
Presseinformation
La finta giardiniera / Oper
Donnerstag, 1. April, 19.30 Uhr, Stadttheater
Liebe Redaktorinnen und Redaktoren
Sehr geehrte Damen und Herren
Wer dem damals 19-jährigen Wolfgang Amadeus Mozart den Auftrag erteilte, für die Münchner Karnevalssaison des Jahres 1775 eine Oper zu schreiben, ist nicht überliefert. Das mit Rezitativ und Arie noch in der spätbarocken Opera buffa verhaftete Dramma giocoso “La finta giardiniera” gilt jedoch als Mozarts erste ausgereifte Opernkomposition.
Die Komödie, die in der Originalversion rund dreieinhalb Stunden dauert, wurde für Bern um eine Dreiviertelstunde gekürzt und von Anna Dirckinck in ein Motel in den USA verlegt. Die dänische Regisseurin ist gemeinsam mit ihrer deutschen Bühnenbildnerin Sibylle Wallum die Gewinnerin des Europäischen Opernregie-Preises 2009 (EOP), einem Zusammenschluss von Opernhäusern und Stadttheatern, darunter auch der Oper Genf und des Stadttheaters Bern.
“La finta giardiniera”, wörtlich: “Die sich verstellende Gärtnerin”, aber auf Deutsch meist: “Die Gärtnerin aus Liebe”, erzählt die Geschichte von Graf Belfiore, der seine Verlobte, die Marchesa Violante, in blinder Eifersucht niedergestochen hat. Sie sucht den Geflohenen, der sie für tot hält. Am Hof des Don Anchise, wo sich Belfiore aufhält, lässt sich Violante als vermeintliche Gärtnerin anstellen. Der turbulente Plot endet mit einem Happyend für alle Beteiligten.
Aus dem Stadttheater-Ensemble sind Hélène Le Corre, Fabienne Jost, Claude Eichenberger, Anne-Florence Marbot, Andries Cloete und Gerardo Garciacano mit dabei. Am Pult steht der Erste Kapellmeister Dorian Keilhack. Pressekarten wie immer bei beat.glur@stadttheaterbern.ch. Auskünfte und Interview-Anfragen unter 031 329 51 05 oder 079 333 65 10. Beachten Sie bitte auch die
La finta giardiniera / Oper
Donnerstag, 1. April, 19.30 Uhr, Stadttheater
Besetzung
“La finta giardiniera” von Wolfgang Amadeus Mozart
Dramma giocoso in drei Akten
Libretto von Giuseppe Petrosellini
Uraufführung 1775 in München
In Originalsprache. Mit deutschen Übertiteln.
Siegerproduktion des 5. Europäischen Opernregie-Preises (EOP 2009)
Musikalische Leitung Dorian Keilhack
Inszenierung Anna Dirckinck (Erster Preis 5. EOP 2009)
Bühne, Kostüme Sibylle Wallum (Erster Preis 5. EOP 2009)
Video Laurent Jaquet
Choreographie Denis Puzanov
Gräfin Violante Onesti / Sandrina Hélène Le Corre
Graf Belfiore Andries Cloete
Arminda Fabienne Jost
Ramiro Claude Eichenberger
Serpetta Anne-Florence Marbot
Roberto / Nardo Gerardo Garciacano
Don Anchise Matthias Grätzel
Berner Symphonieorchester
La finta giardiniera / Oper
Donnerstag, 1. April, 19.30 Uhr, Stadttheater
Das Werk
Vorgeschichte
In einem heftigen Streit hat Graf Belfiore seine Geliebte, die Marchesa Violante Onesti, aus Eifersucht mit einem Dolch schwer verletzt. Er glaubt, sie gar getötet zu haben. Seit dem Vorfall haben sich die beiden nicht mehr gesehen.
1. Akt
Die Marchesa Violante, die den Grafen Belfiore nicht vergessen kann, hat sich als Gärtnerin Sandrina verkleidet am Hofe des Don Anchise anstellen lassen, weil sie gehört hatte, Graf Belfiore halte sich in dieser Gegend auf. Begleitet wird sie von ihrem Diener Nardo, der sich als ihr Bruder ausgibt. Don Anchise verliebt sich jedoch in Sandrina und verletzt damit die Magd Serpetta tief, um die er sich noch kürzlich bewarb. Nardo hat sich wiederum in Serpetta verliebt, wird von dieser jedoch nicht beachtet. Armida, die Nichte des Don Anchise, trifft ein, um ihren Bräutigam, einen Grafen, kennenzulernen. Don Anchise ist stolz, dadurch Onkel eines Grafen werden zu können. Armida ahnt nicht, dass Ramiro, Nachbar des Don Anchise und Armidas Jugendliebe, voller Wut auf sie wartet. Als Belfiore eintritt, ist Armida sofort in ihn verliebt. Als Sandrina kommt und Belfiore sieht, erkennen sich die beiden sofort wieder, was grosse Wirren im Hause des Don Anchise auslöst.
2. Akt
Da sie sich von ihrem Geliebten betrogen fühlt, gibt sich Sandrina nicht als Violante zu erkennen. Ein Schreiben des Hohen Rates in Mailand trifft ein. Es befiehlt dem regionalen Beamten Don Anchise, den Grafen zu inhaftieren, da dieser verdächtigt wird, Violante getötet oder entführt zu haben. Um den Grafen zu retten, gibt sich Sandrina als Violante zu erkennen, leugnet es diesem gegenüber unter vier Augen aber sofort wieder ab, weil dieser Armida heiraten wird, und flieht aus dem Haus. Nardo, Belfiore und der Graf folgen ihr. Da kein Licht in die verwirrten Beziehungen kommt, kehrt sich schliesslich alle Wut gegen Sandrina und Belfiore: Die beiden werden gefangen genommen und im Hause Don Anchise eingesperrt.
3. Akt
Nardo hat die Wächter betrunken gemacht und sich der Schlüssel bemächtigt, um Violante und Belfiore zu befreien. Die beiden beschliessen einen Neuanfang, nachdem Belfiore Violante von der Tiefe seiner Gefühle überzeugen konnte. Ein neues Schreiben aus Mailand mit dem Befehl, sofort mit Violante und Belfiore vor dem Hohen Rat zu erscheinen, bringt Don Anchise an den Rand der Verzweiflung. Die diplomatischen Künste Ramiros retten ihm Amt und Würde. Grosses Happyend: Alle Liebespaare finden sich.
La finta giardiniera / Oper
Donnerstag, 1. April, 19.30 Uhr, Stadttheater
Die Musik
Mozarts “La finta giardiniera” gehört der Gattung der Opera buffa an, innerhalb dieser folgt sie dem damals beliebten Typ der Opera semiseria. Entsprechend gibt es neben Buffa-Partien (Serpetta, Nardo, Don Anchise) auch halbernste Partien (Sandrina, Belfiore, Arminda) und sogar eine reine Seria-Partie (Ramiro). Dies spiegelt sich unmittelbar in der Musik wider: Serpetta und Nardo etwa erhalten reine Buffa-Arien, während die Arien des Ramiro und teilweise auch der Arminda und der Sandrina ebenso in einer Opera seria ihren Platz finden könnten.
Mozart zeigt sich hier als echter Meister der Opera buffa. Zugleich weist die Musik schon über die zeitgenössische Buffa-Oper hinaus auf Meisterwerke wie “Le nozze di Figaro” und “Don Giovanni” (eine Arie der Sandrina im ersten Akt nimmt wörtlich eine Wendung der Susanna aus dem zweiten Akt des “Figaro” vorweg). Die ersten beiden Akte enthalten grossangelegte, effektvolle Finali. Im zweiten Akt fasst Mozart das Finale mit mehreren vorhergehenden Arien und Rezitativen zu einer grossen, die Grenzen der zeitgenössischen Nummernoper sprengenden Szene zusammen.
Mozart schrieb die Oper für den Münchner Karneval. Er begann die Komposition wahrscheinlich im Herbst 1774. Die Uraufführung fand am 13. Januar 1775 in München statt.
“La finta giardiniera” ist eine Inszenierung des siegreichen Teams des 5. Europäischen Opernregie-Preises (EOP). Dieser Preis ist eine Initiative der Camerata Nuova, einem Verein von Opernfreunden aus Wirtschaft und Gesellschaft aus dem Rhein-Main-Gebiet. Alle zwei Jahre schreibt die Camerata Nuova diesen Wettbewerb gemeinsam mit Opera Europa, einem Zusammenschluss von über 100 Opernhäusern und Stadttheatern, darunter aus der Schweiz das Grand Théâtre de Genève und das Stadttheater Bern, aus.
Der Wettbewerb bietet Nachwuchsregieteams bis 35 Jahren die Möglichkeit, ihr Talent unter Beweis zu stellen. Der 5. Europäische Opernregie-Preis 2009 ging an die dänische Regisseurin Anna Dirckinck aus London und die deutsche Bühnenbildnerin Sibylle Wallum aus Hamburg. Das Preisgeld in Höhe von 15 000 Euro ist zugleich das Honorar für die Inszenierung. Um den Preis hatten sich diesmal 111 Kandidaten aus 18 Ländern beworben. An den bisher fünf Wettbewerben hatten sich insgesamt über 600 junge Künstler aus 24 Ländern beteiligt.
Dirigent / Regieteam
Dorian Keilhack (Musikalische Leitung), geboren in Erlangen. Studium Klavier und Dirigieren in Nürnberg, Freiburg, Paris und an der Juilliard School in New York. Als Pianist Auftritte mit Orchestern wie Gewandhaus Leipzig, BBC Welsh Symphony und Dortmunder Staatsorchester. Zwischen 1999 und 2005 Solorepetitor in Nürnberg, Kapellmeister in Innsbruck, Künstlerischer Leiter des Tiroler Ensembles für Neue Musik, Von 2005 bis 2008 Kapellmeister in Erfurt. Zusammenarbeit mit Orchestern in Lübeck, Meiningen und Regensburg. Seit 2008 Erster Kapellmeister am Stadttheater Bern. Hier musikalische Leitung etwa bei “Der göttliche Tivoli”, “L’elisir d’amore”, “Die Fledermaus” und “A Midsummer Night’s Dream”.
Anna Dirckinck (Inszenierung), geboren in Kopenhagen. Von 1992 bis 1995 Schauspielerin für Fernsehen und Theater. Arbeiten als Dramaturgin für das Royal Court Theatre und das Danske Teater, als Regieassistentin am Royal Court, Young Vic und am Opera House Kopenhagen. Erste eigene Inszenierungen sind “The Dispute” am Edinburgh Fringe, “The Pimp” am White Bear Theatre und “Farming for our Souls” am Soho Theatre Studio. 2009 Gewinnerin des Europäischen Opernregiepreises für das Konzept von Mozarts “La finta giardiniera”. Inszeniert erstmals am Stadttheater Bern.
Sibylle Wallum (Bühne, Kostüme), geboren in Deutschland. Studium am Central Saint Martins Collage of Art and Design in London. Während und nach dem Studium Assistentin von Paul Brown, mit ihm Produktionen am National Theatre London, Donmar Warehouse und bei den Salzburger Festspielen. Zusammenarbeit mit Christopher Oram bei Kenneth Branaghs Verfilmung der “Zauberflöte” und mit Frida Parmeggiani bei Robert Wilsons “Johannespassion” am Théâtre du Châtelet in Paris. Kostüme für zahlreiche Kurzfilme. 2009 zusammen mit Anna Dirckinck Gewinnerin des Europäischen Opernregiepreises für das Konzept von Mozarts “La finta giardiniera”. Debüt am Stadttheater Bern.
Die Solisten-Biographien finden Sie auf www.stadttheaterbern.ch.
Oper + Variationen
“Mozart – Lieder und Briefe”
Liederabend zur Neuinszenierung von “La finta giardiniera”
Foyer Stadttheater
Eintritt: 20 Franken
Mit: Hélène Le Corre (Sopran)
Claude Eichenberger (Mezzosopran)
Robin Adams (Bariton)
Heiner Take (Sprecher)
Alexander Martin (am Klavier)
Vorstellungen: 18. April 11.00 Uhr
21. April 19.30 Uhr
Vorstellungsdaten
01.04.2010, 19.30 Uhr, Stadttheater
10.04.2010, 19.30 Uhr, Stadttheater
14.04.2010, 19.30 Uhr, Stadttheater
23.04.2010, 19.30 Uhr, Stadttheater
05.05.2010, 19.30 Uhr, Stadttheater
11.05.2010, 19.30 Uhr, Stadttheater
02.06.2010, 19.30 Uhr, Stadttheater
04.06.2010, 19.30 Uhr, Stadttheater
Weitere Vorstellungen in unseren Monatsspielplänen oder unter www.stadttheaterbern.ch
Kommende Premieren
Ein bisschen Ruhe vor dem Sturm / Theresia Walser (Schweizer Erstaufführung)
Vidmar:2
Premiere: 7. April 2010
Verbrennungen / Wajdi Mouawad
Vidmar:1
Premiere: 10. April 2010
Auf immer und ewig (Uraufführungen)
Vidmar:1
Premiere: 24. April 2010
La jolie fille de Perth / Georges Bizet (Konzertante Aufführung)
Stadttheater
Premiere: 8. Mai 2010
Letzte Tage / Lothar Kittstein (Schweizer Erstaufführung)
Vidmar:2
Premiere: 15. Mai 2010
Spektakel (Uraufführungen)
Vidmar:1
Premiere: 29. Mai 2010
Tanz – Made in Bern 3 (Uraufführungen)
Stadttheater
Premiere: 19. Juni 2010











