen der „Lulu“, die nächste bereits diesen Sonntag,  19. März, danach wieder am 6.4., 21.4. und zum letzten Mal am 12.5.2017. Und auch im Familienkonzert Ali Baba und die 40 Streicher am 2. April, 16 Uhr im Großen Haus kann man Stefan Lano am Pult der Staatskapelle Weimar erleben. PMDNT

Nächste Seite »