München, Staatstheater am Gärtnerplatz, Spielzeitpremiere am 27. Januar 2018 Weitere Vorstellungen : Januar 28 / 31 Februar 3 / 4 / 10, 27.01.2018

Staatstheater am Gärtnerplatz München

Gaertnerplatztheater München © Christian Pogo Zach

Gaertnerplatztheater München © Christian Pogo Zach

VIKTORIA UND IHR HUSAR von Paul Abraham

Spielzeitpremiere 27. Januar 2018, Weitere Vorstellungen Januar 28 / 31 Februar 3 / 4 / 10/ 2018

Paul Abrahams Operette VIKTORIA UND IHR HUSAR in der Inszenierung von Staatsintendant Josef E. Köpplinger feiert am 27. Januar Spielzeitpremiere im Gärtnerplatztheater. VIKTORIA UND IHR HUSAR gilt bis heute als Wegbereiter des Musicals und damit als Schlüsselwerk des leichten Musiktheaters mit Schlagern wie »Meine Mama war aus Yokohama« und »Mausi, süß warst du heute Nacht«.

Staatstheater am Gärtnerplatz / VIKTORIA UND IHR HUSAR - Susanne Seimel (O Lia San), Chor des Staatstheaters am Gärtnerplatz © Christian POGO Zach

Staatstheater am Gärtnerplatz / VIKTORIA UND IHR HUSAR – Susanne Seimel (O Lia San), Chor des Staatstheaters am Gärtnerplatz © Christian POGO Zach

Es tobt der Krieg, es tobt die Liebe von Ungarn über St. Petersburg bis nach Japan. Paul Abraham und seinen Librettisten Alfred Grünwald und Fritz Löhner-Beda gelang es, die totgeglaubte Gattung der Operette neu zu beleben.


VIKTORIA UND IHR HUSAR – Operette

Musik Paul Abraham, Libretto von Alfred Grünwald und Fritz Löhner-Beda, Aus dem Ungarischen des Emmerich Földes, Bühnenpraktische Rekonstruktion der Musik von Henning Hagedorn und Matthias Grimminger, Textfassung für das Staatstheater am Gärtnerplatz von Josef E. Köpplinger

Musikalische Leitung Oleg Ptashnikov / Andreas Partilla,l Regie   Josef E. Köpplinger
Choreografie   Karl Alfred Schreiner

Katja Reichert, Alexandra Reinprecht, Susanne Seimel I Maximilian, Berling, Josef Ellers, Gunther Gillian, Peter Lesiak, Daniel Prohaska,, Uwe Thomsen, Erwin Windegger, Florian Wolf u. a.

Chor und Ballett des Staatstheaters am Gärtnerplatz, Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz

 

 

 

Basel, Theater Basel, Blume von Hawaii – Paul Abraham, IOCO Kritik, 17.01.2018

Januar 17, 2018  
Veröffentlicht unter Hervorheben, Kritiken, Operette, Theater Basel

Theater Basel

Theater Basel - Grosses Haus © Sandra Then

Theater Basel – Grosses Haus © Sandra Then

Die Blume von Hawaii von Paul Abraham

„Rasante Revue mit doppeltem Boden“

Von Julian Führer

Sollte man Operetten spielen? Seichte Stücke mit oft etwas albernen Dialogen, von Sängern mehr oder weniger talentiert gesprochen – oder von Schauspielern dargeboten, die dann Mühe haben, die einzelnen Musiknummern hinter sich zu bringen? Sollte man ein Stück spielen, dessen Libretto Perlen bereithält wie „Hier auf den schönen Südseeinseln / muss man nicht die Lippen pinseln“?

Man sollte, und zwar unbedingt! Gerade die Stücke, die aus den unterschiedlichsten Gründen irgendwann aus dem Repertoire gefallen sind und irgendwann einmal großen Erfolg hatten, halten oft wahre Schätze bereit. Einen dieser Schätze hat das Theater Basel gehoben und Frank Hilbrich damit betraut, Paul Abrahams Die Blume von Hawaii zu inszenieren. Das Stück selbst wurde Anfang der 1930er Jahre in Deutschland aufgeführt, wurde dann aber alsbald wegen Abrahams jüdischer Herkunft nicht mehr gespielt.

Theater Basel / Blume von Hawaii - hier das Glander Vokal Ensemble © Sandra Then

Theater Basel / Blume von Hawaii – hier das Glander Vokal Ensemble © Sandra Then

Frank Hilbrich und sein Team (Bühne: Volker Thiele; Kostüme: Gabriele Rupprecht) haben sich für einen einheitlichen Bühnenraum entschieden. Der sehr starke Freiburger Ring des Nibelungen, der 2006-2010 entstand, hatte ebenfalls auf dieser Zusammenarbeit beruht. Die drei Akte der Operette, die eigentlich „vor einer Villa in Honolulu“, im „Saal im Königspalast in Honolulu“ und „in einer chinesischen Bar in Monte Carlo“ spielen, werden im großem Salon einer Villa gezeigt; vielleicht ein Palast in alt-amerikanischem Stil. In diesem großen Salon stehen links und rechts veritable Showtreppen zur Verfügung. Exotische Pflanzen hängen darin herab, jedoch sind diese welk und vielleicht schon etwas faulig.

In der Basler Inszenierung entschied man sich gegen professionelle Sänger, sondern für Schauspieler, welche sich über die Choreographie, die Darstellungskraft des Ensembles profilieren, weniger über die Stimme. Zudem werden die Stimmen verstärkt. Das Resultat ist nicht immer befriedigend, zumal sich die Verstärkung an verschiedenen Plätzen im Haus unterschiedlich auswirkt. Bei schnellen Liedern nehmen die Schauspieler den Besucher mit deutlich artikuliertem Sprechgesang für sich ein, problematisch sind die lyrisch sanften Kantilenen bei hohen Tönen. Abrahams Partitur hat genaue Anweisungen zur Dynamik, die vom Orchester auch exakt beachtet werden, bei den Stimmen führt die elektronische Verstärkung leider zu einem Dauerforte.

Theater Basel / Blume von Hawaii - hier Pia Händler als Prinzessin Laya und Elias Eilinghoff als Kapitän © Sandra Then

Theater Basel / Blume von Hawaii – hier Pia Händler als Prinzessin Laya und Elias Eilinghoff als Kapitän © Sandra Then

Die Handlung der Operette ist nahezu unerheblich, auch wenn sie tatsächlich einen realen Bezug zur Machtpolitik der damaligen USA in 1895 hat: Die Amerikaner haben den Aufstand der hawaiianischen Königin Liliuokalani gebrochen, die Prinzessin Laya von Hawaii lebt nun weit weg, in Paris. Um die Eroberung von Hawaii abzusichern, will der amerikanische Gouverneur seine Nichte mit einem hawaiianischen Prinzen verheiraten. Mit einem Schiff landen Kapitän Stone, ein Jazzsänger und die als Sängerin Susanne Provence inkognito reisende Prinzessin Laya in Honolulu. Heiratspläne werden geschmiedet und wieder fallengelassen, die Amerikaner als hinterhältig gezeichnet. Am Ende trifft man sich in Monte Carlo, und es werden diverse Ehen geschlossen, allerdings anders als anfangs geplant.

youtube Trailer des Theater Basel  –  Blume von Hawaii

Die gesprochenen Dialoge zeigen in  manchmal etwas platten Klischees die Amerikaner als wenig sympathisch (ein bißchen wie Puccinis Madama Butterfly) und skrupellos. Die Texte „beißen sich“ so mit unverändert gebliebenen Gesangsstücken. Ein Bezug auf König Amanullah (bis 1929 König von Afghanistan) lässt wohl die meisten Zuhörer ratlos. Eine Nummer kurz vor Schluss (in dieser Inszenierung von Mario Fuchs nur in verstümmelter Form dargeboten) steckt voller scharfer Gesellschaftskritik auf dem Stand von 1930 unter unmittelbarem Eindruck der hereinbrechenden Weltwirtschaftskrise und der Krise der Weimarer Republik: „Ist man insolvent, nur lachen! / Quatscht das Parlament, nur lachen! / Völkerbund, auch ein Grund, daß die Welt lacht! Wir wollen lustig sein, lustig sein, denn das kostet kein Geld!“ Hier verweist die Operette auf ihre Zeit und darüber hinaus. An dieser Stelle bleibt das ungenutzt. Auch das nachdenklich-anklagende „Niggerlied“ zu Beginn des dritten Aktes wurde fallengelassen.

Bei vielem anderem wird mit Lust chargiert und das überdrehte Moment des Stückes mit Lust vorgeführt. Die Showelemente werden mit Lichtkegeln unterstützt, zu den großen Schlagern fährt die Discokugel herab, und der Damenchor (manchmal auch die Herren) wedelt mit dem Baströckchen. Die große Sinnsuche ist hier fehl am Platze. Der Kapitän (Elias Eilinghoff) schmettert (häufig leicht bis schwer angetrunken, doch immer in C-Dur) „Wo es Mädels gibt, Kameraden, fühlt der Seemann sich überall zu Haus“, und die strammen Jungs vom Vokalensemble salutieren dazu in Tarnfleckhemden und strahlendweißen Unterhosen.

Theater Basel / Blume von Hawaii - hier Katja Jung als Bessi © Sandra Then

Theater Basel / Blume von Hawaii – hier Katja Jung als Bessi © Sandra Then

Frank Hilbrich und sein Team haben einmal mehr Zugang zu einem Stück gefunden und bringen ihre Sicht auf das Werk konsequent auf die Bühne. Einzig der dritte Akt, der auch in der Vorlage etwas abfällt, bleibt in der gekürzten Version bruchstückhaft. Die Protagonisten werden wie Exponate einer völkerkundlichen Schau in Vitrinen auf die Bühne gefahren und bleiben auf sich gestellt. Statt in einer Massenhochzeit endet das Stück in dieser Lesart eher plötzlich. Endlich einen Mann gefunden hat jedenfalls Bessi (Katja Jung), die tanzfreudig wie Marika Rökk in einem UFA-Film und mit Mut zum Trash wie Trude Herr die Bühne ausfüllt. Jim Boy (Vincent Glander), um seine letzte Shownummer gebracht, vermisst man am Ende: kostümiert wie Freddie Mercury und geschminkt wie ein Stummfilmstar, agiert er mimisch, gestisch und sprachlich auf einem Niveau, das Opernsänger kaum je erreichen. Sein Foxtrot „Ich muss Mädeln seh’n“ ist mitreißend. Laya (Pia Händler) muss sich entscheiden und zieht den Kapitän schließlich dem Prinzen Lilo-Taro vor: „Er liebt mich tiefer, denn er liebt mich unglücklich.“ Was sie selber will, ist ihr wohl weit weniger klar.

Das auf 16 Musiker reduzierte Orchester unter Oliver Rudin liefert abwechselnd süffige und rasante Begleitung dazu. Natürlich darf ein Banjo bei einer Hawaii-Operette nicht fehlen, ebenso nicht Pentatonik als Exotik verheißender kompositorischer Trick. Das Orchester ist Teil des Bühnengeschehens, zum Teil spielt es hinter der Bühne, dann wird es hineingedreht und spielt im Salon der Villa zwischen den beiden Showtreppen.

Braucht man Aufführungen von „In meiner kleinen, netten Garçonniere, / Da gibt es Sekt, Bonbons und auch Liköre?“ Unbedingt! Die Blume von Hawaii bediente 1931 den Geschmack und die Stimmung der Zeit, in ihrer Exotik. Die hinreißende Musik von Paul Abraham mit ihren lebendigen Rhytmen, die packenden Showelemente der Inszenierung am Theater Basel waren stimmungsgeladen und reizvoll. So dankte das Publikum mit herzlichem Beifall.

 

Dortmund, Theater Dortmund, Wiederaufnahme DIE ZAUBERFLÖTE, 20.01.2018

Januar 16, 2018  
Veröffentlicht unter Operette, Pressemeldung, Theater Dortmund

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Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

DIE ZAUBERFLÖTE wieder in der Oper Dortmund
Wiederaufnahme am 20. Januar im Opernhaus

Wolfgang Amadeus Oper DIE ZAUBERFLÖTE wird am Samstag, 20. Januar 2018, um 19.30 Uhr im Opernhaus Dortmund wiederaufgenommen. In der Regie von Stefan Huber und der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Gabriel Feltz werden Thomas Paul als Tamino, Steffi Lehmann als Pamina, Morgan Moody als Papageno sowie Luke Stoker als Sarastro zu sehen sein. DIE ZAUBERFLÖTE war in der Spielzeit 2016/2017 der Publikumsrenner an der Oper Dortmund.

Oper Dortmund / Die Zauberflöte -Emily Newton, Ileana Mateescu, Joshua Whitener, Almerija Delic © Björn Hickmann

Oper Dortmund / Die Zauberflöte -Emily Newton, Ileana Mateescu, Joshua Whitener, Almerija Delic © Björn Hickmann

Zauberoper, Maschinenstück, Weltanschauungsdrama, Vorstadttheater: Mozarts Zauberflöte eignet sich für viele Schubladen. Die Spitzentöne der Königin der Nacht gelten als Beleg für das Artifizielle der Gattung Oper, ebenso wie der Vogelfänger Papageno für deren Volkstümlichkeit steht. Die Textdichtung wurzelt in der Tradition des Wiener Volkstheaters. Der Librettist Emanuel Schikaneder war ein Theatermann durch und durch, nicht nur als Autor, sondern vor allem auch als Schauspieler, Ausstatter und Direktor des Wiedener Theaters.

Geschichten über den Sieg der Liebe waren in Mode, Bühneneffekte und phantastische Welten ein Muss, das Zusammenspiel von komischen und ernsten Elementen gang und gäbe. Doch DIE ZAUBERFLÖTE geht über eine einfache Märchenoper hinaus. Das liegt nicht nur an den humanistischen Ideen, die sich im Libretto finden, sondern vor allem an Mozarts Komposition, die neben dem schlichten Volkston, den halsbrecherischen Koloraturen oder abgrundtiefen Noten eben auch ehrlich empfundene Arien, bewegende Duette und kontemplative Chöre beinhaltet. Eine dankbare Aufgabe für das Ensemble der Oper Dortmund, das für seine Mozart-Interpretationen gefeiert wird.

Die Ruhr Nachrichten urteilten über die Dortmunder ZAUBERFLÖTE: „Regisseur Stefan Huber hat in seiner familientauglichen Inszenierung dabei an den Disney-Konzern gedacht und das pralle, bunte Leben von Micky Maus und Co. auf die Bühne gebracht. Jedes der aufwendigen Kostüme dieser Produktion, bei der bis auf einen Bassisten das gesamte Dortmunder Opernensemble beteiligt ist, ist ein kleines Kunstwerk. Und die Kulissen sind Märchenschlösser – noch viel schöner als bei Disney. Einen feinen, kultivierten, sorgfältig ausgeformten Mozart singt das Ensemble. Und das macht genauso viel Spaß wie die Märchenreise ins bunte Disney-Land. Ein toller, mal etwas anderer Beitrag zu 225 Jahre ‚Zauberflöte‘.“

Pressemeldung Oper Dortmund

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Essen, Aalto Musiktheater, WA Die Fledermaus von Johann Strauss, 31.12.2017

Dezember 28, 2017  
Veröffentlicht unter Aalto Theater Essen, Operette, Pressemeldung

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Aalto Musiktheater Essen

Aalto-Theater-Essen © IOCO

Aalto-Theater-Essen © IOCO

 

Die Fledermaus von Johann Strauss

Auch wieder im Aalto – Musiktheater

Einer der großen Glanzlichter der Operette kehrt auf den Spielplan des Aalto-Musiktheaters zurück: Johann Strauß´ Die Fledermaus ist bis Februar 2018 vier Mal zu erleben. Nach dem bereits ausverkauften Silvesterabend folgen Vorstellungen am 6. und 21. Januar sowie am 11. Februar 2018. Unter der musikalischen Leitung von Johannes Witt, 2. Kapellmeister am Aalto-Theater, sind unter anderem Rainer Maria Röhr als Eisenstein, Jessica Muirhead als Rosalinde und Karin Strobos als Prinz Orlowsky zu erleben.

Grabmal Henry Meilhac in Paris © IOCO

Grabmal Henry Meilhac in Paris © IOCO

Die Fledermaus gilt zwar als der Inbegriff der Wiener Operette, aber genau das ist sie streng genommen nicht. Weder reimt sich hier Herz auf Schmerz noch werden die typischen „Wien, Wien, nur du allein“-Sentimentalitäten besungen. Vielmehr ist Strauß´ Meisterwerk ein Geistesverwandter der Pariser Operetten von Offenbach & Co., und das nicht nur, weil es auf dem französischen Theaterstück Le Réveillon der Offenbach-Librettisten Henri Meilhac und Ludovic Halévy beruht, einer präzis gearbeiteten Pariser Sittenkomödie aus dem Geiste eines Eugène Labiche oder Georges Feydeau. Zur für dieses Genre typischen Satire auf eine bürgerliche Gesellschaft im Dilemma zwischen Adel und Proletariat kam im Fall der Fledermaus noch verschärfend der damals gerade aktuelle wirtschaftspolitische Hintergrund ins Spiel: Bei der Uraufführung der Operette war der so genannte Gründerkrach, der Zusammenbruch und die polizeiliche Schließung der Wiener Börse am 9. Mai 1873 mit 120 Insolvenzen an einem einzigen Tag, noch in lebendiger Erinnerung. All die Verwicklungen der Handlung der Fledermaus, vom Couponschneider Eisenstein, der ins Gefängnis muss, über die Zofe, die sich in annektierter Garderobe der Herrschaft bei einem Ball einschleicht, bis zu den befrackten Bonvivants, die sich mit falschen Adelstiteln hochstaplerisch zu Affen machen vor einem mindestens ebenso zweifelhaften Prinzen, all das wird ja nur noch brisanter und zugleich komischer, wenn man es vor der schrecklich realen historischen Folie begreift. PMThPhE

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