Hamburg, Aloisia Dauer und Sergiu Saplacan im Gespräch, IOCO Interview, 15.05.2017

Hamburg / Hamburgische Staatsoper © IOCO

Hamburg / Hamburgische Staatsoper © IOCO

 Das Musikerpaar Aloisia Dauer und Sergiu Saplacan

Patrik Klein, IOCO Korrespondent, im Gespräch:

IOCO Kultur im Netz veröffentlicht häufig und gern Gespräche mit Künstlern und Kulturmanagern. Patrik Klein, IOCO Korrespondent, sprach am 12.5.2017 im Hamburg mit dem Musikerpaar Aloisia Dauer und Sergiu Saplacan über ihren Lebensweg wie ihre Erfahrungen  an der Staatsoper Hamburg.

IOCO Interview / Aloisia Dauer, Sergiu Saplacan, Patrik Klein rechts © Patrik Klein

IOCO Interview / Aloisia Dauer, Sergiu Saplacan, Patrik Klein rechts © Patrik Klein

IOCO: Liebe Aloisia, lieber Sergiu, nach längerer Pause hat es Euch wieder nach Hamburg verschlagen. Was treibt Euch in die schöne Hansestadt?

Sergiu: Ich bin wieder hier in Hamburg für ein Engagement an der Hamburgischen Staatsoper in Borodins Fürst Igor. Das ist die Rolle des Owlurs, die ich damals in meiner Opernstudiozeit von 2012 bis 2014 bereits verkörpern durfte. Das war meine erste Rolle in einem großen Opernhaus und mein erster Kontakt mit Hamburg, an den ich mich sehr gerne erinnere.
Aloisia: Mein Besuch in Hamburg ist dieses Mal rein privater Natur, denn ich habe ein paar freie Tage genutzt, um ausschließlich zum gemeinsamen Genuß mit Sergiu und Freunden eine kleine Auszeit zu nehmen. Aber ich durfte auch schon im Hamburg im Rahmen des Mendelssohn Summer School Festivals konzertieren.

IOCO: Wie darf man sich das musikalische Leben in einer Musikerfamilie mit Geigerin und Tenor vorstellen?
Aloisia: Damit es gut funktioniert, brauchen wir ein hohes Maß an Organisation und Disziplin, um die vielen Termine zu koordinieren und gemeinsame freie Zeiten zu finden. In einer Künstlerbeziehung ist das für uns ganz wichtig, dass wir die Engagements und Zeiten, wo wir uns nicht sehen, genau besprechen, Prioritäten setzen und gemeinsame Entscheidungen treffen. Es kommt vor, dass wir uns einige Wochen überhaupt nicht sehen. Das ist nicht immer einfach, wie zum Beispiel im letzten Monat, wo ich in Süddeutschland viel beschäftigt war. Zu der Zeit sang Sergiu an der Staatsoper Berlin und war für mehrere Wochen nicht zu Hause. Aber man freut sich dann umso mehr über die gemeinsamen Zeiten. Da wir uns seit mehr als zehn Jahren kennen und eine stabile Beziehung sich entwickeln konnte, läuft das sehr gut.
Sergiu: Ich glaube, dass unsere Beziehung auch deswegen so gut funktioniert, weil wir in zwei unterschiedlichen musikalischen Bereichen tätig sind und darüber bin ich froh. Das ist eine schöne Kombination. Wir können viel voneinander lernen und unterstützen uns gegenseitig. Musik verbindet uns, aber wir haben auch andere Gemeinsamkeiten, wie zum Beispiel Sport und natürlich unsere Leidenschaft für Weine.
Aloisia: Ja stimmt. Es ist für uns Entspannung, wenn Sergiu in meine Konzerte kommt und ich bei seinen Opernauftritten dabei bin.

IOCO: Was waren Eure schönsten musikalischen Erlebnisse bisher?
Sergiu: Das war mein Debut in Hindemiths Cardillac in Estland an der Oper in Tallinn. Dort habe ich sehr viel gelernt. Davor habe ich wenig Musik aus dem 20. Jahrhundert gesungen und das war für mich eine neue Herausforderung. Diese Rolle hat mir zudem noch weitere Engagements in Tallinn ermöglicht.
Aloisia: Ich habe sehr viele schöne Erinnerungen an unterschiedliche Konzerte bei denen ich mitwirken konnte. Ganz besonders für mich war die Teilnahme und großartige Erfahrung bei dem Kammermusik-Festival in Südafrika in Stellenbosch im letzten Jahr. Einen besonderen Spaß macht mir das gemeinsame Musizieren mit meinen Geschwistern. Meine Schwester spielt Cello und wir konzertieren manchmal zusammen. Wir sind zu viert und spielen Geige, Cello, Horn und Gitarre und hatten eine gemeinsame Zeit, wo wir alle vier zusammen gereist sind und ich meine Geschwister auch als Pianistin begleitet habe. An diese tolle Zeit erinnere ich mich besonders gerne.

IOCO: Aloisia, Du stammst aus Basel mit deutsch-italienischen Wurzeln und Sergiu kommt aus der Opernsängerschmiede Rumäniens Cluj-Napoca (Klausenburg). Wo und wie habt Ihr Euch kennengelernt?
Aloisia: Mit 17 Jahren kam ich zum Studium nach Salzburg. Wir haben uns dann dort im Studentenwohnheim auf dem sehr schönen Schloß Frohnburg kennengelernt.
Sergiu: Da mein Vater auch Sänger ist und Beziehungen zu Salzburg hatte, ich bislang in Cluj-Napoca Jura studierte, kam es zu einer Begegnung mit meinem späteren Gesangslehrer Boris Bakow, der in Salzburg am Mozarteum unterrichtete.

Festspielhaus in Salzburg und Mozart © Daniela Zimmermann

Festspielhaus in Salzburg und Mozart © Daniela Zimmermann

IOCO: Salzburg ist oder war ein zentraler Drehpunkt für Euer Schaffen in den letzten Jahren. Wie kam es dazu, dass Ihr dort für längere Zeit gelebt habt?
Aloisia: Ich komme ja aus einer musikliebenden Familie und habe in Salzburg die Möglichkeiten gesehen, für meine Interessen eine bestmögliche Ausbildung zu erhalten. Das Studium und den Master habe ich dort bei Prof. Ozim und Prof. Herzl absolviert. Konzertfach und Pädagogik standen dabei im Fokus. Die Musiklehre ist mir neben meinen Konzerttätigkeiten ein sehr großes Anliegen. Daher ja auch der Wechsel ins Allgäu vor ein paar Wochen.
Sergiu: Wie schon gesagt bin ich wegen meines Gesanglehrers nach Salzburg gekommen, wo ich dann am Mozarteum studiert und mit dem Bachelor und Master abgeschlossen habe. Dort habe ich dann bereits in der Opernklasse meinen ersten Alfredo, Nemorino und andere Rollen gesungen. Von 2012 bis 2014 gab es dann wieder eine Fernbeziehung, da ich an der Hamburgischen Staatsoper im dortigen Opernstudio engagiert war.

IOCO: In den letzten Monaten hat es große Veränderungen bei Euch gegeben. Was hat sich ereignet und wie hat sich das ergeben?
Aloisia: Zeitgleich zu meinem Studienabschluss habe ich mich nach Lehrstellen umgeschaut. Wir hätten uns auch gut vorstellen können, weiterhin in Österreich zu bleiben, aber ich wurde auch zu einer Lehrprobe in Wangen im Allgäu eingeladen. Die Jugendmusikschule Württembergisches Allgäu hat mir dann angeboten, dort eine Violinklasse zu übernehmen. Als ich den Anruf mit der positiven Nachricht erhielt, haben wir uns sehr gefreut und die Entscheidung nach Deutschland umzuziehen ist uns leicht gefallen. Wir genießen sehr unser neues Zuhause. Neben meiner Lehrtätigkeit habe ich dort auch genug Möglichkeiten mich kammermusikalisch und solistisch weiterzuentwickeln. Das macht mich sehr glücklich.
Sergiu: Ich habe diese Entscheidung sehr unterstützt. Ich bin wegen meiner Engagements zwar erst kurze Zeit dort in unserer neuen Wohnung gewesen. Jedoch bietet das Allgäu einen gesunden Ausgleich zu meinen Aufenthalten in den Großstädten und ich kann mich dort sehr gut erholen. Es tut gut in der Natur aufzutanken.

IOCO: Wie sehen Eure Zukunftspläne aus?
Sergiu: Nun bin ich zunächst für einen Monat in Hamburg, um bei Fürst Igor mitzuwirken. Dann geht es wieder nach Tallinn für einige Alfredos im Juni. Im Sommer nehme ich an einigen Wettbewerben teil und werde mein Repertoire mit meinem jetzigen Gesangslehrer Dan Priscornic im Bereich Belcanto und im lyrischen französischen Fach weiterentwickeln. In der nächsten Spielzeit singe ich dann wieder in Tallinn und Riga, u.a. Alfredo und Cardillac. Außerdem werde ich Nemorino und Faust singen. Im Dezember freue ich mich auf meine Rückkehr an die Bayerischen Staatsoper.
Aloisia: Bis zum Sommer lerne ich meine Geigenschüler erstmals besser kennen, arbeite intensiv mit ihnen und bereite einige für Konzerte vor. Ich übe auch für Solokonzerte und Wettbewerbe. Es ist schön, dass die Region im Allgäu sehr viel in Kultur und klassische Musik investiert und ich werde dort häufig konzertieren. Aber auch privat stehen große Pläne an, nämlich unsere Hochzeit.

IOCO: Es gibt neben der verbindenden Musik bei Euch beiden noch eine weitere Leidenschaft, den Wein. Wie kam es dazu?
Sergiu: Das ist eine schöne Geschichte. Vor 2 Jahren haben Freunde von uns in Rumänien geheiratet und es ergaben sich in dieser Weingegend einige Kellerbesichtigungen und Proben. Wir mögen Wein durch unsere Reisen bereits seit einigen Jahren. Die rumänischen Weine haben uns sehr gut gefallen. Wir haben aber festgestellt, dass diese außerhalb Rumäniens kaum bekannt sind. Dabei kam uns dann die Idee, einen Weinvertrieb für rumänische Weine zu gründen. Wir haben exzellente Kontakte zu Winzern in Rumänien hergestellt. Seitdem macht es uns viel Spaß unsere Firma „Valachia Weine“ weiterzuentwickeln und rumänische Weine, die in Österreich und Deutschland noch weitgehend unbekannt sind, zu präsentieren. Ein neuer Ausgleich zu unseren Berufsfeldern hat sich damit entwickelt.

IOCO: Aloisia, Du warst im letzten Jahr als Highlight bei einem Festival in Südafrika/Stellenbosch eingeladen. Als Weinliebhaberin und Geigerin muss das doch eine wunderbare Erfahrung gewesen sein. Wie hast Du diese Reise empfunden?
Aloisia: Das war von Anfang bis Ende ein wahrer Genuss und ein großes Abenteuer. Meine erste Afrikareise war eine wunderschöne Erfahrung. Wir möchten da beide gerne zusammen noch einmal hin. Die Zeit dort war äußerst ausgefüllt mit musikalischen Verpflichtungen und sehr interessanten Begegnungen. Die Zeit für private Unternehmungen war jedoch viel zu kurz. Dennoch konnten wir den südafrikanischen Wein genießen und sogar ein Weingut in Stellenbosch besuchen. Hier hat mir ganz besonders die Rebsorte Shiraz imponiert.

IOCO: Ich danke Euch ganz herzlich für dieses Gespräch und wünsche Euch alles Gute für die Zukunft.


 Aloisia Dauer © Nicu Cherciu

Aloisia Dauer © Nicu Cherciu

Aloisia Dauer, Biographie

Die Deutsch-Italienerin, geboren in Basel, begann bereits im Alter von fünf Jahren mit dem Violin – und Klavierspiel an der Musikschule Bad Säckingen/Deutschland und an der Musikakademie Basel. Später nahm sie zeitgleich zur Violine auch Bratschen- und Klavierunterricht. Von 2005 bis 2007 erhielt die junge Geigerin in München Unterricht bei David Frühwirth, einem Schüler von Zakhar Bron und Pinchas Zukerman. 2006 bekam Aloisia Dauer mit Hilfe eines Stipendiums die Möglichkeit, am Music Institute of Chicago von Roland und Almita Vamos unterrichtet zu werden und wurde kurz darauf als Jungstudentin am Mozarteum Salzburg aufgenommen. 2008 wurde sie dann in die Meisterklasse des renommierten Pädagogen Prof. Igor Ozim dort aufgenommen. Nach ihrem erfolgreichen Abschluss, wechselte Aloisia Dauer in die Klasse von Prof. Harald Herzl. Ihr künstlerisches Masterstudium und die pädagogischen Studien an der Universität Mozarteum hat sie mit Auszeichnung abgeschlossen. Zahlreiche Meisterkurse bei renommierten Geigern ergänzten ihre musikalische Ausbildung und sie arbeitet zur Zeit mit dem französischen Geiger Nicolas Dautricourt.

Geschätzt für ihre musikalische Sensibilität und ausdruckstarken Interpretationen, beginnt Aloisia Dauer sich als Geigerin zu etablieren. Neben ihrer Konzerttätigkeit, konzentriert sie sich vor allem auf das Unterrichten und übernimmt seit April 2017 eine Violinklasse an der Musikschule Württembergisches Allgäu. Ein bedeutendes Highlight 2016 war die Einladung beim Stellenbosch International Chamber Music Festival in Südafrika. Neben einer Reihe von Kammermusikkonzerten mit anderen Studenten, spielte Aloisia gemeinsam mit bedeutenden Künstlern wie Daniel Rowland, Alissa Margulis, Alexander Buzlov und vielen Anderen. Zudem wurde sie zur Konzermeisterin des Festival-Orchesters ernannt, unter der Leitung von Kazem Abdullah.

Konzertauftritte im Jahr 2016 gab es bei der Tiroler Musikakademie, für die Stiftung „Global Citizenship Alliance“ und erneut beim Festival Junge Klassik im Rahmen der Kulturtage Laufenburg. Ihre Leidenschaft für Kammermusik konnte sie auch in zahlreichen Quartettkonzerten mit Mitgliedern des Mozarteumorchesters Salzburg und der Bad Reichenhaller Philharmonie zeigen, sowie bei den Schlosskonzerten im Schloss Mirabell und in der Konzertreihe der Mozart Violinsonaten in Salzburg.

Ihr Solo-Debüt gab Aloisia Dauer im Rahmen des 7. Internationalen Mendelssohn Summer School Festivals in Hamburg unter der Leitung von Ernst Kovacic. Aloisia Dauer wurde 2010 der Zonta Award in Salzburg gemeinsam mit einem Stipendium verliehen. Sie erspielte auch einige 1. Preise bei Jugend Musiziert und dem Schweizer Bundeswettbewerb, als Geigerin und auch als Pianistin. 2014-16 erhielt sie zudem jährlich ein Stipendium der Universität Mozarteum Salzburg für herausragende Leistung. 2017 wird Aloisia Dauer neben ihrer Lehrtätigkeit, als Solistin und in Kammermusikkonzerten in Deutschland, Schweiz und Österreich konzertieren.


Sergiu Saplacan © Nicu Cherciu

Sergiu Saplacan © Nicu Cherciu

Sergiu Saplacan, Biografie

Das Theatermagazin Die deutsche Bühne schreibt über Sergiu Saplacan “fasziniert mit einem warm timbrierten Tenor und auch durch sein Spieltalent”. Begeisterung auch beim Hamburger Abendblatt und dem Online Musik Magazin, die seine Tenorstimme als “strahlend” und “warm, natürlich fließend” finden. Drehpunktkultur Salzburg schrieb über seinen hochumjubelten Nemorino, das Sergiu Saplacan “edles, mitunter verführerisch bronzen schimmerndes Tenormaterial” hören lässt und mit “Verve und Sensibiltät den jugendlichen Liebhaber spielt”.

In der Saison 2016/17 wird Sergiu Saplacan sein Debut an der Staatsoper Berlin als Gastone in La Traviata und in der Oper Ariadne auf Naxos geben. Weitere Engagements führen ihn wieder an die Estonian National Opera in Tallinn für Alfredo in La Traviata und Kavalier in Cardillac. Zudem durfte er erneut an der Staatsoper München als Normanno in Lucia di Lammermoor auftreten. In der Saison 2017/18 wird Sergiu Saplacan als Normanno in Lucia di Lammermoor erneut an der Bayerischen Staatsoper München singen. Außerdem wird er sein Debut in Riga mit Cardillac geben. Weitere Rollen in der nächsten Spielzeit werden u.a Alfredo, Faust und Nemorino sein.

Nach seinem erfolgreichen Debut als Kavalier in Cardillac von Paul Hindemith an der Estonian National Opera in Tallinn, trat Sergiu Saplacan in der Saison 2015/16 erneut in dieser Rolle auf. Ein besonderer Höhepunkt der Saison war sein Debut als Alfredo in La Traviata an der Estonian National Opera in Tallinn. Außerdem debütierte er an der Staatsoper München in der Oper Boris Godunov unter der Leitung von Vasily Petrenko.

Nachdem Sergiu Saplacan 2012 sein Masterstudium mit Auszeichnung abgeschlossen hat, wurde ihm von der Universität Mozarteum Salzburg die Lilli-Lehmann-Medaille als bester Absolvent verliehen. Im Anschluss an sein Studium wurde er an der Hamburgischen Staatsoper verpflichtet und war bis Juni 2014 Mitglied des Internationalen Opernstudios. Er erhielt viele ausgezeichnete Kritiken u.a. vom Hamburger Abendblatt und Der Opernfreund.

Sergiu Saplacan erhielt neben der Lilli-Lehman-Medaille weitere Preise bei Wettbewerben und Auszeichnungen, darunter einen 2. Preis beim Grandi Voci Wettbewerb 2011. Geboren in Cluj-Napoca (Rumänien) als Sohn eines bekannten rumänischen Tenors, sammelte Sergiu Saplacan schon früh erste musikalische Erfahrungen im Kinderchor der Staatsoper Cluj und von seinem Vater Viorel Saplacan. Nach seinem Abitur entschied er sich zunächst für ein Jurastudium an der “Facultatea de Drept” Cluj-Napoca. Seine Leidenschaft für die Musik und die Oper bewegten Sergiu ein Gesangsstudium an der Gheorghe Dime Musikakademie Cluj-Napoca zu beginnen. 2007 wechselte er dann an die Universität Mozarteum Salzburg, um bei Prof. Boris Bakow und dem Pianisten Alessandro Misciasci zu studieren. Im Juni 2010 schloss er erfolgreich sein Bachelor of Arts ab und wurde in die Opernklasse aufgenommen. In dieser Zeit debütierte Sergiu Saplacan in Mozarteumproduktionen sehr erfolgreich mit einigen großen Partien, u.a. als Nemorino in Elisir d’amore, Alfredo in La Traviata und Tamino in Die Zauberflöte. 2012 schloss er das Masterstudium mit Auszeichnung ab. Aktuell arbeitet Sergiu mit dem rumänischen Gesangslehrer Dan Priscornic und erweitert mit ihm sein Rollenrepertoire.

Berlin, Komische Oper, Ainars Rubikis – GMD ab 2018/19, IOCO Aktuell, 11.05.2017

Komische Oper Berlin

Komische Oper Berlin / Zuschauerraum © Gunnar Geller

Komische Oper Berlin / Zuschauerraum © Gunnar Geller

2018 –  Ainars Rubiki Neuer GMD

 2017 – Henrik Hánási verläßt die Komische Oper

Komische Oper Berlin / Ainars Rubiki - GMD ab 2018 © Victor Dmitriev

Komische Oper Berlin / Ainars Rubiki – GMD ab 2018 © Victor Dmitriev

Der lettische Dirigent Ainars Rubiki, *1978 in Riga, wird mit der Spielzeit 2018/19 neuer Generalmusikdirektor der Komischen Oper Berlin. Dr. Klaus Lederer, Senator für Kultur und Europa und Stiftungsratsvorsitzender der Stiftung Oper in Berlin, und Barrie Kosky, Intendant und Chefregisseur der Komischen Oper Berlin, stellten den designierten Generalmusikdirektor am  8.5.2017 in der Komischen Oper Berlin vor.

Ainars Rubiki wird Henrik Nánási als GMD ablösen. Mit Beginn der Intendanz von Barrie Kosky, 2012, war Henrik Nánási als GMD zur Komischen Oper gekommen. 2016/17 endet sein derzeitiger Vertrag. Nánási wird 2017 die Komische Oper verlassen und sich internationalen Verpflichtungen widmen. Das Orchester der Komische Oper Berlin wird dann ein Jahr ohne GMD agieren müssen.

Ainars Rubiki gewann mit dem Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerbs der Bamberger Symphoniker 2010 und dem Nestlé Young Conductors Award der Salzburger Festspiele 2011 gleich zwei der wichtigsten europäischen Dirigierwettbewerbe. Von 2012 bis 2014 war er Musikalischer Direktor des Staatlichen Akademischen Opern- und Ballett-Theaters in Novosibirsk und dirigierte dort ein breit gefächertes Repertoire. Er ist regelmäßiger Gast an der Lettischen Nationaloper in seiner Heimatstadt Riga und nimmt weltweit Gastengagements wahr, von Barcelona bis Tokio. In der Saison 2016/17 debütierte er unter anderem an der Lyric Opera of Chicago (Carmen) sowie am Theater Basel (La forza del destino) und dirigierte Boris Godunow am Moskauer Bolshoi-Theater. Im Sommer 2017 übernimmt er die Musikalische Leitung von Der fliegende Holländer im Passionstheater Oberammergau. Im Herbst 2017 debütiert er mit einer Neuproduktion von Jewgeni Onegin an der Welsh National Opera.

 Komische Oper Berlin / Heutiges Führungsteam: Kosky, Moser, Hánási © IOCO

Komische Oper Berlin / Heutiges Führungsteam: Kosky, Moser, Hánási bis 2017 © IOCO

Der Vertrag an der Komischen Oper Berlin läuft vorerst über drei Jahre mit einer Option zur Verlängerung bis 2021/22, dem Ende von Barrie Koskys Intendanz. Bereits vor dem offiziellen Beginn seiner Amtszeit übernimmt Ainars Rubiki die musikalische Leitung der Produktion Die Nase. Die Koproduktion mit dem Londoner Royal Opera House (Regie: Barrie Kosky) feiert am 16. Juni 2018 Premiere in Berlin.

Dortmund, Oper Dortmund, Trauer um Generalintendant Horst Fechner, IOCO Aktuell, 23.04.2017

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Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Trauer um ex –  Generalintendanten Horst Fechner

Das Theater Dortmund und der Kulturdezernent der Stadt Dortmund, Jörg Stüdemann, trauern um den langjährigen Generalintendanten Horst Fechner. Fechner, der in der Zeit von 1985 bis 1995 eine Theaterära in Dortmund prägte, verstarb am  17.April 2017  im Alter von 89 Jahren.

Mit Horst Fechner verliert das Theater Dortmund nicht nur einen seiner prägenden Generalintendanten und ein verdienstvolles Ehrenmitglied, sondern auch einen hervorragenden Manager-Intendanten, der zehn Jahre die Geschicke des damaligen Drei-Sparten-Hauses leitete. Als Fechner 1985 die Leitung des Theater Dortmund übernahm, ging ihm bereits der Ruf eines erfolgreichen Theatersanierers voraus, was er an den Theatern Coburg und Kiel bewiesen hatte. In den Jahren 1992 bis 1994 verzeichnete das Theater Dortmund die höchste Auslastung in ganz Deutschland.

Aber auch künstlerisch profilierte Fechner das Dortmunder Theater überregional. So überzeugte sein Spielplan mit den drei Schwerpunkten eines Mozart-Zyklus, den Musikdramen von Richard Wagner und den Opern von Richard Strauss. Daneben pflege er die großen italienischen Opern von Verdi, Puccini, Bellini und Rossini, aber auch Werke des 20. Jahrhunderts. So bewies Fechner künstlerischen Mut, indem er 13 Ur- oder Erstaufführungen auf den Opernspielplan setzte. Neben BROT UND SPIELE von Günther Wiesemann, DIE LETZTE REISE DES EDGAR ALLEN POE von Dominick Argento, Udo Zimmermanns DIE WEISSE ROSE war auch SEKUNDEN UND JAHRE DES CASPER HAUSER von Reinard Febel im Dortmunder Opernhaus zu sehen. Die klassische Moderne war mit KÖNIG ROGER von Karol Szymanowski, WOZZECK von Alban Berg, DIE LIEBE ZU DEN DREI ORANGEN von Sergej Prokofjew sowie AUFSTIEG UND FALL DER STADT MAHAGONNY von Bertolt Brecht und Kurt Weill vertreten.

Fechner, der selbst als Sänger ausgebildet wurde, legte großen Wert auf die Verpflichtung eines Ensembles, mit dem er seinen Spielplan weitgehend eigenständig bewältigen konnte. So verstand er es, jungen Sängern das Umfeld und die Sicherheit zu geben, in dem diese sich behutsam entwickeln konnten. Gleichzeitig gab Fechner seinen Sängern die Möglichkeit, andernorts zu gastieren und eröffnete somit einigen Sängerinnen und Sängern aus Dortmund den Start in bedeutende Karrieren, wie z.B. Waltraud Meier, Jane Henschel, Franz-Josef Kapellmann, Oskar Hillebrandt, Petra Lang, Jukka Rasilainen, Johannes Martin Kränzle oder Alexander Marco-Buhrmester. Zum Tode von Horst Fechner sagt Bettina Pesch, Geschäftsführende Direktorin des Theater Dortmund: Horst Fechner prägte mit seinem Oberspielleiter Heinz Lukas-Kindermann eine Theaterära in Dortmund. Mit seiner ruhigen und auf Ausgleich bedachten Art ermöglichte er nach unruhigen Interimszeiten eine glückliche und erfolgreiche Zeit des Neuaufbaus am Theater Dortmund. Mit Horst Fechner verliert das Theater Dortmund einen ausgezeichneten Theatermann, der sich als Ermöglicher sowie als Kultur- und Künstlerförderer auszeichnete.“

Opernintendant Jens-Daniel Herzog erinnert an seinen Vorgänger: „Horst Fechner war einer, der sich nicht in den Vordergrund spielte, sondern unaufgeregt der großen Sache diente: modernes Theater von hoher musikalischer und szenischer Qualität zu machen. Ich danke Horst Fechner für viele spannende Gespräche, in denen er mir wichtige Ratschläge gab und bis zuletzt ein großes Interesse an ‚seinem‘ Dortmunder Theater zeigte.“

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Trauer um Manfred Jung, 14.04.2017

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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein trauert um Manfred Jung

Der große Wagnertenor starb Karfreitag, den 14. April 2017 in Essen. Von 1976 bis 1988 sang er an der Deutschen Oper am Rhein alle wichtigen Partien seines Fachs.

Kammersänger Manfred Jung ist am Karfreitag, 14. April 2017 nach langer, schwerer Krankheit in Essen verstorben. Als junger Heldentenor wurde er 1976 nach einem Gastengagement als Loge in Wagners Rheingold vom damaligen Intendanten Prof. Dr. Grischa Barfuß an die Deutsche Oper am Rhein engagiert und sang hier bis 1988 alle großen Rollen des Heldentenorfachs, darunter vor allem jene Wagner-Partien, die in den Folgejahren seine Weltkarriere prägen sollten: Siegmund, Siegfried, Tristan und Walther von Stolzing. Von der Deutschen Oper am Rhein aus gastierte er international u. a. an der New Yorker Carnegie Hall, später in der Metropolitan Opera sowie in der Mailänder Scala und der Wiener Staatsoper, um nur wenige zu nennen.

Bereits 1977 wurde Manfred Jung von Wolfgang Wagner als Siegfried in Patrice Chereaus „Jahrhundert-Ring“ unter Pierre Boulez bei den Bayreuther Festspielen engagiert und war in den folgenden 20 Jahren stets gern gesehener Gast auf dem Grünen Hügel. Für die Video-Aufzeichnung des Rings erhielt er auch den begehrten Grammy-Award. Seit 1989 war Manfred Jung auch als Dirigent tätig und widmete sich seit 2006 im Rahmen der von ihm gegründeten „Junge Musiker Stiftung“ mit Sitz in Bayreuth der Förderung des Sängernachwuchses.

Manfred Jungs strahlende Stimme sowie seine enorme Bühnenpräsenz bleiben unvergessen. Er erlebte seine Rollen und war dadurch überzeugend und authentisch in seiner Darstellung. Als Starkstrom-Elektriker und Beleuchter am Theater Essen ausgebildet, verlor der in Oberhausen geborene Manfred Jung nie die Boden­haftung und war als humorvoller und zuverlässiger Kollege beliebt. Sein Intendant Grischa Barfuß sagte über ihn: „Er war ein außergewöhnlich beliebter Sänger beim Publikum. Er hatte nie Starallüren, er war einfach Manfred Jung und das Publikum hat ihn als Manfred Jung akzeptiert.“  PMDOR

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