Heidelberg, AMADÉ – Heidelberger Kammermusikfestival, IOCO Aktuell, 17.01.2018

Januar 16, 2018  
Veröffentlicht unter Heidelberger Schloss, Hervorheben, Konzert, Kritiken

Heidelberg Impressionen © Uschi Reifenberg

Heidelberg Impressionen © Uschi Reifenberg

Schloss Heidelberg

Hochbegabten Netzwerk AMADÉ – Mitreißende Matinee 

 14.1.2018 –  Heidelberger Kammermusikfestival

Von Uschi Reifenberg

Um den musikalischen Nachwuchs in der Metropolregion Rhein-Neckar muss man sich keine Sorgen machen. Diese Tatsache wurde in einem Konzert des Hochbegabten- Netzwerkes AMADÉ beim Heidelberger Kammermusikfestival am 14. Januar im Prinz Carl Palais eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Das 2004 von der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim gegründete Netzwerk ist ein Zusammenschluss der Musikhochschule Mannheim mit mittlerweile über 30 Musikschulen der Metropolregion Rhein-Neckar von Kaiserslautern bis zum Neckar-Odenwald Kreis. Auch der Kinderchor des Nationaltheaters Mannheim ist Mitglied im AMADÉ Netzwerk.

Heidelberger Schloss / Kozertsaal © Uschi Reifenberg

Heidelberger Schloss / Kozertsaal © Uschi Reifenberg

Eines der erklärten Ziele dieses in Deutschland einmaligen Förderverbundes ist es, hochbegabte junge Musiker gemeinsam zu unterstützen, ohne sie aus ihrem gewohnten musikalischen Umfeld zu reißen. Die Musikschulen melden ihre besten Schüler im Netzwerk – eine Auszeichnung beim Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ ist erforderlich – diese werden weiterhin von ihrer Musikschule und den dortigen Lehrkräften unterrichtet. Die Musikhochschule Mannheim bietet Angebote wie kostenlose Meisterkurse, Workshops sowie Auftrittsmöglichkeiten in herausragenden Konzertorten wie dem Rosengarten Mannheim, dem Rittersaal im Mannheimer Barockschloss oder dem Prinz Carl Palais in Heidelberg.

Besonders talentierte junge Musiker haben darüberhinaus die Möglichkeit mit dem Mannheimer Universitätsorchester, welches sich ebenfalls der AMADÉ Förderung angeschlossen hat, diverse Solistenkonzerte zur Aufführung zu bringen. Das AMADÉ Netzwerk umfasst mittlerweile 80 junge Musikerinnen und Musiker im Alter von 11 bis 20 Jahren. Geschäftsführer und Ansprechpartner des Netzwerkes ist Martin Grabow.

Heidelberger Schloss / AMADÉ - Matinee der Hochbegabten im Konzertsaal © Uschi Reifenberg

Heidelberger Schloss / AMADÉ – Matinee der Hochbegabten im Konzertsaal © Uschi Reifenberg

Der Schwerpunkt der Programmgestaltung beim diesjährigen Heidelberger Konzert lag in der Streicher Kammermusik. Solistisch vertreten waren Gitarre, Querflöte, Gesang, Klavier und Klarinette. Die jungen Musiker, allesamt Preisträger diverser Wettbewerbe, überzeugten auf höchstem Niveau. Der erst 11- jährige Geiger Benjamin Shofman gestaltete Bela Bartoks Rumänische Volkstänze mit viel Temperament und beeindruckte in den lyrischen Passagen mit beseelter Innigkeit. Die Sopranistin Aglai Ast gab der Nixe Binsefuß von Hugo Wolf gut gelaunt und augenzwinkernd mit schönem Timbre und klarer Artikulation Gestalt und Charakter.

Das Duo Juhan Franke, Klavier, 13 Jahre und Valerie Philippsen, Violine, zeigten im 1. Satz von  Mozarts Violinsonate e-Moll KV 304  erstaunliche gestalterische Reife und erfreuten mit schöner Balance und viel Spiefreude. Die Pianistin Antonia Mangold, 15 Jahre, verlieh der Lerche von Alexander Balakirev perlende Läufe sowie reiche Klangschattierungen und zeigte viel Sinn für die seelenvolle Tiefe der russischen Musik. Mit großem Ton und viel Intensität zog die Cellistin Anastasia Thomas mit Camille Saint-Säens Allegro Appassionato das Publikum in ihren Bann.

Heidelberger Schloss / Matinee der Hochbegabten im Konzertsaal © Uschi Reifenberg

Heidelberger Schloss / Matinee der Hochbegabten im Konzertsaal © Uschi Reifenberg

Nach der Pause erfreuten die Geschwister Emily Isinger, Klavier, 13 Jahre und Alicia Isinger, Violine, 16 Jahre, in Camille Saint-Säens Danse Macabre mit einem wahren Feuerwerk an Virtuosität und großer suggestiver Gestaltungskraft. Rebecca Eberhard, 13 Jahre, führte das Publikum mit La Flute de Pan von Jules Mouquet in die Welt virtuoser Flötenmusik und ließ mit perlenden Läufen und ausgeglichenem Ton keine Wünsche offen. Der Gitarrist Martin Koloseus gestaltete das Ricercare LVll von Francesco di Milano mit  Sensibilität und klanglicher Finesse und erreichte starke Spannungsmomente.

Die 16 jährige Solistin Hannah Aoki, Violine, erntete viel Beifall mit zwei Sätzen aus der Suite von Johann Sebastian Bach und erstaunte mit großem warmen Ton und viel Gespür für die klaren Strukturen der Bachschen Musik. Lucia Enzmann, Gitarre, zog nuancenreich und  souverän alle Register ihres Könnens mit Werken von Caspar Joseph Merz und Manuel M. Ponce. Den fulminanten Schlusspunkt setzte die 17- jährige Klarinettistin Wiebke Haas mit dem 1. Satz des Klarinettenkonzerts von Anton Hoffmeister und entließ das begeisterte Publikum im voll besetzten Konzertsaal in den Sonntag Nachmittag.

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Hamburg, Brenda Roberts – Rollenimpressionen, IOCO Portrait, 17.01.2018

Januar 16, 2018  
Veröffentlicht unter Hervorheben, Oper, Portraits, Staatsoper Hamburg

Brenda Roberts © Brenda Roberts

Brenda Roberts © Brenda Roberts

http://brendaroberts.net/

BRENDA ROBERTS  –  ROLLENIMPRESSIONEN

Von Rolf Brunckhorst

2017 erschien erstmals der Mitschnitt der als verloren geglaubten Bayreuther Siegfried Aufführung aus 1974; mit der damals so jungen Brenda Roberts als Brünnhilde: Seit Erscheinen dieses Siegfried-Mitschnitts ist Brenda Roberts wieder ins Gespräch gekommen. Zeit also, sich an ihre großen Auftritte zu erinnern. Begonnen hat ihre Karriere am Staatstheater Saarbrücken, weitere Stationen waren die Opernhäuser Bielefeld und Nürnberg, bis GMD Horst Stein sie dann an die Hamburgische Staatsoper engagierte. Brenda Roberts war im Jahre 1978 meine erste Elektra überhaupt. Vorher hatte ich mich bei Freunden informiert, welche der Elektra-Sängerinnen die derzeit Beste sei. Bei dem Namen Brenda Roberts vermutete jemand, sie sei doch viel zu jung, das könne doch gar nicht gehen. Also suchte ich mir eine andere Elektra-Vorstellung aus. Am Abend erwartete mich im Hamburger Opernhaus ein roter Zettel, der mich darüber informierte, daß statt der angesetzten Elektra nun Brenda Roberts die Titelpartie übernehmen werde. Nun denn …. Nach der allseits bekannten Mägde-Szene begann der große Monolog. Ich hörte eine fast lyrische, aber metallische und wuchtig ausladende Sopranstimme, die in der Höhe prächtig aufging. Dazu nahm das intensive Spiel von vornherein für diese Sängerdarstellerin ein. Brenda Roberts führte ihre Stimme unangefochten durch alle Szenen und stellte sowohl Aggression, Hohn und Spott für Klytämnestra dar, zeigte sich aber fast kindlich zutraulich ihrem Bühnenbruder Orest gegenüber. Bis zum Schlußjubel war von einer Überanstrengung der Stimme nichts zu hören, und es gab allenthalben Bravos für diese Leistung. Am Bühnenausgang zeigte sich Brenda Roberts unkompliziert und aufgeschlossen und erzählte, daß sie zur Zeit eine Serie Salome-Vorstellungen am Staatstheater Braunschweig sänge. Zum abgesprochenen Vorstellungstermin fand ich mich im Braunschweiger Opernhaus ein.

Brenda Roberts als Elektra in Mannheim hier Schlussapplaus © Brenda Roberts

Brenda Roberts als Elektra in Mannheim hier Schlussapplaus © Brenda Roberts

Diese Salome wird mir für alle Zeiten unvergeßlich bleiben. Diese Salome spielt in einem Schlachthaus, die weißen Kacheln waren blutüberströmt, und die läppischen Kostüme waren das Tüpfelchen auf dem „i“. Einige Abonnenten verließen vorzeitig das Haus, und auch mein Nebenmann wurde während des Judenquintetts unruhig und wäre am liebsten gegangen, wenn nicht Brenda Roberts‘ bisherige Leistung einen fulminanten Schlußgesang versprach. Höhepunkt des ersten Teils war zweifellos die Szene mit Jochanaan, in der sich Brenda Roberts geradezu in eine Hysterie hineinsteigerte, wenn sie beharrlich verlangte, den Mund des Jochanaan zu küssen. Während des nachfolgenden Zwischenspiels zog sie alle Blicke auf sich, da man an ihrer Körpersprache erkennen konnte, daß großes Unheil geschehen werde. Daß der Tanz in dieser Atmosphäre von vornherein verschenkt sein würde, war klar, denn in diesem Schlachthaus konnte keinerlei erotische Stimmung aufkommen. Der Schlußgesang hatte es dann wirklich in sich: mit immer schärferer Tongebung verlieh Salome ihrer Forderung nach dem Kopf des Jochanaan hörbaren Nachdruck, und verfiel wieder in die bereits erwähnte Hysterie, der man nur mit der Erfüllung ihres Wunsches Einhalt gebieten konnte. Während der Schlußszene entwickelte Brenda Roberts‘ Salome sich angesichts des Toten wieder in das kleine unschuldige Mädchen zurück, das sie vielleicht liebend gern geblieben wäre. Aber wenn der Mond die dunkle Szenerie nur knapp erhellt, gewinnen Salomes innere Dämonen wieder Gewalt über sie und sie bejubelt das Geschehene. Diese fulminante Darstellung stand im Einklang mit einer vorzüglichen stimmlichen Leistung, die verstehen läßt, daß Brenda Roberts zu den gefragtesten Salome-Sängerinnen ihrer Zeit zählte.

Drei Strauss-Generationen hier vl Viorica Ursuleac, Astrid Varnay, Brenda Roberts © Brenda Roberts

Drei Strauss-Generationen hier vl Viorica Ursuleac, Astrid Varnay, Brenda Roberts © Brenda Roberts

Nur wenige Wochen später: zweimal Ortrud (Lohengrin) in – ihrer – Hamburger Inszenierung. Während des ersten Aktes, in dem die Ortrud nahezu eine Stunde lang nichts zu singen hat, ist sie aber trotzdem von Beginn an präsent, sie beratschlagt sich mit ihrem Mann, umkreist immer wieder die handelnden Personen, und vermittelt auf diese Weise den Eindruck einer fanatischen, einer getriebenen Frau. Im zweiten Akt wird klar, was diese Ortrud antreibt: es ist das Klammern an die alte Religion, die alten Götter, die für Ortrud noch nichts an Kraft und Glanz verloren haben. Geradezu unheimlich schleudert Brenda Roberts in der Szene mit Telramund das Wort „Gott“ heraus, nachdem totale Stille herrscht, die keinem Gelächter oder ähnlichem geopfert wird. Brenda Roberts steigert sich in dieser Szene hin zu phänomenalen „Entweihten Göttern“, bei denen sie auch durch ihre Körpersprache ausdrückt, daß mit dieser Vertreterin der alten Götter noch zu rechnen sein muß. Vor dem Münster kommt es dann zum Showdown zwischen Ortrud und Elsa, wenn Ortrud ihr weißes Gewand ablegt und ganz in schwarz, der Farbe ihrer Rache, vor dem Volk steht. Und auch die Schlußszene zeigt, daß Ortrud zumindest in einer Hinsicht triumphieren wird, Lohengrin muß seine Ehefrau zurücklassen, und Ortrud giftet ihm ein höhnisches „Fahr‘ heim Du stolzer Helde“ nach. Sie hat zweifelsohne noch viel vor an diesem Hof. Brenda Roberts‘ Ortrud: ein Rollenbild aus einem Guß.

Brenda Roberts‘ Isolde-Debüt ist angesagt, und so treffen sich einige auswärtige Opernfreunde an diesem Sonntag am Staatstheater Mainz. Zwei wichtige Pfeiler einer Tristan-Premiere, nämlich die Inszenierung und die Besetzung des Titelhelden, lagen wie ein Schatten auf dieser Premiere. Das Bühnenbild litt unter erkennbaren Sparzwängen, und so war der Versuch, Arnold Böcklins Toteninsel zum Bühnenbild umzugestalten, sichtbar gescheitert. Zudem paßte in diese marode Kulisse Herbert Becker wie das Tüpfelchen aufs „i“. Ich hatte ihn vor vielen Jahren als Siegfried erlebt, und mein erster Gedanke war, er sieht aus wie der klassische Oberförster. Mit seinen roten Bäckchen und seiner properen Figur paßte er nun gar nicht in den weißen Dandy-Anzug, dessen Jacke er sich entledigte, um sie Brenda Roberts als Sitzunterlage für das Duett anzubieten. Auch stimmlich konnte ich mit seiner Art zu singen nie richtig glücklich werden, zu eigenwillig erscheinen einige Phrasen, zu auffällig wurden an dramaturgisch vertretbaren Plätzen Kräfte gespart. Und zum Schluß noch eines: die ganzen Blumensträuße und Bravo-Rufe für Brenda Roberts waren NICHT von ihr bestellt worden, sondern eine Überraschung für die Sängerin anläßlich ihres Rollendebüts. Auf der Haben-Seite des Abends blieb noch ein kreuzbraver Kurwenal und eine etwas vorsichtige, aber stimmschön agierende Brangäne. Doch das Ereignis des Abends war zweifellos Brenda Roberts als Isolde, die gleich am Premierentag von dieser Rolle Besitz ergriff. Vom ersten „Wer wagt es zu Höhnen“ bis hin zu „Unbewußt, höchste Lust“ zeigt die Stimme alle Facetten, die ihr zur Verfügung stehen und die für diese Rolle auch benötigt werden. Besonders gut gelingt ihr der höhnische, mitunter sogar sarkastische Dialog mit Tristan, herrlich auch, wie eiskalt sie Kurwenal abserviert: „Nicht sollt ich mich bereiten …“. Nach einem prachtvoll gesungenen Finale wurden wir in die erste Pause entlassen. Da das Mainzer Opernhaus darauf bestanden hatte, ausgerechnet an diesem Premierenabend ihr neues Computerkartensystem auszuprobieren, waren viele Leute verspätet oder gar nicht in den ersten Akt gekommen. Der Ärger darüber war fast lauter als die klassischen Pausengespräche über die Musik. Nachdem für den zweiten Akt nun auch alle, die Karten vorbestellt hatten, hinein durften, gab es gleich einen Höhepunkt zu bestaunen: Brenda Roberts schleuderte souverän und wuchtig ihr „Frau Minne sprach, es werde Nacht“ an Brangänes Adresse, so daß alle in Merket-auf-Stellung saßen. Damit begann das lange Duett, von mir als Solo mit Begleitung empfunden. Brenda Roberts sang wunderschön, empfindsam und differenziert, mit topsicherer Tongebung und nie nachlassendem lyrischem Fluß. Wunderbar, wie sie sich nach dem verhaltenen Beginn von „So starben wir“ zu der finalen Passage „Der Liebe nur zu leben“ steigert. Bleibt noch der dritte Akt, für mich eine Stunde  Warten auf Brenda Roberts‘ Auftritt, ein Warten, für das ich mit Isoldes letzten Monologen belohnt wurde. Am Ende „Mild und leise, wie er lächelt“, zärtlich verhalten beginnend, sich prächtig zu einem leuchtenden „Welt-Atem“ erhebend, um im sauber getragenen Piano der „Höchsten Lust“ zu vollenden. Obwohl dieses Rollendebüt schon so viel Definitives aufgezeigt hatte, hat Brenda Roberts für die nächsten Vorstellungen weiter an der Partie gearbeitet und hat immer neue Nuancen herausstellen können (NB: „Ich habe vier der fünf Vorstellungen gesehen).

Samstagmorgen … ein bißchen ausschlafen … das Telefon läutet: „Hier Brenda Roberts, ich gebe heute Abend in Oldenburg mein Kundry-Debüt, ohne Orchesterprobe, nur mit Klavierprobe und kurzer szenischer Einweisung.“ Am Abend klang s aber alles andere als ungeübt. Das Oldenburger Opernhaus hatte eine Besetzung zusammengestellt, die miteinander sang und sich auch Orchester und Chor verlassen konnte. Nachdem Brenda Roberts schon im ersten Akt einige Male hat aufhorchen lassen („Deine Mutter ist TOT“ und „Sind die Tiere hier nicht heilig“), entwickelte sich im zweiten Akt eine spannende Auseinandersetzung zwischen Klingsor und Kundry, bei der sich Kundry sichtbar bemühte, nicht den neuen Anweisungen ihres Bühnenbeherrschers Klingsor folgen zu müssen. Die großen, geradezu expressiven Schreie zeigten auch im Publikum ihre Wirkung, zwei Damen hinter mir waren ganz verblüfft darüber, daß an diesem Abend solch ein ausdrucksstarkes Stück geboten wurde. Dann folgten die 20 Minuten, auf die jedes Parsifal-Publikum lauert: die ausgeweitete Szene zwischen Kundry und Parsifal. Brenda Roberts beginnt ganz schlank auf Linie und bringt den ersten Teil von „Ich sah das Kind an seiner Mutter Brust“ inspiriert, intonationssicher und wortverständlich über die Runden. Noch einmal steigert sie ihr heißblütiges Spiel, wenn sie Christus am Kreuz verlacht. Dann folgt Kundrys finaler Ausbruch, bei dem man merkt, daß sie noch nicht an ihre Grenzen gegangen ist. Der dritte Akt bietet der Kundry nicht mehr als das stöhnende Geräusch und die beiden „dienen“-Rufe. Trotzdem war Brenda Roberts in ihrer Gestaltung durchweg intensiv, und ihre Reaktion auf ihre Mitspieler war von einem tiefen Rollenverständnis geprägt.

Wenn dieser Bericht einen störungslosen Ablauf protokolliert hat, so ist dieses vor allem Brenda Roberts zu verdanken, die sich die heikle Kundry-Partie an diesem Abend ganz zu eigen gemacht hat. Dieses ist nur ein weiteres Beispiel für die Professionalität von Brenda Roberts, mit der sie hier wie auch an verschiedenen anderen Opernhäusern in aller Kürze eine Vorstellung gerettet hat. Das führt uns zwanglos zum nächsten Bericht. Wir sind wieder in Hamburg, es gibt Die Frau ohne Schatten, und die Retterin der Aufführung an diesem Abendheißt Brenda Roberts. Die alte Kurt-Horres-Inszenierung war ein Repertoire-Glanzstück und wurde in der Regel auf Weltklasse-Niveau besetzt. Das war auch an diesem Abend nicht anders, da die fünf Hauptpersonenalle auf Augenhöhe miteinander agieren konnten. Brenda Roberts ist für die Besetzung der Färbersfrau ein Glücksfall. Auf den ersten Blick wirkt sie jung und verletztlich, ist aber in ihrer Ehe zutiefst frustriert, und zwei nach unten gezogene Mundwinkel zeugen von steter Unzufriedenheit. Das ist genau die Färbersfrau, die sich die Amme und die Kaiserin gewünscht haben. Die Färbersfrau scheint ihnen auch auf den Leim zu gehen, wenn sie z.B. Juwelen geschenkt bekommt und scheinbar ganz hilflos fragt, „dies in mein Haar?“, und doch schon sehr genau weiß, daß diese Sachen bald ihr gehören werden. Daß die junge Frau im ersten Akt aber noch nicht alle moralischen Maßstäbe über Bord geworfen hat, erkennt man an ihren Ängsten, wenn sie glaubt, die Stimmen der ungeborenen Kinder zu hören. Auch im zweiten Akt bleibt sie hinter den „Erwartungen“ der Amme zurück. Sie will sich nicht mit dem nackten Jüngling, vom Markt in ihre Stube gezaubert, einlassen, und so kommt es zu keiner Minute zu dem Ehebruch, den die Färberin später ihrem Mann fälschlich gesteht. Diese im wahrsten Sinne des Wortes hochdramatische Handlung fordert auch einen beinharten hochdramatischen Sopran. Mit Brenda Roberts steht ein Färbersfrau auf der Bühne, die den von Richard Strauss entfachten Klangwogen stets noch etwas entgegenzusetzen hat. Großer Jubel am Ende des zweiten Aktes. Der dritte Akt bietet die vielleicht schönste Musik, die Richard Strauss jemals komponiert hat. Ganz aufgehen kann man in dem Auftaktsduett, in dem Barak und seine Frau langsam wieder zueinander finden. Färbersfrauen, die sich am Ende des zweiten Aktes verschrien haben, haben natürlich ihre Probleme mit dem lyrischen Fluß des Duetts, aber dies bereitete Benda Roberts keinerlei Probleme und sie sang sieghaft ihren nächsten Höhenanforderungen entgegen. Wenn dann im Finale die beiden Paare endlich wieder zueinander gefunden haben, bietet das abschließende Quartett den Protagonisten noch einmal die Gelegenheit, ihre Stimmstärken in die Waage zu werfen. Ein mehrfaches hohes „C“ beendete dann eine Vorstellung auf allerhöchstem Niveau. Das Publikum liebte seine Färberin und feierte die Aufführung ausgelassen.

Brenda Roberts als Färberin in Frau ohne Schatten an der MET © Brenda Roberts

Brenda Roberts als Färberin in Frau ohne Schatten an der MET © Brenda Roberts

Als letztes habe ich die Sommerfestspiele in Bad Hersfeld ausgesucht: Zwei Sommer lang Fidelio mit Brenda Roberts in der Titelrolle. Die Stiftsruine bildet einen idealen Platz für die Darstellung dramatischen Geschehens. Es war wahrlich beeindruckend, wie nach der Rückkehr der Gefangenen in ihre Kerkerauch das natürliche Tageslicht sich für diese Nacht zurückzog. Die Festspielintendanz hatte ein hoch motiviertes Team an die zum Teil recht schwierigen Partien herangeführt, und man konnte in den Tagen bis zur Premiere sehen, wie die Aufführung reifte. Bei der Premiere zeigten sich alle in Bombenform. Brenda Roberts‘ kräftige Stimme fand sich in der ungewohnten Akustik schnell zurecht und sie konnte ihre Leistung im ersten Akt mit einem grandiosen „Abscheulicher, wo eilst du hin“ krönen. Es war eine Freude, wie die Koloraturen aufeinander perlten, bis Brenda Roberts dann im Finale der Arie zeigte, daß sie eine echte Hochdramatische ist. Mit dem nötigen Metall in der Stimme ging es weiter zum jubelnden „Noch heute, noch heute“. Pausenlos ging es in den zweiten Akt, wo sich Brenda Roberts kämpferisch zeigte, um ihrem Bühnengatten unter Einsatz ihres eigenen Lebens die Freiheit zu ermöglichen. Das Duett nach der befreienden Nachricht des Ministers verdient ein Extra-Lob. Insgesamt eine würdige Aufführung für diesen eindrucksvollen Festspielort. Brenda Roberts erhielt übrigens den „Kulturpreis der Stadt Bad Hersfeld“ für ihre Leistung.

Der zeitliche Rahmen des geschilderten verteilt sich auf ca. 10 Jahre, die nicht ganz so typischen Roberts-Partien (Turandot, Lady Billows, Tosca, Ariadne) verdienen vielleicht einen Folgebericht. Vielen Dank an Brenda Roberts für ihre Mithilfe.

München, Gärtnerplatztheater, Musical Priscilla – Königin der Wüste, IOCO Kritik, 15.01.2017

Staatstheater am Gärtnerplatz München

München / Gärtnerplatztheater © Christian POGO Zach

München / Gärtnerplatztheater © Christian POGO Zach

 

Priscilla – Königin der Wüste

Drei Drag-Queens im australischen Outback

Von Daniela Zimmermann

Priscilla – Queen of the Desert war 1995 ein Kinohit, ausgezeichnet mit einem Oscar und anderen Preisen. Stephan Elliot und Allen Scott hatten das Buch um drei schwule oder transsexuelle australische Travestiekünstler (Drag-Queens) geschrieben, welche im fernen Outback des Landes überraschende wie liebenswerte Erkenntnisse finden. 2006 folgte dem Erfolgsfilm eine Bühnenfassung als Musical, entwickelt von Simon Philipps; uraufgeführt im Lyric Theatre in Sydney, unter seiner Leitung. Discohits der 70er bis 90er Jahre, von „It´s raining Men“, „Girls just want to have fun“, von Tina Turner bis Elvis Presley, machten Priscilla weltweit zu einem erfolgreichen „Jukebox-Musical“

Priscilla wurde zum Zeichen einer weltweiten Emanzipationsbewegung für Schwule und Transsexuelle und macht dies Musical so auch zu einer Herausforderung für Besucher, ungewöhnlich scheinende Verhaltensnormen ohne Vorurteil wahr zu nehmen. Nun ist Priscilla auch als deutsche Erstaufführung: In deutscher Sprache, als Neuinszenierung, konzipiert für das Gärtnerplatztheater in München.

Staatstheater am Gärtnerplatz / Musical Priscilla - hier mit Erwin Windegger als Bernadette, Terry Alfaro als Adam, Armin Kahl als Tick und Ensemble © Marie-Laure Briane

Staatstheater am Gärtnerplatz / Musical Priscilla – hier mit Erwin Windegger als Bernadette, Terry Alfaro als Adam, Armin Kahl als Tick und Ensemble © Marie-Laure Briane

Regisseur Gil Mehmert brachte Priscilla mit flottem wie unterhaltsamen Revuecharakter auf die von Jens Kilian gestaltete Bühne im Gärtnerplatztheater. Melissa King erarbeitete die Choreographie mit spritzigen Einfällen und Esprit. Alfred Mayerhofer kreierte farbenprächtig phantasievolle oder herrlich schräge Kostüme.

Mittelpunkt des Musicals ist der alte Bus namens Priscilla mit riesigem pinkfarbenem Glamour Highheel auf seinem Dach. Drei Männer aus dem Travestiemilieu verabreden sich mit recht unterschiedlichen Motivationen zu dieser Reise. Tick, (Armin Kahl) tritt gerade als „Doris Gay“ in Sydneys Cockatoo Club auf, ist verheiratet, aber getrennt von seiner Frau und Vater eines kleinen Sohnes. Dies wiederum ist sein Geheimnis vor seinen Freunden. Als Ehefrau Marion ihn bittet, in Alice Springs aufzutreten, auch weil der gemeinsame Sohn sich nach ihm sehnt, sagt er zu. Doch er möchte nicht allein dorthin reisen. So beschwört Tick seine nicht mehr so jungen transsexuelle Freundin Bernadette (Erwin Windegger), als „Ralph“ geboren und vor Jahren Mitglied der Travestieformation „Les Girls“, und den jungen Freund Adam, (Terry Alfaro) eine Drag-Queen, eine meist weibliche Kleidung und kunstvolles Make-up tragende Person mit dem Künstlernamen „Felicia Jollygoodfellow“, welcher immer einmal in seinem Fummel auf dem Ayers Rock wollte, reisen mit..…..

Staatstheater am Gärtnerplatz / Musical Priscilla - hier Oben auf dem Bus Armin Kahl als Tick und Terrry Alfaro als Adam und Ensemble © Marie-Laure Briane

Staatstheater am Gärtnerplatz / Musical Priscilla – hier Oben auf dem Bus Armin Kahl als Tick und Terrry Alfaro als Adam und Ensemble © Marie-Laure Briane

Auf der Reise stößt noch Bob (Frank Berg) dazu, als dringend benötigter Mechaniker für den alten Bus Priscilla; mit Bobs Hilfe wird das Ziel, Ayers Rock, erreicht. Wie für die drei Drag-Queens, endet im Musical alles natürlich gut endet: Bernadette, durch eine OP zur richtigen Frau gewandelt, findet in Bob ihre große Liebe. Felicia, der Youngster, besteigt den ersehnten Ayers Rock im Fummel, Tick ist glücklich über seinen Sohn, der ihn akzeptiert.

So geht die Post ab im Gärtnerplatztheater, in spektakulären Tänzen auf der Bühne, in etwas „einseitig“ anzüglicher, nicht immer zitierfähiger Sprache und anregenden Gesängen. Die Drag-Queens Tick, Bernadette und Adam werden durch die Diven Dorina Garuci, Jessika Kessler und Amber Schoop in Darstellung und Gesang furios unterstützt. Jeff Frohner lässt dazu sein mit Bläsern und Streichern verstärktes Orchester fetzen. So siegen am Ende auch in der Travestie-Community dieses etwas schrägen Musicals vermeintlich profane bürgerliche Werte. Slapsticks jagen einander in Priscilla und verstärken letztlich die emotionale Rührung bis zum herrlich normalen wie kitschigen Happy End.

So sind auch die Zuschauer ergriffen. Standing Ovations, minutenlanger Beifall beenden ein ungewöhnliches wie hinreißendes Musical im Gärtnerplatztheater.

Priscilla – Königin der Wüste im Staatstheater am Gärtnerplatz; weitere Vorstellungen: Januar 5 / 6 / 13 / 14; Februar 1 / 2 / 17 / 18;  März 13 / 14 / 17;  April 11 / 12 / 2018

Verona, Arena di Verona, 96. OPERNFESTIVAL 22.6. – 1.9.2018 – Verona, IOCO Aktuell, 16.01.2018

Januar 13, 2018  
Veröffentlicht unter Arena di Verona, Hervorheben, IOCO Aktuell, Oper

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Arena di Verona

Verona / Arena di Verona Vorplatz © IOCO

Verona / Arena di Verona Vorplatz © IOCO

96. OPERNFESTIVAL 22.6. – 1.9.2018

Carmen, Nabucco, Aida, Turandot, Il Barbiere di Siviglia
Große Oper in römisch antikem Amphitheater

Die Arena di Verona lädt wieder ein: Zum 96. Opernfestival vom 22. Juni bis 1. September 2018. An 47 Abenden werden dort in der „Tradition der Arena“  klassische Opern eigens für das römische Amphitheater spektakulär inszeniert. Stars der Opernbühne geben ihr Stelldichein.  Für über 600.000 Besucher wird dies Opernfestival jedes Jahr zu einem bewegenden Erlebnis.

Arena di Verona / Stimmungsbild zur Pause in der Arena di Verona © IOCO

Arena di Verona / Stimmungsbild zur Pause in der Arena di Verona © IOCO

Seit 1913, zum 100. Geburtsjahr des populärsten aller Opernkomponisten dem sensiblem Menschenfreund Giuseppe Verdi, finden in der antiken Arena di Verona über zwei Monate dauernde Opernfestspiele statt. 2018 machen über 600.000 Theater-besucher die Festspiele in der Arena di Verona zum größten Opernereignis der Welt. Stimm- und Lebensfreude sind die Merkmale dieses Opernfestivals. Verona feiert dies Festival im humanen Geiste Giuseppe Verdis, „lebendig, mitten im Volk“.

Die Arena di Verona wurde 30 n.Chr. erbaut. Von einem Erdbeben im Jahr 1117 schwer zerstört sind die Umfänge heute 138 x 109 Meter. 45 Stufenränge mit 45 Zentimeter Höhe und Tiefe bieten 22.000 Besuchern Platz. Die Arena di Verona – nach dem Kolosseum in Rom und der Arena von Capua – das drittgrößte der erhaltenen antiken Amphitheater. Wo 1278 die letzten gegen die Inquisition kämpfenden Katharer hingerichtet wurden, wo früher Gladiatoren mit Löwen kämpften schwelgen heute lebensfrohe Musikliebhaber.

Anlässlich der 96. Veranstaltung des historischen Opernfestivals in der Arena von Verona vom 22. Juni bis 1. September 2018 sind an 47 Aufführungsabenden zusammen mit international berühmten Interpreten auch die kreativen und technischen Mitarbeiter der Stiftung Arena engagiert. Das Festival wird mit einer neuen Inszenierung von Georges Bizets Carmen eröffnet, einer der weltweit meistgespielten Opern; es folgen die gro?en klassischen Werke in eindrucksvollen Aufmachungen sowie Giuseppe Verdis Nabucco in der Inszenierung, mit der die vergangene Opernsaison 2017 eröffnet wurde.

Arena di Verona / Festspiele 2018 hier Il Barbiere di Siviglia © Ennevi

Arena di Verona / Festspiele 2018 hier Il Barbiere di Siviglia © Ennevi

Auf dem Spielplan stehen insgesamt fünf Opern: ausser Carmen und Nabucco, Aida von Giuseppe Verdi, Turandot von Giacomo Puccini und Il Barbiere di Siviglia von Gioachino Rossini. Zwei nicht zu versäumende Ereignisse bereichern das Programm: Roberto Bolle and Friends, ein absolutes Muss in der Ballettwelt und Special Opera Night für ein einzigartiges Festival, das seit über einhundert Jahren das Publikum in Verwunderung versetzt und begeistert.

Das Festival 2018 wird am 22. Juni mit Carmen, Bizets Meisterwerk, eröffnet; die Oper, die beim Publikum der Arena immer grossen Anklang findet, wird an 13 Abenden in einer neuen, vom argentinischen Regisseur Hugo de Ana signierten Inszenierung aufgeführt.
Wiederholungen: 29. Juni um 21.00 Uhr – 6. 11. 17. 21. Juli 21.00 Uhr – 3. 9. 12. 22. 25. 28. 31. August um 20.45 Uhr.

Traditionsgemäss findet am Tage darauf, 23. Juni, die Erstaufführung der in der Arena zum Symbol gewordenen Oper statt: Verdis Aida wird an 16 Abenden in der imposanten Inszenierung von Franco Zeffirelli aus dem Jahr 2002 und mit dem Kostümen von Anna Anni dargestellt.  Wiederholungen: 28. Juni um 21.00 Uhr – 8. 10. 14. 19. 22. 27. Juli um 21.00 Uhr – 2. 5. 7. 11. 19. 23. 29. August um 20.45 Uhr – 1. September um 20.45 Uhr.

Die dritte Oper auf dem Spielplan 2018 ist Puccinis Turandot in einer Interpretation des genialen Regisseurs Franco Zeffirelli aus dem Jahr 2010, der Regie und auch Bühnenbild zeichnet, und mit den Kostümen des Oskarpreisträgers Emi Wada. Die Oper wird vom 30. Juni an fünf Abenden dargestellt. Wiederholungen: 5. 13. 18. 26. Juli um 21.00 Uhr.

Arena di Verona / Festspiele 2018 hier Nabucco © Ennevi

Arena di Verona / Festspiele 2018 hier Nabucco © Ennevi

Vom 7. Juli kehrt für 6 Vorstellungen Verdis Nabucco in der von grossem Beifall begleiteten Inszenierung zurück, die das Festival 2017 eröffnet hatte. Regie und Kostüme von Arnaud Bernard und Bühnenbild von Alessandro Camera. Wiederholungen: 12. 20. 28. Juli um 21.00 Uhr – 10. 18. August um 20.45 Uhr.

Als letzter Operntitel auf dem Programm wird am 4. August an 5 Abenden Rossinis Il Barbiere di Siviglia aufgeführt; die von Hugo de Ana kreierte Inszenierung aus dem Jahr 2007 verwandelt das römische Amphitheater in einen faszinierenden Garten; die unterhaltsamen Choreographien stammen von Leda Lojodice. Wiederholungen: 8. 17. 24. 30. August um 20.45 Uhr.

Dazu kommen zwei Überraschungen: am 25. Juli kehrt zum fünften Mal im Rahmen des Opernfestivals in der Arena das Grossevent Roberto Bolle and Friends ins Amphitheater, ein Stelldichein mit der internationalen Ballettwelt; am 26. August hingegen findet ein magischer Opernabend mit au?ergewöhnlichen Interpreten statt, womit die unsterblichen Opernwerke gefeiert werden.

Folgen Sie den Veranstaltungen der Arena von Verona auf der Website www.arena.it und in den sozialen Medien, um alle Details zu entdecken und Ihren Platz für die Aufführungen zu buchen. Lassen Sie sich nicht einen magischen Opernabend unter dem Sternenhimmel der Arena im Sommer 2018 entgehen!

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