Dortmund, Oper Dortmund, Trauer um Generalintendant Horst Fechner, IOCO Aktuell, 23.04.2017

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Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Trauer um ex –  Generalintendanten Horst Fechner

Das Theater Dortmund und der Kulturdezernent der Stadt Dortmund, Jörg Stüdemann, trauern um den langjährigen Generalintendanten Horst Fechner. Fechner, der in der Zeit von 1985 bis 1995 eine Theaterära in Dortmund prägte, verstarb am  17.April 2017  im Alter von 89 Jahren.

Mit Horst Fechner verliert das Theater Dortmund nicht nur einen seiner prägenden Generalintendanten und ein verdienstvolles Ehrenmitglied, sondern auch einen hervorragenden Manager-Intendanten, der zehn Jahre die Geschicke des damaligen Drei-Sparten-Hauses leitete. Als Fechner 1985 die Leitung des Theater Dortmund übernahm, ging ihm bereits der Ruf eines erfolgreichen Theatersanierers voraus, was er an den Theatern Coburg und Kiel bewiesen hatte. In den Jahren 1992 bis 1994 verzeichnete das Theater Dortmund die höchste Auslastung in ganz Deutschland.

Aber auch künstlerisch profilierte Fechner das Dortmunder Theater überregional. So überzeugte sein Spielplan mit den drei Schwerpunkten eines Mozart-Zyklus, den Musikdramen von Richard Wagner und den Opern von Richard Strauss. Daneben pflege er die großen italienischen Opern von Verdi, Puccini, Bellini und Rossini, aber auch Werke des 20. Jahrhunderts. So bewies Fechner künstlerischen Mut, indem er 13 Ur- oder Erstaufführungen auf den Opernspielplan setzte. Neben BROT UND SPIELE von Günther Wiesemann, DIE LETZTE REISE DES EDGAR ALLEN POE von Dominick Argento, Udo Zimmermanns DIE WEISSE ROSE war auch SEKUNDEN UND JAHRE DES CASPER HAUSER von Reinard Febel im Dortmunder Opernhaus zu sehen. Die klassische Moderne war mit KÖNIG ROGER von Karol Szymanowski, WOZZECK von Alban Berg, DIE LIEBE ZU DEN DREI ORANGEN von Sergej Prokofjew sowie AUFSTIEG UND FALL DER STADT MAHAGONNY von Bertolt Brecht und Kurt Weill vertreten.

Fechner, der selbst als Sänger ausgebildet wurde, legte großen Wert auf die Verpflichtung eines Ensembles, mit dem er seinen Spielplan weitgehend eigenständig bewältigen konnte. So verstand er es, jungen Sängern das Umfeld und die Sicherheit zu geben, in dem diese sich behutsam entwickeln konnten. Gleichzeitig gab Fechner seinen Sängern die Möglichkeit, andernorts zu gastieren und eröffnete somit einigen Sängerinnen und Sängern aus Dortmund den Start in bedeutende Karrieren, wie z.B. Waltraud Meier, Jane Henschel, Franz-Josef Kapellmann, Oskar Hillebrandt, Petra Lang, Jukka Rasilainen, Johannes Martin Kränzle oder Alexander Marco-Buhrmester. Zum Tode von Horst Fechner sagt Bettina Pesch, Geschäftsführende Direktorin des Theater Dortmund: Horst Fechner prägte mit seinem Oberspielleiter Heinz Lukas-Kindermann eine Theaterära in Dortmund. Mit seiner ruhigen und auf Ausgleich bedachten Art ermöglichte er nach unruhigen Interimszeiten eine glückliche und erfolgreiche Zeit des Neuaufbaus am Theater Dortmund. Mit Horst Fechner verliert das Theater Dortmund einen ausgezeichneten Theatermann, der sich als Ermöglicher sowie als Kultur- und Künstlerförderer auszeichnete.“

Opernintendant Jens-Daniel Herzog erinnert an seinen Vorgänger: „Horst Fechner war einer, der sich nicht in den Vordergrund spielte, sondern unaufgeregt der großen Sache diente: modernes Theater von hoher musikalischer und szenischer Qualität zu machen. Ich danke Horst Fechner für viele spannende Gespräche, in denen er mir wichtige Ratschläge gab und bis zuletzt ein großes Interesse an ‚seinem‘ Dortmunder Theater zeigte.“

München, Bayerische Staatsoper, 2017/18 – Zeig mir Deine Wunde, IOCO Aktuell, 24.04.2017

April 22, 2017  
Veröffentlicht unter Ballett, Bayerische Staatsoper, IOCO Aktuell, Oper

Bayerische Staatsoper München

Bayerische Staatsoper München Foto: © Wilfried Hösl

Bayerische Staatsoper München Foto: © Wilfried Hösl

Bayerische Staatsoper – Spielzeit 2017/18  – Überblick

„Zeig mir deine Wunde“

 

 

 Bayerische Staatsoper / Intendant Bachler - GMD Petrenko © Joachim Baldauf

Bayerische Staatsoper / Intendant Bachler – GMD Petrenko © Joachim Baldauf

Nikolaus Bachler:  Die Aufforderung „Zeig mir deine Wunde“ ist in mancherlei Sinne eine Zumutung. Sie überschreitet die Grenzen der Privatheit und Intimität. Sie fordert heraus, noch ohne nach den Folgen zu fragen, ohne Verantwortlichkeit.

Genau das macht die Kunst, wenn sie Bedeutung erlangt. Kunst kennt weder Tabus noch Grenzen. Sie trifft ins Innere der Menschen, mit Wohl oder Weh, mit Lust oder Schmerz! Wer sich in die Kunst begibt, übernimmt selbst die Verantwortung für die Folgen an Geist und Seele.

Wer nicht verwundbar ist, ist nicht am und nicht im Leben, denn Schmerzvermeidung bedeutet Glücksverhinderung. Die offene Wunde ist ein Zeichen des Mutes zur Welt und zu den Mitmenschen, weil sie das Gegenüber zur empathischen Auseinandersetzung herausfordert. Doch unsere Welt ist nicht gnädig im Umgang mit Wunden. Wer sie offen zugibt, der zeigt Schwäche, begibt sich in Gefahr, noch stärker verletzt zu werden. Daher steckt der Mensch viel Kraft und Energie in die Verheimlichung oder Verdeckung der eigenen Wunden. Jeder hat Wunden, um die er weiß, die zu zeigen ihm aber schwerfällt.

„Zeig mir deine Wunde“ heißt auch „Vertrau mir, ich möchte mich mit dir beschäftigen, ich möchte dir nahe kommen“. Es ist eine Einladung zu einem Stück gemeinsamen Weges. Auch das tut die Kunst.

Parsifal kann sich der Wunde des Amfortas nicht entziehen. Er muss erkennen, dass die Wunde des Gralskönigs zugleich die Wunden der gesamten Menschheit bedeutet oder schlichtweg eine Metapher für eine verwundete Welt an sich ist. Die Verletzungen der Gräfin in Le nozze di Figaro betreffen alle Beteiligten. Giorgetta und Michele können in Il tabarro in ihrer Beziehung den Verlust des früh verstorbenen Kindes nicht verwinden, weil sie den Schmerz darüber verdrängen. Suor Angelica sucht die Verwundungen ihrer Vergangenheit im Freitod zu lösen. Und Janáceks Aus einem Totenhaus ist ein Hort verletzter Seelen in ihrer inneren und äußeren Gefangenschaft, ebenso wie sie die unterdrückten Sizilianer in Les Vêpres siciliennes erfahren. Und Orlandos Liebeswerben zeigt ihn in aller belächelten Verletzlichkeit.

Das Theater ist ein Ort, an dem die Wunden der Welt gezeigt und erlebt werden können. Das ganze Metier Oper handelt von Wunden – und letzten Endes ist „Zeig mir deine Wunde“ auch eine grundlegende Beschreibung von Kunst an sich.

Parsifal hat eine Erkenntnis: „Die Wunde schließt der Speer nur, der sie schlug.“ Erst als er um die Ursache der Wunde weiß, kann er das nötige Mitleid aufbringen, ohne das keine Heilung werden kann – weder uns noch unseren Mitmenschen.

PREMIEREN

  1. Premiere Il trittico (17. Dezember 2017)

Stückdebüt für K. Petrenko, Hausdebüt für Regisseurin Lotte de Beer, Mit Wolfgang Koch, Eva-Maria Westbroek, Ermonela Jaho, Ambrogio Maestri

  1. Premiere Parsifal (28. Juni 2018 – Münchner Opernfestspiele)

Stückdebüt für K. Petrenko, Pierre Audi inszeniert im Bühnenbild von Georg Baselitz, Mit Christian Gerhaher, René Pape, Jonas Kaufmann, Wolfgang Koch, Nina Stemme

  1. Premiere Le nozze di Figaro (26. Oktober 2017)

Musikalische Leitung: Constantinos Carydis, Inszenierung: Christof Loy, Mit Christian Gerhaher, Federica Lombardi, Anett Fritsch, Alex Esposito, Olga Kulchynska

  1. Premiere Les Vêpres siciliennes (11. März 2018)

Musikalische Leitung: Omer Meir Wellber, Inszenierung: Antù Romero Nunes, Mit Carmen Giannattasio, Bryan Hymel, George Petean, Erwin Schrott

  1. Premiere Der Diktator / Der zerbrochene Krug, Opernstudio (13. April 2018)

Opernstudio-Neuzugänge 17/18: Long Long (Tenor, China), Boris Prýgl (Bariton, Tschechien) Oleg Davydov (Bass, Russland)

  1. Premiere Aus einem Totenhaus (21. Mai 2018)

Musikalische Leitung: Simone Young, Inszenierung: Frank Castorf, Mit Peter Rose, Aleš Briscein, Charles Workman, Bo Skovhus

  1. Premiere Orlando Paladino (23. Juli 2018 – Münchner Opernfestspiele)

Musikalische Leitung: Ivor Bolton, Inszenierung: Axel Ranisch, Mit Sofia Fomina, Edwin Crossley-Mercer, Mathias Vidal, Guy de Mey, Tara Erraught

DER RING DES NIBELUNGEN

Drei Zyklen unter der musikalischen Leitung von Kirill PetrenkoJanuar / Februar und Münchner Opernfestspiele 2018

Inszenierung: Andreas Kriegenburg, Mit Wolfgang Koch, Markus Eiche, John Lundgren, Ain Anger, Ekaterina Gubanova, Okka von der Damerau, Simon O`Neill/Jonas Kaufmann, Anja Kampe, Nina Stemme, Stefan Vinke, Wolfgang Ablinger-Sperrhacke, Hans-Peter König, Anna Gabler

REPERTOIRE

 Bayerische Staatsoper / Andrea Chenier - Jonas Kaufmann - Nai Bridges © Wilfried Hösl

Bayerische Staatsoper / Andrea Chenier – Jonas Kaufmann – JNai Bridges © Wilfried Hösl

Der Ring des Nibelungen: Das Rheingold, Die Walküre, Siegfried, Götterdämmerung,  Der Rosenkavalier

Insgesamt 43 Werke in der Saison 2017/18, Wiederaufnahmen von unter ander Andrea Chénier, Arabella, Un ballo in maschera, La Calisto, La Favorite, Der fliegende Holländer, Die Gezeichneten, Lady Macbeth von Mzensk, Mefistofele, Die schweigsame Frau, Semiramide, Simon Boccanegra, Il turco in Italia

Sechs Akademiekonzerte Musikalische Leitung: Kirill Petrenko (1., 4. & 6. Akademie-konzert), Cristian Macelaru (Hausdebüt), Lahav Shani (Hausdebüt), Daniele Rustioni

BAYERISCHES STAATSBALLETT

  1. Premiere Anna Karenina  (19. November 2017)

Ballett von Christian Spuck, Musik von Sergej W. Rachmaninow & Witold Lutos?awski, Musikalische Leitung: Robertas Šervenikas

  • Premiere Portrait Wayne McGregor (14. April 2018)

Dreiteiliger Abend: zwei Münchner Erstaufführungen (Borderlands und Kairos) und eine Uraufführung von Wayne McGregor; Eröffnung der Ballett Festwoche 2018

Bayerisches Staatsballett / Romeo und Julia © Wilfried Hösl

Bayerisches Staatsballett / Romeo und Julia © Wilfried Hösl

Premiere Ballettabend Junge Choreographen (4. Juli 2018), Cranko-Fest im Februar 2018 Anlässlich des 90. Jubiläums von John Cranko auf dem Spielplan: Romeo und Julia, Onegin und  Der Widerspenstigen Zähmung

Repertoire 2017/18

Wiederaufnahmen: Raymonda, Don Quijote, Außerdem zu sehen: Alice im Wunderland, La Bayadère, La Fille mal gardée, Giselle, Ein Sommernachtstraum, Spartacus

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Trauer um Manfred Jung, 14.04.2017

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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein trauert um Manfred Jung

Der große Wagnertenor starb Karfreitag, den 14. April 2017 in Essen. Von 1976 bis 1988 sang er an der Deutschen Oper am Rhein alle wichtigen Partien seines Fachs.

Kammersänger Manfred Jung ist am Karfreitag, 14. April 2017 nach langer, schwerer Krankheit in Essen verstorben. Als junger Heldentenor wurde er 1976 nach einem Gastengagement als Loge in Wagners Rheingold vom damaligen Intendanten Prof. Dr. Grischa Barfuß an die Deutsche Oper am Rhein engagiert und sang hier bis 1988 alle großen Rollen des Heldentenorfachs, darunter vor allem jene Wagner-Partien, die in den Folgejahren seine Weltkarriere prägen sollten: Siegmund, Siegfried, Tristan und Walther von Stolzing. Von der Deutschen Oper am Rhein aus gastierte er international u. a. an der New Yorker Carnegie Hall, später in der Metropolitan Opera sowie in der Mailänder Scala und der Wiener Staatsoper, um nur wenige zu nennen.

Bereits 1977 wurde Manfred Jung von Wolfgang Wagner als Siegfried in Patrice Chereaus „Jahrhundert-Ring“ unter Pierre Boulez bei den Bayreuther Festspielen engagiert und war in den folgenden 20 Jahren stets gern gesehener Gast auf dem Grünen Hügel. Für die Video-Aufzeichnung des Rings erhielt er auch den begehrten Grammy-Award. Seit 1989 war Manfred Jung auch als Dirigent tätig und widmete sich seit 2006 im Rahmen der von ihm gegründeten „Junge Musiker Stiftung“ mit Sitz in Bayreuth der Förderung des Sängernachwuchses.

Manfred Jungs strahlende Stimme sowie seine enorme Bühnenpräsenz bleiben unvergessen. Er erlebte seine Rollen und war dadurch überzeugend und authentisch in seiner Darstellung. Als Starkstrom-Elektriker und Beleuchter am Theater Essen ausgebildet, verlor der in Oberhausen geborene Manfred Jung nie die Boden­haftung und war als humorvoller und zuverlässiger Kollege beliebt. Sein Intendant Grischa Barfuß sagte über ihn: „Er war ein außergewöhnlich beliebter Sänger beim Publikum. Er hatte nie Starallüren, er war einfach Manfred Jung und das Publikum hat ihn als Manfred Jung akzeptiert.“  PMDOR

Deutsche Oper am Rhein  – Karten Hier:
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Wien, Wiener Staatsoper, Spielplan 2017/18 – Im Olymp der Musiktheater, IOCO Aktuell, 14.04.2017

April 15, 2017  
Veröffentlicht unter Hervorheben, IOCO Aktuell, Oper, Wiener Staatsoper

Wiener Staatsoper © Wiener Staatsoper / Michael Poehn

Wiener Staatsoper © Wiener Staatsoper / Michael Poehn

Die Wiener Staatsoper – Olymp der Musiktheater

2017/18 – 600.000 Besucher, 350 Vorstellungen: 227 Oper, 53 Ballett,….
54 Opernwerke, 9 Ballette, 4 Kinderopern

Die Wiener Staatsoper ist der Olymp der Musiktheater, weltweit. Die Weltgeltung der Staatsoper hält der Franzose Dominique Meyer seit 2011 auf hohem Niveau: 600.000 Besucher jährlich, eine Auslastung von 99% auf 2.284 Plätzen: Normalität in Wien, doch auch weltweit einzigartig. Die Spielzeit 2017/18 beginnt am 3. September 2017 mit einem Tag der Offenen Tür. Am 4.9. nimmt mit der Repertoire-Oper Il Trovatore, Regie Daniele Abbado, mit Anna Netrebko als Leonora und Marcelo Alvarez als Manrico das künstlerische Geschehen 2017/18 seinen Lauf auf.

Wiener Staatsoper / Legris - Meyer - Platzer © IOCO

Wiener Staatsoper / Legris – Meyer – Platzer © IOCO

Die kommende Spielzeit präsentierten Dominique Meyer, Ballettchef Manuel Legris und Finanzchef Thomas Platzer im April 2017 sympathisch entspannt. Traditionell beginnt Meyer die Spielplan-Pessekonferenz mit der Präsentation von Zahlen zur laufenden Spielzeit und betont die Bedeutung hoher Auslastung („…es gibt Leute die sagen, Auslastung sei nicht wichtig; doch was würden diese Leute sagen, wenn die Auslastung niedrig wäre..„) und positioniert damit die Wiener Staatsoper als realitätsorientierten Kulturtempel, welcher jenseits verzaubernden Bühnengeschehens seine Aufgaben real wie professionell umsetzt. Die Gesamt Auslastung der laufenden Saison lag per 3.4.2017 bei 98,70%, die Auslastung der Oper bei 99,26%, des Ballett bei 97,21%. Auch negativ erscheinende Zahlen erklärt Meyer im Detail: Der Rückgang der Besucherzahl zum 3.4.2017 von 403.000 gegenüber 410.000 im Vorjahr ist dem Schaltjahr 2016 und Kinderoper-Vorstellungen auf der Hauptbühne zuzuschreiben. Auffällig im Zahlenmarathon: Ein drittel aller Besucher der Staatsoper, 200.000, sind Zugereiste! Eine Zahl, welche das hohe internationale Ansehen der Wiener Staatsoper wie deren herausragende Bedeutung für die einheimische Wirtschaft griffig dokumentiert.

Wiener Staatsoper / Anna Netrebko und Dominique Meyer © Wiener Staatsoper GmbH / Ashley Taylor

Wiener Staatsoper / Anna Netrebko und Dominique Meyer © Wiener Staatsoper GmbH / Ashley Taylor

2019, zum 150 – jährigen Jubiläum der 1869 eröffneten Staatsoper soll, so Meyer, die Staatsoper saniert sein; es besteht erheblicher Sanierungsbedarf. Beginn im Sommer 2017 mit dem Schwind-Foyer und Loggia. Auch soll die Untertitelanlage des Theaters auf ein System mit Tablets umgestellt werden und sechs Sprachen. u.a. Japanisch, bedienen; Meyer sieht mit Blick auf komplexe Operntexte noch erhebliche Probleme. Doch das Augenmerk Meyers gilt ebenso den im Theatergeschehen erheblich unterrepräsentierten Weiblichkeit: Bei Dirigenten, Regisseuren und Komponisten sind Frauen noch Ausnahmen; Taten folgen der Ansage: Die erste Premiere der neuen Spielzeit, Der Spieler von Sergej Prokofjiew, 4. Oktober 2017, wird von Simone Young dirigiert und von Karoline Gruber inszeniert. Auch die Steigerung von Kinderprojekten ist ein Anliegen. In zahlreichen Produktionen, von Wagners Nibelungenring für Kinder (8. Oktober 2017) bis zur kultigen Zauberflöte für Kinder am 9.2.2018 (Tag nach dem Opernball 2018) bietet die Wiener Staatsoper zahrleiche Musik- wie Ballettprojekte für Kinder. Jonas Kaufmann und Anja Harteros: Sie werden nach der erfolgreichen Premiere von Andrea Chénier an der Bayerischen Staatsoper diese Partien an der Wiener Staatsoper (23.4., 26.4., 29.4., 2.5.2018) singen. Anna Netrebko, so Dominique Meyer, gefiel die Partie der Adriana Lecouvreur so gut, daß sie diese neu einstudierte und ab 9.12.2017 ihr Adriana Rollendebut an der Staatsoper  geben wird. Kein großer Name der Musikwelt fehlt an der Staatsoper in 2017/18: Roberto Alagna und Dmitri Hvorostovsky ab 12.3.2018 in Otello, Kristine Opolais als Cio-Cio-San ab 21.11.2017, Placido Domingo, Anja Kampe, Diego Florez, Aida Garifullina, .

6 Opernpremieren – 1 Kinderopern-Premiere

54 Opern – 9 Ballette – 4 Kinderopern

Wie gewohnt bietet der Opernspielplan eine international konkurrenzlose Bandbreite und Vielfalt: 54 verschiedene Opernwerke (einzigartig in der Welt), 9 verschiedene Ballettprogramme und 4 Kinderopern zu erleben. Hinzu kommen zahlreiche Konzerte, Matineen und Sonderveranstaltungen. Sechs Opernpremieren im Großen Haus sowie eine Kinderopern-Premiere in der AGRANA STUDIOBÜHNE | WALFISCHGASSE angesetzt:

Paris / Familiengrab von Camille Saint-Saens © IOCO

Paris / Familiengrab von Camille Saint-Saens © IOCO

–  Sergej Prokofjew: Der Spieler (4. Oktober 2017 – D: Simone Young; R: Karoline Gruber; mit: Dan Paul Dumitrescu, Elena Guseva, Misha Didyk, Linda Watson, Thomas Ebenstein, Elena Maximova, Morten Frank Larsen);
–  Alban Berg: Lulu in der dreiaktigen Fassung (3. Dezember 2017 – D: Ingo Metzmacher; R: Willy Decker; mit: Agneta Eichenholz, Angela Denoke, Bo Skovhus, Herbert Lippert, Franz Grundheber);
–  Georg Friedrich Händel: Ariodante (24. Februar 2018 – D: William Christie; R: David McVicar; mit: Sarah Connolly, Chen Reiss, Hila Fahima, Christophe Dumaux, Rainer Trost, Pavel Kolgatin, Wilhelm Schwinghammer);
–  Gottfried von Einem: Dantons Tod (24. März 2018 – D: Susanna Mälkki; R: Josef Ernst Köpplinger; mit: Wolfgang Koch, Herbert Lippert, Jörg Schneider, Thomas Ebenstein, Olga Bezsmertna);
–  Camille Saint-Saëns Samson et Dalila (12. Mai 2018 – D: Marco Armiliato; R: Alexandra Liedtke; mit: Elena Garanca, Roberto Alagna, Carlos Álvarez, Sorin Coliban);
–  Carl Maria von Weber: Der Freischütz (11. Juni 2018 – D: Tomáš Netopil, R: Christian Räth; mit Adrian Eröd, Camilla Nylund, Alan Held, Andreas Schager, Daniela Fally, Albert Dohmen) sowie
–  Alma Deutscher: Cinderella (28. Jänner 2018 in der AGRANA STUDIOBÜHNE| WALFISCHGASSE; D: N. N.; R: Birgit Kajtna)

Ballettdirektor Manuel Legris präsentiert in der Wiener Staatsoper drei Premieren:
–  den dreiteiligen Abend MacMillan | McGregor | Ashton (31. Oktober 2017 – D: Valery Ovsyanikov) mit Concerto von Kenneth MacMillan, Eden | Eden von Wayne McGregor und Marguerite and Armand von Frederick Ashton;
–  Edward Clug:  Peer Gynt (21. Jänner 2018 – D: Simon Hewett) sowie die
–  Nurejew Gala 2018 (29. Juni 2018 – D: Kevin Rhodes).

Wiener Staatsoper Innen © Wiener Staatsoper / Michael Poehn

Wiener Staatsoper Innen © Wiener Staatsoper / Michael Poehn

In der AGRANA STUDIOBÜHNE | WALFISCHGASSE wird in der Spielzeit 2017/2018 neben der Premiere von Cinderella, Juan Crisóstomo de Arriagas Die arabische Prinzessin und Wagners Nibelungenring für Kinder (Hirofumi Misawa nach Richard Wagner) auch wiederum ein breites Programm mit u. a. von Staatsoperndirektor Dominique Meyer moderierten Künstlergesprächen, musikalischen Einführungsveranstaltungen, Meisterklassen, Konzerten, Lesungen, Vorträgen u. a. zu Operngeschichte, Veranstaltungen der Opernschule und Ballettakademie angeboten.

Die neue Saison bringt auch zahlreiche Künstler-Debüts am Haus, so etwa der Dirigentin Susanna Mälkki, der Dirigenten Giampaolo Bisanti, William Christie (mit dem Orchester Les Arts Florissants), Tomáš Hanus, Alexander Soddy, Ramón Tebar sowie der Regisseure Josef Ernst Köpplinger und Alexandra Liedtke. Zu den Sängerinnen und Sängern, die sich 2017/2018 dem Staatsopernpublikum vorstellen, zählen u. a. Hrachuhí Bassenz, Sarah Connolly, Annette Dasch, Lise Davidsen, Sabine Devieilhe, Agneta Eichenholz, Venera Gimadieva, Nora Gubisch, Elena Guseva, Christiane Karg, Anita Rachvelishvili, Simone Schneider; Benjamin Bernheim, Christophe Dumaux, Robert Gleadow, Murat Karahan, Bernard Richter, Andreas Schager, Wilhelm Schwinghammer, Thomas Tatzl.

Wichtige Sängerinnen und Sänger geben 2017/2018 ihre persönlichen Rollendebüts an der Wiener Staatsoper: KS Elena Garanca und KS Roberto Alagna sind weltweit erstmals in den Titelpartien von Samson et Dalila zu erleben, Piotr Beczala gestaltet erstmals den Maurizio in Adriana Lecouvreur – an der Seite von Anna Netrebko – und den Don José in Carmen, Wolfgang Koch die Titelpartie in Dantons Tod, Christopher Maltman den Ford (Falstaff) und den Mandryka (Arabella), Marina Rebeka die Amelia in Simon Boccanegra, KS Angela Denoke die Gräfin Geschwitz in Lulu, Aleksandra Kurzak die Desdemona (Otello) – um nur einige zu nennen.

 Wien / Antonio Vivaldi - In Venedig vergessen -Lebendig in Wien_ Bildhauer: Gianni Arico © IOCO

Wien / Antonio Vivaldi – In Venedig vergessen -Lebendig in Wien_ Bildhauer: Gianni Arico © IOCO

Neben den genannten und den Ensemblesängern treten weiters u. a. folgende Gastsolisten auf: Laura Aikin, Gun-Brit Barkmin, Luciana D’Intino, Danielle de Niese, Angela Gheorghiu, Carmen Giannattasio, KS Edita Gruberova, Anja Harteros, Anita Hartig, Evelyn Herlitzius, Anja Kampe, KS Angelika Kirchschlager, Isabel Leonard, Kristin Lewis, Lise Lindstrom, KS Marjana Lipovšek, Irina Lungu, KS Waltraud Meier, KS Ricarda Merbeth, Erin Morley, Catherine Naglestad, Camilla Nylund, Kristine Opolais, Olga Peretyatko-Mariotti, KS Adrianne Pieczonka, Dorothea Röschmann, Michaela Schuster, Tatiana Serjan, Maria José Siri, Ekaterina Siurina, KS Krassimira Stoyanova, Iréne Theorin, Iris Vermillion, Linda Watson, Sonya Yoncheva, Elena Zhidkova; Wolfgang Ablinger-Sperrhacke, Nicola Alaimo, KS Carlos Álvarez, Marcelo Álvarez, Ain Anger, Aleksandrs Antonenko, Dmitry Belosselskiy, Jean-François Borras, Pavol Breslik, Javier Camarena, Marco Caria, Mario Cassi, Alessandro Corbelli, Jorge de León, Misha Didyk, Andrzej Dobber, Albert Dohmen, KS Plácido Domingo, Norbert Ernst, Paolo Fanale, KS Juan Diego Flórez, Roberto Frontali, KS Ferrucio Furlanetto, Massimo Giordano, Renato Girolami, Matthias Goerne, KS Stephen Gould, Vittorio Grigolo, Günther Groissböck, KS Franz Grundheber, Eric Halfvarson, KS Thomas Hampson, Alan Held, Ioan Hotea, Dmitri Hvorostovsky, Jonas Kaufmann, Simon Keenlyside, Tomasz Konieczny, Dmitry Korchak, Mariusz Kwiecien, Yonghoon Lee, Željko Lucic, Ambrogio Maestri, KSCH Peter Matic, Maxim Mironov, Tomislav Mužek, René Pape, George Petean, Massimiliano Pisapia, Luca Pisaroni, Dmytro Popov, Piero Pretti, Jukka Rasilainen, Johan Reuter, Peter Rose, KS Kurt Rydl, Fabio Sartori, KS Michael Schade, Erwin Schrott, KS Peter Seiffert, KSCH Peter Simonischek, Antonino Siragusa, KS Bo Skovhus, Pietro Spagnoli, Ludovic Tézier, Rainer Trost, Christopher Ventris, Rolando Villazón, Martin Winkler, Lars Woldt, Kwangchul Youn.

 Wien / Johann Strauss Vater © IOCO

Wien / Johann Strauss Vater © IOCO

2017/2018 stehen – neben den genannten Hausdebütanten – wieder am Pult der Wiener Staatsoper: Alain Altinoglu, Marco Armiliato, Pavel Baleff, Michael Boder, Semyon Bychkov, Frédéric Chaslin, James Conlon, Jonathan Darlington, KS Plácido Domingo, Dan Ettinger, Adam Fischer, James Gaffigan, Guillermo García Calvo, Sascha Goetzel, Eivind Gullberg Jensen, Michael Güttler, Daniel Harding, Graeme Jenkins, Patrick Lange, Louis Langrée, Jesús López Cobos, Cornelius Meister, Ingo Metzmacher, Tomáš Netopil, Yannick Nézet-Séguin, Evelino Pidò, Speranza Scappucci, Peter Schneider, Jean-Christophe Spinosi, Jeffrey Tate, Sebastian Weigle, Simone Young.

Der vielfältige Opern- und Ballettspielplan wird ergänzt von etablierten Veranstaltungsreihen:
–  Solistenkonzerte: An 5 Abenden stellen international herausragende Interpretinnen und Interpreten attraktive Konzertprogramme vor.
–  Matinee-Reihe Ensemblematinee im Mahler-Saal: An insgesamt 7 Terminen präsentieren sich junge Ensemblesängerinnen und -sänger abseits des Vorstellungsbetriebes. Am Klavier begleitet werden sie von den Korrepetitoren des Hauses.
–  Kammermusik-Reihe der Wiener Philharmoniker: In 10 Matineen präsentieren Mitglieder des Orchesters in wechselnden Ensembles unterschiedliche Kammermusik-Programme.
–  Kontrapunkte – Gesprächsmatineen von und mit Clemens Hellsberg: Dr. Clemens Hellsberg leitet zwei Diskussionsrunden zu aktuellen kulturellen Themen.
Am 23. Juni 2018 findet ein Galakonzert mit KS Edita Gruberova statt, die seit fast fünf Jahrzehnten der Wiener Staatsoper eng verbunden ist.
Abgerundet werden die umfangreichen Aktivitäten durch verschiedene weitere Matineen. Den beliebten Tag der offenen Tür begeht das Haus am 3. September 2017.
Insgesamt stehen in der Spielzeit 2017/2018 über 350 Vorstellungen auf dem Programm, davon 227 Opernvorstellungen (inkl. Kinderzauberflöte), 53 Ballettvorstellungen, 7 Konzerte, 7 Gesangsmatineen, 10 Kammermusik-Matineen, 8 weitere Matineen sowie in der AGRANA STUDIOBÜHNE | WALFISCHGASSE zahlreiche Kinderopernvorstellungen, Tanzdemonstrationen der Ballettakademie sowie weitere Veranstaltungen.

Am 8. Februar 2018 findet zum 62. Mal der Wiener Opernball statt: Das Haus wird wiederum in einen großen Ballsaal verwandelt, wo am darauffolgenden Tag zwei Vorstellungen von Die Zauberflöte für Kinder stattfinden.
Im Rahmen zweier konzertanter Gastspiele ist die Wiener Staatsoper auch in der nächsten Saison wieder im Ausland zu erleben: Am 22. Januar 2018 wird Don Giovanni in Abu Dhabi gespielt, am 2. April 2018 Le nozze di Figaro in Aix-en-Provence. In der Spielzeit 2017/2018 werden im Rahmen von WIENER STAATSOPER live at home insgesamt 45 Vorstellungen in exzellenter Bild- und Tonqualität über Internet live übertragen.

 Wiener Staatsoper / Videoleinwand am Herbert von Karajan Platz © IOCO

Wiener Staatsoper / Videoleinwand am Herbert von Karajan Platz © IOCO

Neben dem eigenen Portal www.staatsoperlive.com ist das Angebot auch über folgende Plattformen direkt abrufbar: Amazon Fire TV (Box oder Stick – App: WIENER STAATSOPER LIVE); Apple TV (Generation 4 seit Ende 2015 – App-Suche: WIENER STAATSOPER); A1TV Mediabox (Menüpunkt Internet Apps: WIENER STAATSOPER LIVE), Samsung SmartTV (App: WIENER STAATSOPER); und in Kürze auch SmartTVs anderer Hersteller.
Um ihr Angebot einer Vielzahl junger Menschen in ganz Österreich und darüber hinaus zugänglich zu machen, setzt die Wiener Staatsoper diese Technik für ein Live-Schulprogramm zu ausgewählten Terminen ein: Wiener Staatsoper live at school. Schülerinnen und Schüler entdecken das Haus samt seinen vielen Berufen, sie erleben live bei einer Probe den Entstehungsprozess mit und können durch zeitversetzte Ausstrahlung zur Schulzeit am Vormittag eine der Live-Übertragungen einer Opern- oder Ballettvorstellung gemeinsam erleben.
Im Rahmen von Oper live am Platz werden in den Monaten September, April, Mai und Juni wiederum jeweils rund 20 ausgewählte Opern- und Ballettvorstellungen live auf den Herbert von Karajan-Platz übertragen. Darüber hinaus werden alle Vorstellungen vom 27. Dezember 2017 bis 1. Jänner 2018 und das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker live am Platz gezeigt, Die Fledermaus am 31. Dezember als Beitrag zum „Silvesterpfad“ der Stadt Wien.

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