Bern, Kultur-Casino Bern, Ramon Vargas / Philharmonie Baden-Baden / Dirigent: Pavel Baleff 3. & 11.5.2011

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The Classical Company

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Kultur-Casino Bern

Ramon Vargas / Philharmonie Baden-Baden / Dirigent: Pavel Baleff

Dienstag, 3. Mai 2011 / 19.30 Uhr / Kultur-Casino Bern
Mittwoch, 11. Mai 2011 / 19.30 Uhr / KKL Luzern

Der mexikanischer Tenor Ramon Vargas kommt für zwei Galakonzerte in die Schweiz. Am Dienstag, 3. Mai tritt er im Kultur-Casino in Bern auf, und am Mittwoch, 11. Mai im KKL in Luzern.

Er singt ein Programm mit Arien etwa von Wolfgang Amadeus Mozart (“Don Giovanni”, “Die Zauberflöte”) über Gaetano Donizetti (“Don Pasquale”) und Jules Massenet (“Werther”) zu Giuseppe Verdi (“Macbeth”, “Luisa Miller”) und Giacomo Puccini (“Tosca”). Begleitet wird er von der Philharmonie Baden-Baden unter der Leitung ihres Chefdirigenten Pavel Baleff.

Zuerst deutete beim 1960 geborenen Ramon Vargas nichts auf eine professionelle Karriere als Sänger hin. Er spielte zwar schon als Kind Klavier, Gitarre und Flöte und sang am Sonntag im Gottesdienst im Chor. Aber er wollte Pädagogik studieren. Erst später entschied er sich, privat Gesangsunterricht zu nehmen.

1982 gewann er den nationalen Carlo Morelli Wettbewerb und durfte im Opernhaus seiner Heimatstadt Mexiko City sein Debüt als Fenton in Verdis “Falstaff” geben. Dort sang er danach auch etwa Don Ottavio in Mozarts “Don Giovanni”, Nemorino in Donizettis “L’elisir d’amore” und Almaviva in Rossinis “Il barbiere di Siviglia”.

Der internationale Durchbruch als Sänger gelang ihm als erster Preisträger des Enrico Caruso Wettbewerbs in Mailand. Anschliessend wurde er ins Opernstudio der Wiener Staatsoper aufgenommen. Sein erstes Engagement hatte er am Theater Luzern; bald danach sang er auch am Opernhaus Zürich. Jetzt folgten Einladungen aller grossen Bühnen: Vargas hatte Auftritte in Rom, Neapel, beim Rossini-Festival in Pesaro, in der Arena von Verona, in München, Hamburg, Paris sowie in New York, Chicago und San Francisco.

Er sang bald ein für sein Alter enorm breites Repertoire etwa von Gelsomino (“Il viaggio a Reims”), Rodolfo (“La Bohème”), Lenski (“Eugen Onegin”), Fernand (“La Favorite”), Des Grieux (“Manon”), Gustaf III. (“Un ballo in maschera”), Romèo (“Romèo et Juliette”) bis zur Titelrolle in Verdis “Don Carlos”.
Der Sprung in die USA gelang ihm 1993 geradezu klassisch: Startenor Luciano Pavarotti sagte kurzfristig den Edgardo in Donizettis “Lucia di Lammermoor” ab, Vargas sprang ein. Das Debüt an der Metropolitan Opera in New York geriet zu einem grossen Triumph. Heute gehört Vargas zu den weltweit meistgefragten Tenören, im Opernhaus wie im Konzertsaal.

Vargas’ Repertoire umfasst in der Oper inzwischen über 50 Hauptrollen; als Konzertsänger beherrscht er ein Repertoire von der italienischen Klassik über das deutsche Liedfach bis zu französischen und mexikanischen Komponisten. Vargas hat mehrere eigene CDs eingespielt, etwa “L’amour, l’amour”, “Beautiful Mexico” oder “Arie Antiche”.

Vargas spricht fünf Sprachen, darunter auch Deutsch. Nach Jahren in der Schweiz lebt er heute mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen in Wien.

Die Philharmonie Baden-Baden gehört zu den traditionsreichsten Orchestern Deutschlands. Ihre Gästebücher lesen sich wie ein “Who‘s who” der Musikgeschichte: Franz Liszt, Johannes Brahms, Enrico Caruso, Wilhelm Furtwängler, Bèla Bartók, Edita Gruberova und Placido Domingo – um nur einige zu nennen. Gastspiele und Tourneen in aller Welt begründeten den internationalen Ruf der Philharmonie. Sie konzertierte in China, der Ukraine, Frankreich, Belgien, Italien, Spanien und der Schweiz.

Seit 2007 ist Pavel Baleff Chefdirigent des Orchesters. Er hat einen 1. Preis beim “Carl Maria von Weber Wettbewerb” in München sowie beim “Internationalen Bad Homburger Dirigentenwettbewerb” gewonnen, wurde in das “Dirigentenforum” des Deutschen Musikrates aufgenommen und erhielt eine Auszeichnung durch die “Herbert von Karajan Stiftung”. Allein in Deutschland dirigierte er in den letzten Jahren mehr als 40 Orchester. Mehrfach gastierte er in Österreich, Frankreich, Italien, Spanien, Russland, Polen, Ungarn und in der Schweiz.

Bern, Kultur-Casino, Konzertabsage Vittorio Grigolo in Bern

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Kultur-Casino Bern

Konzertabsage Vittorio Grigolo in Bern

Konzert vom Sonntag im Kultur-Casino wegen Krankheit abgesagt

Vittorio Grigolo muss sein Konzert vom kommenden Sonntag (20.2., 17.00 Uhr) im Kultur-Casino Bern krankheitshalber leider absagen. Der Künstler bedauert dies sehr.

Wie am Donnerstagabend in der Tonhalle Zürich wollte Grigolo auch in Bern ein Programm mit ausgewählten Arien und Duetten von Verdi, Puccini, Donizetti und Mascagni und Liedern etwa von Lehar und Bernstein präsentieren.

Begleitet werden sollte Grigolo von der bulgarischen Sopranistin Sonya Yoncheva und der Neuen Philharmonie Westfalen unter der Leitung von Alberto Hold-Garrido.

Für dieses Konzert gibt es leider keinen Ersatztermin. Die bereits erworbenen Karten können an den Vorverkaufsstellen zurückgegeben werden.

Kultur-Casino Bern / Tonhalle ZürichVittorio Grigolo / Neue Philharmonie Westfalen

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Tonhalle Zürich

Kultur-Casino Bern

Vittorio Grigolo / Neue Philharmonie Westfalen

Donnerstag, 17. Febr. 2011 / 19.30 Uhr / Tonhalle Zürich / Dirigent: Pier Giorgio Morandi
Sonntag, 20. Febr. 2011 / 17.00 Uhr / Kultur-Casino Bern / Dirigent: Alberto Hold-Garrido

The Classical Company Vittorio Grigolo by A. Dobici The Classical Company Vittorio Grigolo by A. Dobici

In der Schweiz machte er bisher vor allem am Opernhaus Zürich von sich reden. Der italienische Tenor Vittorio Grigolo hat eine langjährige Verbindung mit dem Opernhaus und der Stadt Zürich, wo er auch lebt. Seine Zürcher Rollendebüts sind etwa Edgardo (“Lucia di Lammermoor”), Corrado (“Il corsaro”) und die Titelrolle in “Les contes d’Hoffmann”.

Einem ganz breiten Publikum bekannt wurde Grigolo im September 2008 mit der live-TV-Übertragung der Oper “La Traviata” aus dem Zürcher Hauptbahnhof. Jetzt kommt der Startenor erstmals mit zwei Rezitals, zusammen mit der Sopranistin Sonya Yoncheva und begleitet von der Neuen Philharmonie Westfalen, nach Zürich und Bern.

Der 1977 in Arezzo in der Toskana geborene und in Rom aufgewachsene Grigolo sang bereits als Kind im Chor der Sixtinischen Kapelle. Mit 13 Jahren hatte er als Hirte – und Kindersopran – in Puccinis “Tosca” seinen ersten Auftritt auf einer Opernbühne – an der Seite von Luciano Pavarotti! Grigolo wurde in der Presse als “Pavarottino” gefeiert.

Mit 18 Jahren trat er – nun ein Tenor – als Nemorino in “L’elisir d’amore” in Open-Air-Aufführungen in verschiedenen Städten des Veneto auf, und im Sommer danach als Graf Almaviva in “Il barbiere di Siviglia”. Nach einer umfassenden Gesangsausbildung war er mit 23 Jahren der jüngste Tenor an der Scala in Mailand.

Bald danach sang er an den grossen Opernhäusern der Welt unter der Leitung von Dirigenten wie Riccardo Chailly, Lorin Maazel, Riccardo Muti, Myung-Whun Chung, Zubin Mehta, Daniele Gatti oder Antonio Pappano. Sein Repertoire umfasste bald nicht nur Mozart, Donizetti, Verdi und Puccini, sondern auch Gounod, Massenet, Offenbach und die geistlichen Werke Rossini.

Im April 2007 brillierte Grigolo neben Angela Gheorghiou und Renato Bruson als Alfredo in “La Traviata” in der Regie von Franco Zeffirelli an der römischen Staatsoper. Ein weiterer Höhepunkt in Grigolos Karriere ist sein Debüt als Rodolfo in Puccinis “La Bohème” im September 2007 an der Washingtoner National Opera mit Placido Domingo am Pult.

In den letzten Jahren hatte Grigolo zudem Auftritte etwa in den Opern “Faust”, “Don Carlo”, “Falstaff”, “Rigoletto”, “Lucrezia Borgia” oder “Gianni Schicchi”. Letzten Juni feierte er einen triumphalen Einstand an der Seite von Anna Netrebko in einer Neuproduktion von Jules Massenets “Manon Lescaut” am Covent Garden in London, und im Herbst eröffnete er die Spielzeit an der Met in New York mit “La Bohème”.
Heute ist Grigolo einer der gefragtesten Tenöre seiner Generation und kann sich seine Auftritte aussuchen. Mit seinem Soloalbum “The Italian Tenor” mit Arien von Donizetti, Puccini und Verdi bei Sony Classical sowie einer Grammy-nominierten Aufnahme von Bernsteins “West Side Story” hat er sich zudem bereits als erfolgreicher Schallplattenkünstler etabliert.

Grigolos Tourneeauftakt im Januar in Deutschland erhielt enthusiastische Kritiken: “Endlich hat die Opernwelt wieder einen italienischen Startenor” (Ruhr Nachrichten), “Ein Heldentenor wie der grosse Pavarotti” (Bild), oder “Ein Timbre dunkler und viriler als Pavarotti, runder als Domingo, sicherer als Carreras” (Der Tagesspiegel).

Auf dem Programm der beiden Schweizer Konzerte stehen im ersten Teil Arien und Duette von Verdi, Puccini, Donizetti und Mascagni und nach der Pause Lieder und Arien von Crescenzo, Bixio, Arditi, Cardillo, Lehar und Bernstein.

An der Seite von Grigolo gibt die junge Bulgarische Sopranistin Sonya Yoncheva ihr Schweizer Debüt. Sie gewann letztes Jahr an der Scala in Mailand den Ersten Preis des Operalia-Wettbewerbs als Manon (Massenet). Die musikalische Leitung hatte Placido Domingo.

Begleitet werden Grigolo und Yoncheva von der Neuen Philharmonie Westfalen unter der Leitung von Pier Giorgio Morandi (Zürich) und Alberto Hold-Garrido (Bern). Die Neue Philharmonie Westfalen hat sich einen Namen als Tourneepartner für Solisten von Weltruhm gemacht. 2006 begleitete das Orchester Konzerte mit Anna Netrebko, und 2007 eine Operettengala mit Angelika Kirchschlager und Simon Keenlyside.

Veranstalter/Produzent des Konzerts ist The Classical Company / DTC Classics

Mehr Informationen zu Vittorio Grigolo finden Sie unter: www.sonymasterworks.eu/vittoriogrigolo/dpp/

Bern, Stadttheater Bern, La finta giardiniera 1.10.2010

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Stadttheater Bern

La finta giardiniera / Oper
Donnerstag, 1. April, 19.30 Uhr, Stadttheater

Liebe Redaktorinnen und Redaktoren
Sehr geehrte Damen und Herren

Wer dem damals 19-jährigen Wolfgang Amadeus Mozart den Auftrag erteilte, für die Münchner Karnevalssaison des Jahres 1775 eine Oper zu schreiben, ist nicht überliefert. Das mit Rezitativ und Arie noch in der spätbarocken Opera buffa verhaftete Dramma giocoso “La finta giardiniera” gilt jedoch als Mozarts erste ausgereifte Opernkomposition.

Die Komödie, die in der Originalversion rund dreieinhalb Stunden dauert, wurde für Bern um eine Dreiviertelstunde gekürzt und von Anna Dirckinck in ein Motel in den USA verlegt. Die dänische Regisseurin ist gemeinsam mit ihrer deutschen Bühnenbildnerin Sibylle Wallum die Gewinnerin des Europäischen Opernregie-Preises 2009 (EOP), einem Zusammenschluss von Opernhäusern und Stadttheatern, darunter auch der Oper Genf und des Stadttheaters Bern.

“La finta giardiniera”, wörtlich: “Die sich verstellende Gärtnerin”, aber auf Deutsch meist: “Die Gärtnerin aus Liebe”, erzählt die Geschichte von Graf Belfiore, der seine Verlobte, die Marchesa Violante, in blinder Eifersucht niedergestochen hat. Sie sucht den Geflohenen, der sie für tot hält. Am Hof des Don Anchise, wo sich Belfiore aufhält, lässt sich Violante als vermeintliche Gärtnerin anstellen. Der turbulente Plot endet mit einem Happyend für alle Beteiligten.

Aus dem Stadttheater-Ensemble sind Hélène Le Corre, Fabienne Jost, Claude Eichenberger, Anne-Florence Marbot, Andries Cloete und Gerardo Garciacano mit dabei. Am Pult steht der Erste Kapellmeister Dorian Keilhack. Pressekarten wie immer bei beat.glur@stadttheaterbern.ch. Auskünfte und Interview-Anfragen unter 031 329 51 05 oder 079 333 65 10. Beachten Sie bitte auch die

La finta giardiniera / Oper
Donnerstag, 1. April, 19.30 Uhr, Stadttheater
Besetzung

“La finta giardiniera” von Wolfgang Amadeus Mozart
Dramma giocoso in drei Akten

Libretto von Giuseppe Petrosellini
Uraufführung 1775 in München
In Originalsprache. Mit deutschen Übertiteln.

Siegerproduktion des 5. Europäischen Opernregie-Preises (EOP 2009)
Musikalische Leitung Dorian Keilhack
Inszenierung Anna Dirckinck (Erster Preis 5. EOP 2009)
Bühne, Kostüme Sibylle Wallum (Erster Preis 5. EOP 2009)
Video Laurent Jaquet
Choreographie Denis Puzanov

Gräfin Violante Onesti / Sandrina Hélène Le Corre
Graf Belfiore Andries Cloete
Arminda Fabienne Jost
Ramiro Claude Eichenberger
Serpetta Anne-Florence Marbot
Roberto / Nardo Gerardo Garciacano
Don Anchise Matthias Grätzel

Berner Symphonieorchester

La finta giardiniera / Oper
Donnerstag, 1. April, 19.30 Uhr, Stadttheater
Das Werk

Vorgeschichte
In einem heftigen Streit hat Graf Belfiore seine Geliebte, die Marchesa Violante Onesti, aus Eifersucht mit einem Dolch schwer verletzt. Er glaubt, sie gar getötet zu haben. Seit dem Vorfall haben sich die beiden nicht mehr gesehen.

1. Akt
Die Marchesa Violante, die den Grafen Belfiore nicht vergessen kann, hat sich als Gärtnerin Sandrina verkleidet am Hofe des Don Anchise anstellen lassen, weil sie gehört hatte, Graf Belfiore halte sich in dieser Gegend auf. Begleitet wird sie von ihrem Diener Nardo, der sich als ihr Bruder ausgibt. Don Anchise verliebt sich jedoch in Sandrina und verletzt damit die Magd Serpetta tief, um die er sich noch kürzlich bewarb. Nardo hat sich wiederum in Serpetta verliebt, wird von dieser jedoch nicht beachtet. Armida, die Nichte des Don Anchise, trifft ein, um ihren Bräutigam, einen Grafen, kennenzulernen. Don Anchise ist stolz, dadurch Onkel eines Grafen werden zu können. Armida ahnt nicht, dass Ramiro, Nachbar des Don Anchise und Armidas Jugendliebe, voller Wut auf sie wartet. Als Belfiore eintritt, ist Armida sofort in ihn verliebt. Als Sandrina kommt und Belfiore sieht, erkennen sich die beiden sofort wieder, was grosse Wirren im Hause des Don Anchise auslöst.

2. Akt
Da sie sich von ihrem Geliebten betrogen fühlt, gibt sich Sandrina nicht als Violante zu erkennen. Ein Schreiben des Hohen Rates in Mailand trifft ein. Es befiehlt dem regionalen Beamten Don Anchise, den Grafen zu inhaftieren, da dieser verdächtigt wird, Violante getötet oder entführt zu haben. Um den Grafen zu retten, gibt sich Sandrina als Violante zu erkennen, leugnet es diesem gegenüber unter vier Augen aber sofort wieder ab, weil dieser Armida heiraten wird, und flieht aus dem Haus. Nardo, Belfiore und der Graf folgen ihr. Da kein Licht in die verwirrten Beziehungen kommt, kehrt sich schliesslich alle Wut gegen Sandrina und Belfiore: Die beiden werden gefangen genommen und im Hause Don Anchise eingesperrt.

3. Akt
Nardo hat die Wächter betrunken gemacht und sich der Schlüssel bemächtigt, um Violante und Belfiore zu befreien. Die beiden beschliessen einen Neuanfang, nachdem Belfiore Violante von der Tiefe seiner Gefühle überzeugen konnte. Ein neues Schreiben aus Mailand mit dem Befehl, sofort mit Violante und Belfiore vor dem Hohen Rat zu erscheinen, bringt Don Anchise an den Rand der Verzweiflung. Die diplomatischen Künste Ramiros retten ihm Amt und Würde. Grosses Happyend: Alle Liebespaare finden sich.

La finta giardiniera / Oper
Donnerstag, 1. April, 19.30 Uhr, Stadttheater
Die Musik

Mozarts “La finta giardiniera” gehört der Gattung der Opera buffa an, innerhalb dieser folgt sie dem damals beliebten Typ der Opera semiseria. Entsprechend gibt es neben Buffa-Partien (Serpetta, Nardo, Don Anchise) auch halbernste Partien (Sandrina, Belfiore, Arminda) und sogar eine reine Seria-Partie (Ramiro). Dies spiegelt sich unmittelbar in der Musik wider: Serpetta und Nardo etwa erhalten reine Buffa-Arien, während die Arien des Ramiro und teilweise auch der Arminda und der Sandrina ebenso in einer Opera seria ihren Platz finden könnten.

Mozart zeigt sich hier als echter Meister der Opera buffa. Zugleich weist die Musik schon über die zeitgenössische Buffa-Oper hinaus auf Meisterwerke wie “Le nozze di Figaro” und “Don Giovanni” (eine Arie der Sandrina im ersten Akt nimmt wörtlich eine Wendung der Susanna aus dem zweiten Akt des “Figaro” vorweg). Die ersten beiden Akte enthalten grossangelegte, effektvolle Finali. Im zweiten Akt fasst Mozart das Finale mit mehreren vorhergehenden Arien und Rezitativen zu einer grossen, die Grenzen der zeitgenössischen Nummernoper sprengenden Szene zusammen.

Mozart schrieb die Oper für den Münchner Karneval. Er begann die Komposition wahrscheinlich im Herbst 1774. Die Uraufführung fand am 13. Januar 1775 in München statt.

“La finta giardiniera” ist eine Inszenierung des siegreichen Teams des 5. Europäischen Opernregie-Preises (EOP). Dieser Preis ist eine Initiative der Camerata Nuova, einem Verein von Opernfreunden aus Wirtschaft und Gesellschaft aus dem Rhein-Main-Gebiet. Alle zwei Jahre schreibt die Camerata Nuova diesen Wettbewerb gemeinsam mit Opera Europa, einem Zusammenschluss von über 100 Opernhäusern und Stadttheatern, darunter aus der Schweiz das Grand Théâtre de Genève und das Stadttheater Bern, aus.

Der Wettbewerb bietet Nachwuchsregieteams bis 35 Jahren die Möglichkeit, ihr Talent unter Beweis zu stellen. Der 5. Europäische Opernregie-Preis 2009 ging an die dänische Regisseurin Anna Dirckinck aus London und die deutsche Bühnenbildnerin Sibylle Wallum aus Hamburg. Das Preisgeld in Höhe von 15 000 Euro ist zugleich das Honorar für die Inszenierung. Um den Preis hatten sich diesmal 111 Kandidaten aus 18 Ländern beworben. An den bisher fünf Wettbewerben hatten sich insgesamt über 600 junge Künstler aus 24 Ländern beteiligt.
Dirigent / Regieteam

Dorian Keilhack (Musikalische Leitung), geboren in Erlangen. Studium Klavier und Dirigieren in Nürnberg, Freiburg, Paris und an der Juilliard School in New York. Als Pianist Auftritte mit Orchestern wie Gewandhaus Leipzig, BBC Welsh Symphony und Dortmunder Staatsorchester. Zwischen 1999 und 2005 Solorepetitor in Nürnberg, Kapellmeister in Innsbruck, Künstlerischer Leiter des Tiroler Ensembles für Neue Musik, Von 2005 bis 2008 Kapellmeister in Erfurt. Zusammenarbeit mit Orchestern in Lübeck, Meiningen und Regensburg. Seit 2008 Erster Kapellmeister am Stadttheater Bern. Hier musikalische Leitung etwa bei “Der göttliche Tivoli”, “L’elisir d’amore”, “Die Fledermaus” und “A Midsummer Night’s Dream”.

Anna Dirckinck (Inszenierung), geboren in Kopenhagen. Von 1992 bis 1995 Schauspielerin für Fernsehen und Theater. Arbeiten als Dramaturgin für das Royal Court Theatre und das Danske Teater, als Regieassistentin am Royal Court, Young Vic und am Opera House Kopenhagen. Erste eigene Inszenierungen sind “The Dispute” am Edinburgh Fringe, “The Pimp” am White Bear Theatre und “Farming for our Souls” am Soho Theatre Studio. 2009 Gewinnerin des Europäischen Opernregiepreises für das Konzept von Mozarts “La finta giardiniera”. Inszeniert erstmals am Stadttheater Bern.

Sibylle Wallum (Bühne, Kostüme), geboren in Deutschland. Studium am Central Saint Martins Collage of Art and Design in London. Während und nach dem Studium Assistentin von Paul Brown, mit ihm Produktionen am National Theatre London, Donmar Warehouse und bei den Salzburger Festspielen. Zusammenarbeit mit Christopher Oram bei Kenneth Branaghs Verfilmung der “Zauberflöte” und mit Frida Parmeggiani bei Robert Wilsons “Johannespassion” am Théâtre du Châtelet in Paris. Kostüme für zahlreiche Kurzfilme. 2009 zusammen mit Anna Dirckinck Gewinnerin des Europäischen Opernregiepreises für das Konzept von Mozarts “La finta giardiniera”. Debüt am Stadttheater Bern.
Die Solisten-Biographien finden Sie auf www.stadttheaterbern.ch.
Oper + Variationen

“Mozart – Lieder und Briefe”
Liederabend zur Neuinszenierung von “La finta giardiniera”
Foyer Stadttheater
Eintritt: 20 Franken

Mit: Hélène Le Corre (Sopran)
Claude Eichenberger (Mezzosopran)
Robin Adams (Bariton)
Heiner Take (Sprecher)
Alexander Martin (am Klavier)

Vorstellungen: 18. April 11.00 Uhr
21. April 19.30 Uhr

Vorstellungsdaten

01.04.2010, 19.30 Uhr, Stadttheater
10.04.2010, 19.30 Uhr, Stadttheater
14.04.2010, 19.30 Uhr, Stadttheater
23.04.2010, 19.30 Uhr, Stadttheater
05.05.2010, 19.30 Uhr, Stadttheater
11.05.2010, 19.30 Uhr, Stadttheater
02.06.2010, 19.30 Uhr, Stadttheater
04.06.2010, 19.30 Uhr, Stadttheater

Weitere Vorstellungen in unseren Monatsspielplänen oder unter www.stadttheaterbern.ch
Kommende Premieren

Ein bisschen Ruhe vor dem Sturm / Theresia Walser (Schweizer Erstaufführung)
Vidmar:2
Premiere: 7. April 2010

Verbrennungen / Wajdi Mouawad
Vidmar:1
Premiere: 10. April 2010

Auf immer und ewig (Uraufführungen)
Vidmar:1
Premiere: 24. April 2010

La jolie fille de Perth / Georges Bizet (Konzertante Aufführung)
Stadttheater
Premiere: 8. Mai 2010

Letzte Tage / Lothar Kittstein (Schweizer Erstaufführung)
Vidmar:2
Premiere: 15. Mai 2010

Spektakel (Uraufführungen)
Vidmar:1
Premiere: 29. Mai 2010

Tanz – Made in Bern 3 (Uraufführungen)
Stadttheater
Premiere: 19. Juni 2010

Bern, Theater Bern, Live-Aufnahme von Norgards “Der göttliche Tivoli” vom Stadttheater Bern CD bei Dacapo Records erschienen

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Presseinformation

Stadttheater Bern

 Live-Aufnahme von Norgards “Der göttliche Tivoli” vom Stadttheater Bern
CD bei Dacapo Records erschienen

Erstmals überhaupt ist eine Opernproduktion des Stadttheaters Bern auf CD aufgenommen worden. Das dänische Label “Dacapo Records” hat die zeitgenössische Oper “Der göttliche Tivoli” des dänischen Komponisten Per Norgard, die am 19. September 2008 im Rahmen des Festivals “Biennale Bern” im Stadttheater zur Premiere gekommen ist, herausgebracht.

Die CD ist unter dem Titel “Per Norgard – The Divine Circus” als Live-Aufnahme erscheinen. Das dänische Label “Dacapo Records” mit Sitz in Kopenhagen hat sich mit Aufnahmen von zeitgenössischen Komponisten einen Namen gemacht. Von Per Norgard sind bei “Dacapo” bisher rund ein Dutzend Aufnahmen veröffentlicht worden.

Der 1932 geborene Norgard hat “Der göttliche Tivoli” nach Texten des Berner Künstlers Adolf Wölfli geschrieben. Die Oper wurde 1983 im dänischen Arhus uraufgeführt und kam 2007 in Lübeck erstmals in Deutschland auf die Bühne, als Koproduktion mit dem Stadttheater Bern. Dirigent der Aufnahme ist Dorian Keilhack, erster Kapellmeister am Stadttheater Bern.

In “Der göttliche Tivoli” begegnen sich Figuren der Erinnerung und der Phantasie von Wölfli in verschiedenen Identitäten und Lebensabschnitten. Reale und imaginierte Szenen und Gestalten gehen ineinander über. Auch in der Partitur spiegelt der Komponist das Chaos und die Idylle, welche Wölflis Leben und sein Werk ausmachen. Norgard verwendet für die Komposition ein Instrumentarium mit einem Cello, einem Synthesizer und sehr viel Schlagzeug.

Bern, Stadttheater Bern,PREMIERE Auf ein Wort Uraufführungen Freitag, 29. Januar 2010

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Presseinformation

Stadttheater Bern

PREMIERE

Auf ein Wort / Ballett / Uraufführungen
Freitag, 29. Januar, 19.30 Uhr, Vidmar:1

Nach dem Ballettklassiker “Julia und Romeo” mit der Musik von Sergej Prokofjew im Stadttheater zeigen Cathy Marston und ihr Bern:Ballett in den Vidmarhallen als zweite Produktion ihrer dritten Spielzeit in Bern einen Ballettabend mit vier Uraufführungen. Die künstlerischen Handschriften der vier Choreographen sind sehr unterschiedlich. Zusammen gehalten werden die vier Stücke durch das vorgegebene Thema “Bewegung und Text”.

Der neue Ballettabend ist nicht nur ein Kontrastprogramm zu “Julia und Romeo”, sondern will gleichzeitig einen Beweis für die Vielseitigkeit des Tanzensembles liefern. Die vier neuen Kreationen werden für die Tänzer und Tänzerinnen des Bern:Balletts von drei Gastchoreographen sowie von Cathy Marston selber geschaffen.

Das verbindende Element der vier Arbeiten ist, wie der Titel andeutet, die Sprache, das Wort, der Text, mit dem die vier Choreographen sehr unterschiedlich umgehen. Die Musik kommt ab Band; stammt bei der Kreation von Cathy Marston jedoch zudem live von der Berner Beatboxerin Steff la Cheff und der St. Galler Sopranistin Mélanie Adami.

Bitte bestellen Sie Ihre Pressekarten bis zum 26. Januar bei beat.glur@stadttheaterbern.ch. Anfragen unter 031 329 51 05 oder 079 333 65 10.

Besetzung

“Auf ein Wort”
Vier Choreographien
Uraufführungen

Choreographie Corinne Rochet
Medhi Walerski
Cathy Marston
Mark Bruce
Bühne Raphaël Barbier
Kostüme Catherine Voeffray
Beatboxerin Steff la Cheffe
Sopran Mélanie Adami

Bern:Ballett – das Ballett des Stadttheaters Bern

Die Uraufführungen:

• Des fois, je… Comment dire…, – Uraufführung
Choreographie: Corinne Rochet / Musik: Nicholas Pettit

• Words failed me – Uraufführung
Choreographie: Medhi Walerski / Musik: Glenn Branca u.a.

• And our faces vanish like water – Uraufführung
Choreographie: Cathy Marston / Musik: Dave Maric
Live-Musikerinnen: Steff La Cheffe, Mélanie Adami

• Crimes of passion – Uraufführung
Choreographie: Mark Bruce / Musik: Desert Sessions, PJ Harvey
Bern:Ballett – das Ballett des Stadttheaters Bern

Dauer 85 Minuten, eine Pause

Die Stücke

Des fois, je… Comment dire…,
Uraufführung
Choreographie Corinne Rochet
Musik Nicholas Pettit: “Nappe 1″
Spieldauer 15 Minuten
Erstbesetzung: Jenny Tattersall
Paula Alonso
Erick Guillard
Gary Marshall
Zweitbesetzung: Emma Lewis / Julie Philpott
Martina Langmann
Erion Kruja
Jianhui Wang / James Henson
Corinne Rochet setzt sich mit den Schwierigkeiten auseinander, die wir damit haben, uns in den Beziehungen zu anderen Menschen richtig auszudrücken. Wie die richtigen Worte finden? Gibt es Raum für Unsicherheit? Für Ungeschicklichkeit? “Mein Mund spricht Worte, aber es ist mein Körper, der die Gefühle mit Macht ausdrückt”, so sieht es die Choreographin. Das Stück entsteht bei jeder Aufführung zum Teil neu, da die vier Tänzer einige Szenen innerhalb bestimmter Vorgaben improvisieren.

Seit 14 Jahren lebt und arbeitet die aus Frankreich stammende Choreographin Corinne Rochet in der Schweiz. 2003 gründete sie ihr eigenes Ensemble “Utilité Publique”. Erstmals arbeitet sie nun für das Bern:Ballett.

Words failed me

Uraufführung

Choreographie Medhi Walerski
Musik Glenn Branca: Symphonie Nr. 1 (Ausschnitte aus dem 1. Satz), Alpha: “Sometimes later”, Hildur Gudnadottir: “Unveiled”
Text Medhi Walerski, gesprochen von Bruce McCormick
Spieldauer 30 Minuten
Tänzerinnen: Paula Alonso
Martina Langmann
Emma Lewis
Jenny Tattersall
Izumi Shuto
Hui-Chen Tsai
Tänzer: Erick Guillard
Ilan Kav
Erion Kruja
Gary Marshall
Denis Puzanov
Jianhui Wang
Cover: Julie Philpott, James Henson
Die Aufgabe, sich mit Text zu beschäftigen, habe Medhi Walerski zunächst fast frustriert, sagt er. Emotionen konnte er immer besser mittels Bewegung als durch Worte ausdrücken. Doch je länger er nach geeigneter Musik forschte und sich mit Liedern und Liedtexten beschäftigte, desto mehr fiel ihm auf, dass der Sprache selbst auch eine Art von Bewegung inne wohnt. Die hat er sich bei der Erarbeitung der Choreographie zunutze gemacht. “Etwas Neues hat sich für mich geöffnet”, war seine Erfahrung.

Der französische Choreograph Medhi Walerski wurde vor allem durch seine Zeit als Tänzer beim “Nederlands Dans Theater” geprägt; inzwischen wirkt er dort mit grossem Erfolg als Choreograph. Sein Stil ist lyrisch, humorvoll und mit Sinn für theatralische Effekte.

And our faces vanish like water

Uraufführung

Choreographie Cathy Marston
Musik Dave Maric (Auftragskomposition)
Musikerinnen (live) Steff La Cheffe (Beatboxerin)
Mélanie Adami (Sopran)
Spieldauer 15 Minuten
Erstbesetzung: Martina Langmann
Emma Lewis
Izumi Shuto
Hui-Chen Tsai
Jenny Tattersall
Ilan Kav
Erion Kruja
Gary Marshall
Jianhui Wang

Zweitbesetzung: Paula Alonso
Julie Philpott
Erick Guillard
James Henson
Denis Puzanov
“Beim Zappen durch die TV-Kanäle während eines Hotelaufenthaltes in Österreich stolperte ich über die Darbietungen der Beatboxerin Steff La Cheffe. Ich war ziemlich beeindruckt und habe ein bisschen nachgeforscht, wer sie ist. Als ich feststellte, dass sie aus Bern stammt, habe ich mit ihr Kontakt aufgenommen. Dies führte zu der Auftragserteilung an Dave Maric für ein Werk für sie und eine klassisch ausgebildete Opernsängerin. (…) Wir haben zudem J. L. Borges’ Gedicht “The Art of Poetry” (im Original: “Arte Poética”, 1960) einige Zeilen entnommen. Der Text beschäftigt sich mit der Zeit, Poesie, den Künsten allgemein und dem Dahinfliessen. Es passt wunderbar zu der faszinierenden Metamorphose, welcher der Tanz und die Musik unterliegen: kein Stil bleibt je ‚rein’, bei jeder Interpretation erfährt er eine Veränderung.” (Cathy Marston)

In Cathy Marstons eigenen Beitrag fliesst das Element der Sprache durch kurze Textauszüge ein, die Dave Maric in seine Komposition einwebt; ausserdem ist die menschliche Stimme präsent: Die Beatboxerin Steff La Cheffe und die Mezzosopranistin Mélanie Adami begleiten das Stück live.

Crimes of passion

Uraufführung

Choreographie Mark Bruce
Musik Desert Sessions: “I’m Here for Your Daughter”, “Powered Wig Machine”, “Holey Dime”, “A Girl Like Me; PJ Harvey: “Broken Harp”, “No Child Of Mine”, “Shame”; Queens Of The Stone Age: “Feel Good Hit Of The Summer”
Spieldauer 25 Minuten
Tänzerinnen/Tänzer Bern:Ballett – das Tanzensemble des Stadttheaters Bern
Mark Bruce choreographiert häufig anhand von Liedern mit Text. Bei diesem Stück für vierzehn Tänzer baute er aus Songs von den Desert Sessions, von PJ Harvey und den Queens Of The Stone Age einen vielschichtigen Klangraum, den er mit Versatzstücken aus den unterschiedlichsten Quellen füllt. Mithilfe der Tänzer und einigen Requisiten lässt er eine surreale Traumwelt entstehen, in der sich Elemente wiederfinden, die u.a. dem Varieté, dem Vaudeville und gar dem amerikanischen Cheerleading entsprungen sind. Doch nichts ist, wie es scheint, und als Zuschauer rätselt man, ob man amüsiert oder verstört reagieren soll…

Mark Bruce stammt aus Grossbritannien. Er steht für ein betont physisches Tanzvokabular. Seine erste Arbeit mit dem Bern:Ballett bezieht das gesamte Ensemble mit ein.

Sprache im Tanz

Auf der Suche nach Modernität in den darstellenden Künsten ist es ein konstantes Bemühen, den Tanz als eine direktere und natürlichere Möglichkeit der Kommunikation neu zu definieren. Sprache galt in diesem Zusammenhang oft als unzulängliches Mittel des Austausches. Der Körper hingegen scheint wahrhaftiger in seinem Ausdruck und klarer, als Worte es je sein könnten. Allerdings ist es nicht so, dass die Bewegungskunst universal gleich verständlich ist. Zwar fehlt die Sprache als trennendes Moment. Doch die Ästhetik im Tanz ist, je nachdem, wo er entsteht und gesehen wird, sehr unterschiedlich geprägt. Dazu kommen Fragen wie: Handlung – ja oder nein? Soll/darf Tanz abstrakt sein? Ist das Tänzerbild in jedem Herkunfts- und Zielland dasselbe? Ist der Humor überall verständlich, der ja nicht nur der Sprache, sondern auch der Bewegung inbegriffen sein kann? Und so stossen Choreographen immer wieder auf die Frage: Kann Sprache nicht doch sogar vermittelnd eingreifen? Die individuellen Strategien für die Verwendung von Sprache im Tanz unterscheiden sich naturgemäss enorm. Das Ringen um das richtige Verhältnis zwischen Bewegung und Text dauert an.

Vor diesem Hintergrund bewegt sich das Programm “Auf ein Wort”. Den eingeladenen Choreographen (und sich selbst) hat die Ballettleiterin Cathy Marston aufgegeben, etwas zum Thema “Bewegung und Sprache” zu entwerfen. Die Tänzer des Bern:Balletts arbeiten mit vier Künstlern von sehr unterschiedlichem Werdegang zusammen, die – zumindest im Kontext dieser Programmvorgabe – auf der Suche nach der für sie richtigen Balance zwischen Tanz und Sprache sind. Der eine lässt Sprache nur als Liedtext von verwendeter Musik in eine Produktion einfliessen und macht sich so eher den atmosphärischen Gehalt von Text zunutze. Der nächste lässt hingegen Tänzer selber sprechen und weist der Sprache einen bedeutsameren Platz innerhalb des Stückes zu. Die Vielseitigkeit der choreographischen Konzepte erweitert das Spektrum der Fähigkeiten bei den Tänzern und ermöglicht dem Publikum gleichzeitig eine Reise durch die unterschiedlichsten Tanzsprachen.

Choreographie

Corinne Rochet stammt aus Frankreich. Von 1986 bis 1989 absolviert sie eine Ausbildung bei Anne-Marie Porras. 1990 schliesst sie sich der Compagnie Rehda in Frankreich an und tanzt für viele berühmte Choreographen. Vor 14 Jahren siedelte sie in die Schweiz über. Von 1995 bis 2002 war sie Tänzerin bei der Compagnie Philippe Saire, die letzten drei Jahre davon wirkte sie als seine Assistentin. Danach arbeitete sie für die Association au VIIe Ciel – Arthur Kuggeleyn, für Alias (2002-2005), für Nicole Seiler und für Fabienne Berger. Seit 1995 unterrichtet sie auf regelmässiger Basis professionelle Compagnien wie etwa die Cie. Philippe Saire, Alias, Linga und das Bern:Ballett. 2001 gründet sie “The Marchepied”, ein Trainingsprogramm für zeitgenössischen Tanz. Seit 2003 ist sie Choreographin des Kollektivs “Utilité Publique”.

Medhi Walerski, 1979 in Frankreich geboren, erhielt seine Tanzausbildung am Conservatoire Supérieure in Paris. Er studierte klassisches Ballett, Modern Dance und Improvisation. Danach tanzte er beim Ballet der Opéra de Paris, beim Ballet der Opéra de Nice und beim Ballet du Rhin in Mulhouse. 2001 wurde er Ensemblemitglied des Nederlands Dans Theater. Dort machte er mit ersten Choreographien auf sich aufmerksam. Mit “Moume the Frenchman” entstand ein Werk, das ihn erstmals breit bekannt machte. Mit “Mammatus” gelang ihm im Februar 2008 ein weiterer Erfolg, gefolgt im Herbst 2008 von “Underneath”. Seit Sommer 2009 arbeitet Medhi Walerski als freischaffender Choreograph. Neben der Arbeit für das Bern:Ballett ist er eingeladen, im Mai 2010 eine Produktion für das Göteborg Ballett zu machen.

Die Engländerin Cathy Marston erhielt ihre Ausbildung zur Ballett-Tänzerin an der Royal Ballet Upper School. Anschliessend zog sie mit einem Engagement beim Zürich Ballett in die Schweiz. 1996 wechselte sie an das von Richard Wherlock geleitete Luzerner Ballett, und schliesslich verbrachte sie ein Jahr beim Berner Ballett. 2000 kehrte sie nach London zurück, um freiberuflich als Choreographin und Tänzerin zu arbeiten. In den folgenden Jahren choreographierte sie etwa für das Royal Ballet, das English National Ballet, das Ballett Basel, die Danza Contemporanea Cuba oder das Washington Ballett. 2002 wurde sie zur künstlerischen Mitarbeiterin des Royal Opera House (ROH) in London berufen. Neben ihrer Tätigkeit als Tänzerin trat sie daneben etwa bei der Henri Oguike Dance Company oder der Arc Dance Company auf. Am ROH entwarf sie vier Abendprogramme für das Linbury Theatre des ROH, darunter eine Adaption von Ibsens “Gespenster” (Ghosts). Nach ihrer Zeit beim Royal Opera House gründete Marston ihre eigene Compagnie “The Cathy Marston Project”. Seit August 2007 ist Marston Leiterin des Bern:Ballett, wo sie eigene Choreographien erarbeitet und Werke anderer Choreographen vorstellt. Daneben setzt sie ihre Arbeit im Ausland fort. 2008 etwa kreierte sie eine Adaptation des Dickens-Romans “A Tale of Two Cities” für das britische Northern Ballet Theatre.

Mark Bruce absolvierte seine tänzerische Ausbildung u.a. bei Rosas (B), Introdans (NL), Extemporary Dance Theatre (GB) und DJazzex (NL). 1991 gründete er die The Mark Bruce Company, für die er von 1991 bis 1997 zahlreiche Choreographien schuf. 2005 entstanden Stücke zur Clore Studio Summer Collection des Royal Opera Houses London, 2006 Bad History für den Place Prize. Im September 2006 wurde Sea of Bones im Merlin Theatre, Frome, Somerset, uraufgeführt. Mark Bruce ist auch im Schauspielbereich aktiv, beteiligt war er v.a. an mehreren Produktionen für das Royal Exchange Theatre in Manchester. Ausserdem führte er Regie bei Thick von Rick Bland (Edinburgh Fringe Festival). Mehrere Bühnenprojekte entstanden in Kooperation mit den Multimediakünstlern Ruth Gibson & Bruno Martelli (Igloo Productions). Mark Bruce komponiert selbst, macht Kurzfilme und unterrichtet. Mit seiner eigenen The Mark Bruce Company entsteht zur Zeit ein neues, abendfüllendes Werk, dass im Laufe des Jahres 2010 uraufgeführt wird.

Bern, Stadttheater Bern, PREMIERE Dialogues des Carmélites 12.1.2010

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Presseinformation

Stadttheater Bern

PREMIEREDialogues des Carmélites / Oper

Samstag, 23. Januar, 19.30 Uhr, Stadttheater

1976 kam die Oper am Stadttheater Bern letztmals zur Premiere. Jetzt, nach 34 Jahren, steht sie wieder auf dem Spielplan; damals unter dem deutschen Titel “Die Letzte am Schafott”, jetzt in der französischen Originalfassung “Dialogues des Carmélites”. In seinem 1957 uraufgeführten Werk lässt der französische Komponist Francis Poulenc Revolution und Religion aufeinander treffen.

Blanche, die unter Panikattacken leidet, flieht ins Kloster, wo sie hofft, ihre Angst zu überwinden. Die Französische Revolution macht aber vor Klostermauern nicht halt und verbietet den Nonnen die Ausübung ihrer Ordensregeln. Diese stellen sich dagegen und nehmen dafür den Märtyrertod in Kauf. Einzig Blanche flieht. Die Standhaftigkeit jedoch, mit welcher ihre Mitschwestern ihr Martyrium antreten, errettet Blanche von ihrer Angst. Furchtlos folgt sie ihnen aufs Schafott.

Musikalisch grenzt sich Poulenc von der Avantgarde seiner Zeit ab. Impressionistische Klangfarben und ein sprachnaher Vokalstil prägen sein Werk. Der Trauermarsch, mit dem die Nonnen singend ans Schafott treten, sowie das niedersausende Fallbeil sind der dramatische Höhepunkt der Oper. Als Blanche ist die Walliser Sopranistin Rachel Harnisch zu hören, die musikalische Leitung liegt in den Händen von Stadttheater-Chefdirigent Srboljub Dinic, und Regie führt der Deutsche Bernd Mottl, der letzte Spielzeit in Bern “Die Fledermaus” inszenierte.

Besetzung

“Dialogues des Carmélites” von Francis Poulenc
Oper in drei Akten

Libretto vom Komponisten nach dem Drehbuch (1947) von Georges Bernanos, Raymond Bruckberger und Philippe Agostini in der Bearbeitung als Drama “Dialogues des Carmélites” (1951) von Albert Béguin und Marcelle Tassencourt
Nach der Novelle “Die Letzte am Schafott” (1931) von Gertrud von Le Fort

Auftragswerk der Scala in Mailand
Uraufführung 1957
In Originalsprache mit deutschen Übertiteln

Musikalische Leitung Srboljub Dinic
Inszenierung Bernd Mottl
Bühne Alain Rappaport
Kostüme Dagmar Fabisch
Chor Alexander Martin

Marquis de la Force Kristian Paul
Blanche, seine Tochter Rachel Harnisch, Hélène Le Corre
Der Chevalier, sein Sohn Fabrice Dalis
Madame de Croissy, Priorin Ursula Füri-Bernhard
Madame Lidoine, die neue Priorin Fabienne Jost
Mutter Maria, Subpriorin Claude Eichenberger
Schwester Constance, eine junge Novizin Hélène Le Corre, Anne-Florence Marbot
Mutter Johanna, Dechantin Qin Du
Schwester Mathilde Silvia Oelschläger
Beichtvater Andries Cloete
Erster Kommissar Tomi Kimmo Kuusisto
Zweiter Kommissar, Offizier, Kerkermeister Erwin Hurni
Thierry Rolf Scheider
Javelinot Ivaylo Ivanov

Chor und Extrachor des Stadttheaters Bern
Berner Symphonieorchester

Das Werk

Angst ist eines der stärksten Gefühle, sie kann vor Gefahr warnen, aber auch ein normales Leben verhindern. Ist religiöser Glaube ein Mittel gegen Lebens- oder Todesangst? Dieses urmenschliche Thema faszinierte Francis Poulenc auf der Suche nach einem geeigneten Opernstoff für sein Auftragswerk der Mailänder Scala.

Das Libretto, voll emotional-psychologischer, aber auch historischer Brisanz, basiert auf Georges Bernanos gleichnamigem einzigen Bühnenstück. Dieses wiederum entstand nach Gertrud von Le Forts Novelle “Die Letzte am Schafott” aus dem Jahr 1931.

Die Erzählung, geschrieben in der dunklen Zwischenkriegszeit, geht auf ein Schreckenskapitel der französischen Revolutionszeit zurück, ein Massaker an den Nonnen eines Karmeliterinnenklosters. Poulenc selbst suchte nach dem Schockerlebnis des Unfalltods seines Freundes verstärkt religiösen Trost. Dem Komponisten gelang die musikalische Formulierung des Stoffes über eine reine Glaubensoper hinaus.

Aus der Sicht der furchtsamen Nonne Blanche erzählt, scheut das Werk die direkte Schilderung nicht. Blanche verliert durch die Konfrontation mit dem natürlichen Sterben der alten Priorin und dem Mord an ihren Mitschwestern letztlich die Angst vor dem irdischen Tod, indem sich ihr Blick auf das ewige Leben richtet.

Im Umgang mit Orchester und Gesangsstimme grenzt sich Poulenc unter Berufung auf Monteverdi, Mozart, Verdi und Mussorgski von der musikalischen Avantgarde seiner Zeit ab. Der Trauermarsch “Salve regina”, mit dem die Nonnen singend zur Hinrichtung ans Schafott treten, sowie der Schockeffekt des niedersausenden Fallbeils gegen die lärmende Revolutionshymne “Ça ira” lassen das Ende zum dramatischen Höhepunkt werden.

Die Oper stellt die Frage nach der moralischen Verantwortung des Menschen vor sich selbst mit einer Dringlichkeit, die unter die Haut geht. Poulencs Musik lässt niemanden unberührt, und der Schluss des Werkes gehört zu den grossartigsten der Opernliteratur.

Der Komponist

Francis Jean Marcel Poulenc (1899-1963) wurde in Paris geboren. Musik war fester Bestandteil des Familienlebens. 1918, noch während des Militärdienstes, komponierte er erste Miniaturen. Von Igor Stravinsky und Maurice Chevalier ebenso beeinflusst wie vom französischen Vaudeville stiess Poulenc nach dem Krieg zur Gruppe “Les Six” um Erik Satie und Jean Cocteau, deren Mitglieder den Impressionismus zugunsten einer grösseren Einfachheit und Klarheit ablehnten.

Einiges vom Stil der “Six” fand Eingang in Poulencs eigene musikalische Arbeit. Er übernahm Techniken der Dadaisten und liess sich von populären Melodien beeinflussen. Eine charmante Vulgarität erschien ihm wichtiger als das vorgeblich tiefe Gefühl der Romantik. Er war selbst ein herausragender Pianist, und Klaviermusik dominiert Poulencs frühe Werke. Seine Freundschaft mit einigen Dichtern des Montparnasse, darunter Guillaume Apollinaire und Paul Éluard, führte zur Komposition zahlreicher Lieder zu deren Texten.

1936 wandte er sich nach dem Unfalltod eines Freundes und dem Besuch der schwarzen Madonna von Rocamadour dem katholischen Glauben zu. In seinen Kompositionen schlug sich das in einer Reihe geistlicher Werke nieder, die oft als seine wichtigsten Arbeiten angesehen werden. Im Sommer 1943 komponierte Poulenc die Kantate für Doppelchor a cappella “Figure humaine”. Auch darin vertonte er Gedichte seines Lieblingsdichters Paul Éluard.

Während der Zeit der deutschen Besetzung Frankreichs erhielt Poulenc anonym Texte aus dem Widerstand, darunter auch solche, die er als Gedichte von Eluard identifizierte. In diesen Gedichten wurde mehr oder weniger versteckt zum Widerstand aufgerufen. Das Gedicht “Ode à la liberté” musste Poulenc heimlich vertonen. Er verzichtet darin auf Instrumente und beschränkt sich auf die menschliche Stimme. Die Komposition wurde noch vor Ende des Krieges nach England geschmuggelt, wo sie 1945 uraufgeführt wurde.

Neben der Oper “Dialogues des Carmélites” schrieb Poulenc mehrere Konzerte für Orgel, Cembalo und Klavier, Messen sowie zahlreiche kammermusikalische Werke.

Der Dirigent

Srboljub Dinic wurde in Serbien geboren und wuchs in einer klassischen Musikerfamilie auf. Er studierte an der Musikakademie Belgrad Klavier, Kammermusik und Dirigieren. Von 1992 bis 1995 war er Korrepetitor und Assistent für Kammermusik an der Musikakademie Belgrad. Anschliessend arbeitete er als Korrepetitor am Theater Basel und an der Oper Bonn.

Ab der Spielzeit 2001/02 leitete Dinic als Erster Kapellmeister am Stadttheater Bern mit dem Berner Symphonieorchester mehrere Opernproduktionen pro Saison, darunter etwa “Manon”, “Don Giovanni”, “Die Zauberflöte”, “Die Entführung aus dem Serail”, “Idomeneo”, “Andrea Chénier”, “La Wally”, “Cavalleria rusticana”, “Mazeppa” und “Carmen”.

2004 wurde Dinic zum Chefdirigenten am Berner Stadttheater ernannt, und seit 2007 ist er zudem Musikalischer Direktor. Er betreute seither Produktionen wie “La forza del destino”, “La Traviata”, “Macbeth”, “Nabucco”, “Falstaff”, “Rigoletto”, “Medea”, “Il barbiere di Siviglia”, “Un ballo in maschera”, “Les contes d’Hoffmann”, “Die Fledermaus” und “Der Rosenkavalier”.

Srboljub Dinic hat sich aber nicht nur in der Schweiz, sondern auch international einen Namen als Opern- und Konzertdirigent gemacht. Er stand am Pult zahlreicher renommierter Orchester; darunter etwa das Staatsorchester Stuttgart, die Württembergische Philharmonie, die Münchner Symphoniker, das Shanghai Symphony Orchestra, das Taipei Symphony Orchestra, das Radio Sinfonie Orchester Belgrad, das Sinfonieorchester Basel oder das Kölner Kammerorchester.

2006 leitete Dinic “Il Trovatore” am Festival in Avenches sowie Verdis “Requiem” in seiner Heimat Serbien. Von Kritik und Publikum gefeiert wurden die Aufführungen von “Madama Butterfly”, “Tosca” und “Norma” am Staatstheater Stuttgart. 2007 dirigierte Dinic die Württembergische Philharmonie mit der Mezzosopranistin Agnes Baltsa in fünf Konzerten in der Schweiz, und 2008 gab er, ebenfalls mit Agnes Baltsa sowie den Münchner Symphonikern, ein Galakonzert im La Fenice in Venedig. Zudem begleitete er den Tenor Salvatore Licitra auf einer Asien-Tournee am Pult der Symphonieorchester von Seoul, Taipeh und Shanghai.

Im Juni 2009 leitete Dinic im Kultur-Casino in Bern ein Benefizkonzert mit Noëmi Nadelman und dem Berner Symphonieorchester, und im Juli dirigierte er am Opernfestival im finnischen Savonlinna Bellinis “I Puritani” vor ausverkauften Rängen. In dieser Spielzeit 2009/10 dirigiert er am Stadttheater Bern zudem “La Bohème” – und am 29. September auch die Live-Sendung “La Bohème im Hochhaus” des Schweizer Fernsehens – sowie die Produktion “Eugen Onegin”.

Dialogues des Carmélites / Oper
Samstag, 23. Januar, 19.30 Uhr, Stadttheater

Das Regieteam

Bernd Mottl (Regie) Geboren in Deutschland. Regisseur für Musiktheater und Schauspiel. Wichtige Operninszenierungen sind “Madama Butterfly”, “Tosca” und “Penthesilea” in Cottbus, “Frau Luna” in Heidelberg, “La Traviata” in Kiel und “Greek” in Hannover. Schauspielinszenierungen in Berlin, Dresden, Potsdam, Kassel, Braunschweig, zuletzt Kleists “Familie Schroffenstein” und “Die sexuellen Neurosen unserer Eltern” von Lukas Bärfuss. An der Neuköllner Oper in Berlin eine Reihe von Musical-Uraufführungen mit zeitgenössischen Themen: “Das Wunder von Neukölln”, “Elternabend” und “Held Müller”. Regelmässig Arbeiten am Maxim Gorki Theater Berlin, darunter “Sieben Türen” von Botho Strauss und die Uraufführung “Karussell” von Klaus Chatten. Zuletzt Inszenierungen an der Oper Leipzig, in Hannover, demnächst in Köln. In Bern 2008 Regie in der Operette “Die Fledermaus”.

Alain Rappaport (Bühne) Geboren in Zürich. Studium Architektur und Bildende Kunst in seiner Heimatstadt. Architekt in New York, danach Bühnenbildassistent am Schauspielhaus Zürich. Seit 1995 freischaffender Bühnenbildner mit Arbeiten wie “Drei Schwestern” am Theater Basel, “Maria Stuarda” an der Staatsoper Unter den Linden Berlin, “Der Fremde” am Staatstheater Oldenburg sowie “Floh im Ohr”, “Kasimir und Karoline” und “Othello” am Schauspiel Frankfurt. Tätigkeit als Ausstellungsarchitekt, daneben eigene Projekte. 2002 und 2003 eidgenössischer Preis für Design, 2004-2006 Dozent im Studiengang Scenographical Design an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Zürich. 2009 Lehrauftrag in der Abteilung für Kommunikationsdesign an der HFG Karlsruhe. In Bern 2004 Bühne zu Shakespeares “Der Sturm”.

Dagmar Fabisch (Kostüme) Geboren in Essen. Zunächst Damenschneiderin, anschliessend Kostümassistenzen, u. a. an der Berliner Volksbühne und bei den Filmen “Die 120 Tage von Bottrop” von Christoph Schlingensief und “Sonnenallee” von Leander Haussmann. Seit 1996 Kostümbildnerin u. a. am Schauspiel Hannover, am Thalia Theater Hamburg, am Deutschen Schauspielhaus Hamburg und am Bremer Theater. Hier Arbeiten für Regisseure wie Stefan Pucher, Michael Talke und Jan Bosse. Ausserdem enge Zusammenarbeit mit Regisseur Roger Vontobel, für ihn Kostüme zu Inszenierungen wie “Juli Zehs Spieltrieb” am Deutschen Schauspiel Hamburg, Grillparzers “Das goldene Vlies” am Schauspiel Essen und “Die Familie Schroffenstein” in den Münchner Kammerspielen. Arbeitet erstmals am Stadttheater Bern.

Wichtige Gäste

Kristian Paul (Marquis de la Force), geboren in Frankreich. Gesangsausbildung in Toulouse. Erste Engagements an der Opéra de Montpellier, am Théâtre de Compiegne und am Théâtre des Varietés de Monte Carlo. 2003 Erster Preisträger des Internationalen Gesangswettbewerbs Vivonne in Frankreich. Wichtige Rollen waren u. a. Escamillo in “Carmen”, Valentin in “Faust”, Germont in “La Traviata”, Graf in “Le nozze di Figaro”, Titelpartien in “Don Giovanni” und “Eugen Onegin”, Scarpia in “Tosca”. 2007 Sharpless in “Madama Butterfly” auf Kreta, Titelpartie in “Rigoletto” beim Festival de Sedere/Frankreich, Marquis de La Force in “Dialogues des Carmélites” in Marseille. Zuletzt Comte Capulet in “Roméo et Juliette” in Saint-Etienne und Ourrias in “Mireille” in Tours. Am Stadttheater Bern bisher in “Rigoletto”, “Cendrillon”, “Les contes d’Hoffmann” und in “Hänsel und Gretel”.

Rachel Harnisch (Blanche), geboren in Brig. Gesangsstudium in Freiburg, Preisträgerin des Belvedere-Wettbewerbes in Wien. Debüt 2000 als Pamina in “Die Zauberflöte” am Stadttheater Bern, diese Partie auch in Zürich, München, unter Claudio Abbado in Reggio Emilia und Ferrara, in Baden-Baden unter Sir Neville Marriner, an der Opéra Bastille, in Marseille, Madrid, Turin, Santiago de Chile. Weitere Partien u. a. Micaëla in “Carmen”, Xenia in “Boris Godunov” und Antonia in “Les contes d’Hoffmann” in Genf, Fiordiligi in “Così fan tutte” in Ferrara, Modena, Reggio Emilia und Glyndebourne, Marzelline in “Fidelio” beim Maggio Musicale Fiorentino, in Ferrara und Modena, Sophie in “Der Rosenkavalier” in Essen, Gräfin in “Le nozze di Figaro” in Verona und Reggio Emilia sowie Konstanze in “Die Entführung aus dem Serali” in Brüssel. In Bern bisher Clémence in “L’amour de loin”, Mélisande in “Pelléas et Mélisande”, Micaëla in “Carmen” und Gräfin in ” Le nozze di Figaro”.

Ursula Füri-Bernhard (Madame de Croissy), geboren in Bern, Gesangsausbildung in Zürich und Bern, Debüt am Stadttheater Bern. Fachpartien waren u. a. Titelrollen in “Aïda” und “Tosca”, Liù in “Turandot” sowie Abigaille in “Nabucco” in Avenches, Sieglinde in “Die Walküre” in Edinburgh und Glasgow, Freia in “Das Rheingold” in Genf. In Basel Rosalinde in “Die Fledermaus”, Senta in “Der fliegende Holländer”, Fata Morgana in “L’amour des trois oranges”, zuletzt Prothoe in “Penthesilea”. In Bern etwa Cio-Cio-San in “Madama Butterfly”, Contessa in “Le nozze di Figaro”, Alice in “Falstaff”, Antonia in “Les contes d’Hoffmann”, Titelpartie in “Tosca”, Desdemona in “Otello”, Leonora in “Il Trovatore”, Lady in “Macbeth”, Maddalena in “Andrea Chénier”‚ Elisabeth in “Tannhäuser” oder Abigaille in “Nabucco”.

Die weiteren Solisten-Biographien finden Sie auf dem Internet (www.stadttheaterbern.ch).

Kostprobe

13. Januar / 18.30 Uhr /
Foyer Stadttheater / Eintritt frei

Oper im Gespräch

“Blanche c’était moi – Francis Poulenc und seine Dialogues des Carmélites”
Mit Dr. Arne Stollberg, Institut für Musikwissenschaft der Universität Bern
30. Januar / 16.00 Uhr /
Foyer Stadttheater / Eintritt frei

Vorstellungsdaten

23.01.2010, 19.30 Uhr, Stadttheater
30.01.2010, 19.30 Uhr, Stadttheater
02.02.2010, 19.30 Uhr, Stadttheater
21.02.2010, 18.00 Uhr, Stadttheater
27.02.2010, 19.30 Uhr, Stadttheater
04.03.2010, 19.30 Uhr, Stadttheater
09.03.2010, 19.30 Uhr, Stadttheater
26.03.2010, 19.30 Uhr, Stadttheater
15.04.2010, 19.30 Uhr, Stadttheater
07.05.2010, 19.30 Uhr, Stadttheater
29.05.2010, 19.30 Uhr, Stadttheater
05.06.2010, 19.30 Uhr, Stadttheater
08.06.2010, 19.30 Uhr, Stadttheater
16.06.2010, 19.30 Uhr, Stadttheater

Kommende Premieren

Auf ein Wort (Uraufführungen)
Vidmar:1
Premiere: 29. Januar 2010

Meisterklasse / Terrence McNally
Stadttheater
Premiere: 6. Februar 2010

Das Käthchen von Heilbronn / Heinrich von Kleist
Vidmar:1
Premiere: 19. Februar 2010

Eugen Onegin / Pjotr Iljitsch Tschaikowski
Stadttheater
Premiere: 26. Februar 2010

Quartett / Heiner Müller
Vidmar:1
Premiere: 27. März 2010

Co-Starring / Theo Fransz
Vidmar:2
Premiere: 30. März 2010

La finta giardiniera / Wolfgang Amadeus Mozart
Stadttheater
Premiere: 1. April 2010

Ein bisschen Ruhe vor dem Sturm / Theresia Walser (Schweizer Erstaufführung)
Vidmar:2
Premiere: 7. April 2010

Verbrennungen / Wajdi Mouawad
Vidmar:1
Premiere: 10. April 2010

Bern, Stadttheater Bern, Premiere Sweet Charity / Musical

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Presseinformation

Stadttheater Bern

Sweet Charity / Musical

Donnerstag, 12. November, 19.30 Uhr, Stadttheater
Besetzung

“Sweet Charity” von Cy Coleman
Nach dem Film “Le notti di Cabiria” (1957) von Federico Fellini
Buch von Neil Simon
Songtexte von Dorothy Fields
Deutsch von Marianne Schubart
Songtexte von Victor Bach
Uraufführung 1966 in New York
Musikalische Leitung Michael Frei
Inszenierung, Choreographie Pascale Chevroton
Bühne Jürgen Franz Kirner
Kostüme Tanja Liebermann

Charity Hope Valentine Vasiliki Roussi
Sonnenbrille, ein Macho Thomas Mathys
Vittorio Vitale, ein Filmstar Thomas Mathys
Oscar Lindquist, ein Buchhalter Thomas Mathys
Serafina Caroline Frank
Angelina Anja Karamanski
Ariella Tanja Schmid
Amoriel, ein Engel Robin Belfond
Ursula Sylvia Garatti, Martina Langmann
Daddy Johann Sebastian Brubeck Mark Nordike
Bern:Ballett – das Ballett des Stadttheaters Bern
Chor des Stadttheaters Bern
Berner Symphonieorchester

Sweet Charity / Musical
Donnerstag, 12. November, 19.30 Uhr, Stadttheater
Das Musical

Das Musical “Sweet Charity” basiert ist Federico Fellinis Film “Le notti di Cabiria” (1957), den Neil Simon für die Bühne adaptierte. Die Idee zum Musical stammt von Bob Fosse. Die Musik komponierte Cy Coleman, die Gesangstexte stammen von Dorothy Fields. Fosse führte Regie und choreographierte die Uraufführung 1966 im Palace Theatre am Broadway. Die Rolle der Charity Hope Valentine spielte und sang Gwen Verdon. Die Erstaufführung im Londoner West End fand 1967 im Prince of Wales Theatre statt.

Das Amüsiermädchen Charity, das für Geld mit Männern tanzt, hat auch nach acht Jahren in diesem Job ihren Glauben an die Güte der Menschen und die ewige Liebe nicht verloren. Sie gerät aber stets an Männer, die sie ausnutzen und wird deshalb von ihren Freundinnen als naiv und unbelehrbar angesehen. Sie macht die Bekanntschaft eines italienischen Filmstars, den sie mit ihrer unverdorbenen Art dazu animiert, sich mit seiner Freundin, von der er sich trennen will, zu versöhnen. Ihre Freundinnen glauben ihr allerdings nicht, dass sie mit dem Star zwar die Nacht, nicht aber das Bett geteilt hat.

Charity lernt den Versicherungsvertreter Oscar kennen, der sich in sie verliebt. Charity verschweigt ihm zunächst ihren wahren Beruf, doch auch nachdem er ihn erfährt, möchte er sie heiraten. Triumphierend kündigt sie im Club und verabschiedet sich von ihrem alten Leben. Oscar lässt sie jedoch schon auf dem Standesamt sitzen. Charity traut sich nicht, Ihren Freundinnen, die in ihr den Beweis sehen, dass ein Ausweg aus dem Milieu möglich ist, die Wahrheit zu sagen. Nach einer langen Nacht draussen auf der Strasse erkennt Charity, dass ihr nun eigentlich alle Möglichkeiten des Lebens offen stehen. Sie ist entschlossen, diese Chance zu ergreifen.

Das Musical “Sweet Charity” wurde 1966 für insgesamt 12 Tony Awards nominiert, aber schliesslich nur in der Kategorie Beste Choreographie (Bob Fosse) ausgezeichnet. 1986 wurde das Stück für den Broadway wiederentdeckt und gewann 4 Tony Awards. 2005 folgte ein zweites Broadway-Revival; die Produktion erhielt 3 Tony-Nominierungen.

Der Komponist

Cy Coleman (1929-2004) begann seine musikalische Karriere bereits im Kindesalter; er gab etwa in der Carnegie Hall in New York Klavierkonzerte. Später bildete er sich zum Jazzpianisten aus und schrieb in den kommenden 50 Jahren die Musik zu zahlreichen Broadway-Musicals. Neben seiner Komponistentätigkeit war Coleman auch als Produzent, Texter, Arrangeur und Musiker tätig. Für den Film “Sweet Charity” erhielt er eine Oscar-Nominierung. Für den Film “The Will Rogers Follies” wurde er mit zwei Grammy Awards ausgezeichnet.
Broadway-Musicals von Cy Coleman

• 1960 Wildcat – Libretto: N. Richard Nash
• 1962 Little Me – Libretto: Neil Simon
• 1966 Sweet Charity – Libretto: Neil Simon
• 1973 Seesaw – Libretto: Michael Bennett
• 1977 I Love My Wife – Libretto: Michael Stewart
• 1978 On the Twentieth Century – Libretto: Betty Comden
• 1980 Barnum – Libretto: Mark Bramble
• 1989 City of Angels – Libretto: Larry Gelbart
• 1991 The Will Rogers Follies – Libretto: Peter Stone
• 1997 The Life – Libretto: Ira Gasman

Der Film von Federico Fellini

“Le notti di Cabiria” (Die Nächte der Cabiria) ist ein Film von Federico Fellini (1920-1993) aus dem Jahre 1957. Er erzählt die Geschichte der Prostituierten Cabiria Ceccarelli. Sie wird gespielt von Fellinis Ehefrau Giulietta Masina. Thematisch ist Cabiria eine optimistische Variation der Gelsomina aus Fellinis Film “La Strada” (1954).

Cabiria wird von den Männern respektlos behandelt und ausgenutzt. Ihr Zuhälter nimmt ihr letztes Geld und wirft sie in einen Fluss. Sie lernt den Schauspieler Alberto kennen, doch die anfängliche Hoffnung auf eine normale Beziehung stellt sich als trügerisch heraus, als Albertos frühere Freundin zurückkommt und er Cabiria verstösst.

Sie verliebt sich in einen Buchhalter, und er verspricht sie zu heiraten. Nachdem sie ihm ihre gesamten Ersparnisse anvertraut hat, stellt er sich als Betrüger heraus und sie ist wieder allein. In ihrer Enttäuschung fährt sie nach Rom, wo sie sich einer zufälligen Gruppe fröhlicher Menschen anschliesst – und neue Hoffnung hegt.

Das ‚Lexikon des Internationalen Films’ fasst den Film so zusammen: “Keine soziale Studie, sondern ein allegorisches Drama über die Gnade eines schlichten, unbeirrbaren Glaubens. Fellini und Giulietta Masina variierten in diesem Film die Thematik von ‚La Strada’ mit weniger Poesie und mehr Optimismus.”

Bei den Internationalen Filmfestspielen Cannes 1957 wurden sowohl Giulietta Masina als auch Federico Fellini geehrt. Beim San Sebastian International Film Festival wurden Giulietta Masina als beste Schauspielerin und Dino De Laurentiis für die beste Produktion geehrt. 1958 gewann “Le notti di Cabiria” den Oscar als bester nicht-englischsprachiger Film.

Der Film von Bob Fosse

Neben Fellinis “Le notti di Cabiria” ist der Film “Sweet Charity” von Regisseur Bob Fosse die zweite berühmte Verfilmung des Stoffes. Der Film von 1969 basiert direkt auf dem gleichnamigen Musical von Cy Coleman, Neil Simon und Dorothy Fields.

Charity Hope Valentine (Shirley MacLaine) ist immer auf der Verliererseite: Ihr Geld verdient sie als ‚Taxi Girl’; sie tanzt in einer zweitklassigen Bar mit zahlungskräftigen Männern. In ihrem Privatleben hat sie jedoch nur Pech mit den Männern. Ihr letzter Freund Charlie wollte nur ihr Erspartes und stiess sie dann von einer Brücke. Charity möchte ihr Leben ändern und bewirbt sich um einen Job als Stenotypistin – aufgrund ihrer mangelnden Ausbildung jedoch ohne Erfolg.

Auf dem Weg zurück bleibt sie im Aufzug stecken – das könnte der Beginn einer besseren Zukunft sein. Mit ihr steckt nämlich der Versicherungsangestellte Oscar Lindquist im Lift. Bis der Lift wieder läuft, sind sich die beiden näher gekommen, und in den nächsten Tagen wird aus blosser Sympathie echte Liebe. Charity hat jedoch noch ein Problem: Sie hat Oscar erzählt, dass sie eine ehrenwerte Bankangestellte sei. Von ihrem wahren ‚Beruf’ hat er noch keine Ahnung…

Bob Fosse, der bereits in der Broadway-Produktion des Musicals Regie und Choreographie verantwortet hatte, drehte mit “Sweet Charity” seinen ersten Film. Die Besetzung entsprach bis auf die Titelrolle (Shirley MacLaine) und die Rolle des Predigers (Sammy Davis jr.) der Bühnenfassung.

Der Film konnte jedoch die Erwartungen an der Kinokasse nicht erfüllen. Die Produzenten hatten erfolglos versucht, die gängigen Musical-Klischees mit ihrem konservativen Weltbild mit der Lebenswirklichkeit in der Grossstadt zu verknüpfen. Im Vordergrund stehen die Musik und vor allem die Hauptdarstellerin Shirley MacLaine. “Sweet Charity” erhielt Oscar-Nominierungen in den Kategorien ‚Ausstattung’, ‚Soundtrack Musical’ und ‚Kostüme’.


Dirigent / Regieteam

Michael Frei (Musikalische Leitung), dem Berner Publikum seit vielen Jahren als Leiter der Schauspielmusik bekannt, arbeitet seit 1973 in verschiedenen Rock- und Bluesbands. Nach seinem Musikstudium an der Gesamthochschule Kassel stand er unter anderem als Gitarrist in der Big Band der Schule sowie als Multiinstrumentalist im Ensemble für Alte Musik auf der Bühne. Von 1981-1989 arbeitete er als freier Schauspielmusiker am Staatstheater Kassel. Vom 1989-1991 war Frei Leiter der Schauspielmusik an den Bühnen Krefeld/Mönchengladbach und wechselte 1991 in gleicher Funktion ans Stadttheater Bern, wo er seither bei zahlreichen Musicals Musikalischer Leiter war, etwa bei “Some Like it Hot”, “Crazy for You”, “Singin’ in the Rain”, “Hello Dolly” oder “Der kleine Horrorladen”. Er stand den Schauspielern und Regisseuren bei der Einstudierung von musikalischen Partien zur Seite, konzipierte zudem Liederabende und war nicht selten selbst als schauspielernder Musiker auf der Bühne zu erleben, etwa zurzeit als Jemand in “Andorra”.

Pascale Chevroton (Inszenierung, Choreographie) wurde in Frankreich geboren. Studium Tanz und Musikwissenschaft am Conservatoire Nationale Besançon, Tanzdiplom an der Musikhochschule Köln. Festengagements als Tänzerin in Essen, Freiburg, Nordhausen und Meiningen, freiberuflich in Berlin, Wien, London und Basel. Arbeiten als Choreographin etwa für das Volkstheater und das Konzerthaus Wien sowie regelmässig in Lübeck und St. Gallen. Seit 2003 eigene Regiearbeiten, etwa in Wels (“Pariser Leben”) und Lübeck (“Kuss der Spinnenfrau”). In Bern vor zwei Jahren Regie bei “My Fair Lady”.

Jürgen Franz Kirner (Bühnenbild) wurde in Deutschland geboren. In Kassel, Hamburg und Berlin Studium visuelle Kommunikation und Bühnenbild. Seit 1999 Arbeiten für Schauspiel, Musiktheater und Tanz, etwa am Düsseldorfer Schauspielhaus, am Opernhaus Halle, am Schauspielhaus Salzburg und wiederholt am Nationaltheater Mannheim. Enge Zusammenarbeit mit Aron Stiehl, “Die Entführung aus dem Serail” (Musikalische Leitung: Zubin Mehta) in Tel Aviv, “Medusa” (Uraufführung) an der Bayerischen Staatsoper München, “Schlafes Bruder” in Klagenfurt und “Il mondo della luna” am Theater St. Gallen. In Bern 2007 Bühne für “My Fair Lady” und 2008 Ausstattung zu “L’elisir d’amore”.

Tanja Liebermann (Kostüme) wurde im deutschen Spaichingen geboren. Studium Modedesign in Sigmaringen. Danach Kostümassistentin an den Theatern Freiburg, St. Gallen und Dresden. Seit 2004 freischaffende Kostümbildnerin, etwa in Berlin, Düsseldorf, Lübeck und Heidelberg für Schauspiel, Oper, Tanz, Musical und Film. Zuletzt Kostüme für “Hänsel und Gretel” in Darmstadt und für “La Perichole” in Biel. In Bern kreiert sie 2007 die Kostüme für “My Fair Lady”.

Die Hauptdarsteller

Vasiliki Roussi (Charity Hope Valentine) wurde in Griechenland geboren; heute lebt sie in Berlin. Ausbildung am Tanz- und Gesangsstudio am Theater an der Wien. Festengagements am Theater an der Wien, am Stadttheater Aachen und am Theater Basel, hier etwa in “Der eingebildete Kranke”, in “Viel Lärm um Nichts” und in “Drei Schwestern”. Wichtige Partien waren etwa Sally Bowles in “Cabaret” am Staatstheater Oldenburg, Ottile von Henkeshofen in “Wie einst im Mai” am Schlossparktheater Berlin oder Maria in “West Side Story” an der Oper Chemnitz. Arbeitet zum ersten Mal am Stadttheater Bern.

Thomas Mathys (Sonnenbrille, ein Macho / Vittorio Vitale, ein Filmstar / Oscar Lindquist, ein Buchhalter) ist Schweizer. Schauspiel-Ausbildung an der “Ernst Busch”-Hochschule in Berlin. Festengagements in Freiburg (Deutschland) und Potsdam mit Rollen wie Sosias in Kleists “Amphitryon”, Kreon in “Antigone” und Conférencier in “Cabaret”. Von 2001 bis 2006 war Mathys Schauspiel-Ensemblemitglied am Stadttheater Bern. Hier spielte er etwa Mortimer in “Arsen und Spitzenhäubchen”, den Peter in “Shockheaded Peter”, den Grünlich in “Buddenbrooks” und Clarin in Markus Werners “Am Hang”. Weitere Engagements führten ihn ans Casinotheater Winterthur, an die Thuner Seespiele und ans Theater an der Effingerstrasse. Als Schauspieler und Sänger Mitwirkung in Kino- und Fernsehfilmen. Am Stadttheater Bern in den letzten zwei Jahren Henry Higgins in “My Fair Lady” und zurzeit Frank Sinatra in “My Way”.

Vorstellungsdaten

12.11.2009, 19.30 Uhr, Stadttheater, MuP / P / FV
20.11.2009, 19.30 Uhr, Stadttheater, 8er / FV
26.11.2009, 19.30 Uhr, Stadttheater, 7er / FV
08.12.2009, 19.30 Uhr, Stadttheater, KlDi / FV
12.12.2009, 19.30 Uhr, Stadttheater, FV
20.12.2009, 18.00 Uhr, Stadttheater, 9er / FV
22.12.2009, 19.30 Uhr, Stadttheater, GrMu / FV
30.12.2009, 19.30 Uhr, Stadttheater, FV
31.12.2009, 19.00 Uhr, Stadttheater, FV
16.01.2010, 19.30 Uhr, Stadttheater, FV
14.02.2010, 15.00 Uhr, Stadttheater, SoNa / FV
25.02.2010, 19.30 Uhr, Stadttheater, 6er / FV
03.03.2010, 19.30 Uhr, Stadttheater, KlMi / FV
06.03.2010, 19.30 Uhr, Stadttheater, geschlossene Vorstellung
13.03.2010, 19.30 Uhr, Stadttheater, FV
21.03.2010, 18.00 Uhr, Stadttheater, FV
31.03.2010, 19.30 Uhr, Stadttheater, GrMi / FV
16.04.2010, 19.30 Uhr, Stadttheater, Fr / FV
18.04.2010, 18.00 Uhr, Stadttheater, 10er / FV
27.04.2010, 19.30 Uhr, Stadttheater, GrDi / FV
14.05.2010, 19.30 Uhr, Stadttheater, FV

Weitere Vorstellungen in unseren Monatsspielplänen oder unter www.stadttheaterbern.ch

Kommende Premieren

My Way / Andy Hallwaxx (Schweizer Erstaufführung)
Mansarde
Wiederaufnahme: 24. November 2009

Die verzauberten Brüder / Jewgeni Schwarz
Stadttheater
Premiere: 3. Dezember 2009

Sennentuntschi / Hansjörg Schneider
Vidmar:1
Premiere: 18. Dezember 2009

Sehnsucht ist unheilbar / Michael Frei und Antje Thoms (Uraufführung)
Vidmar:2
Premiere: 30. Dezember 2009

Dido and Aeneas / Henry Purcell
Stadttheater
Premiere: 10. Januar 2010

Ein bisschen Ruhe vor dem Sturm / Theresia Walser (Schweizer Erstaufführung)
Vidmar:2
Premiere: 21. Januar 2010

Dialogues des Carmélites / Francis Poulenc
Stadttheater
Premiere: 23. Januar 2010

Auf ein Wort (Uraufführungen)
Vidmar:1
Premiere: 29. Januar 2010

Meisterklasse / Terrence McNally
Stadttheater
Premiere: 6. Februar 2010

Bern, Stadttheater Bern, Hänsel und Gretel

 Stadttheater Bern.jpg

Presseinformation

Hänsel und Gretel / Oper

Samstag, 24. Oktober, 19.30 Uhr, Stadttheater

Nach der Eröffnungsproduktion “La Bohème” und der Fernsehproduktion “La Bohème im Hochhaus”,folgt die  Märchenoper “Hänsel und Gretel”. Schon früh also, bereits ab dem 24. Oktober, strahlt aus dem Stadttheater süsse Weihnachtsstimmung. Die Oper nach dem Märchen der Brüder Grimm mit ihren beliebten Volksliedern wie etwa “Ein Männlein steht im Walde” soll denn auch ein Erlebnis für die ganze Familie sein.

Die 1893 uraufgeführte Oper stammt vom deutschen Komponisten Engelbert Humperdinck nach dem Libretto seiner Schwester Adelheid Wette. Es handelt sich aber nicht um eine Kleinkinder-Oper, sondern um ein grosses symphonisches Orchesterwerk, in dem etwa der Abendsegen, der Knusperwalzer oder der Hexenritt musikalische Berühmtheit erlangt haben.

Nach Todesängsten, List und Hokuspokus folgt am Ende der Oper die ersehnte Erlösung der Lebkuchenkinder, die in Bern von Kindern und Jugendlichen der Musikschule Köniz gesungen und dargestellt werden. Am Pult des Berner Symphonieorchesters steht der deutsche Dirigent Roland Böer.

Für die Inszenierung zeichnet der US-Bariton Dale Duesing verantwortlich, der seit einigen Jahren auch als Regisseur von sich reden macht. Die Titelrollen singen Claude Eichenberger (Hänsel) und Hélène Le Corre (Gretel) aus dem Ensemble des Stadttheaters. Bestellen Sie Ihre Pressekarten bitte bis 21. Oktober bei beat.glur@stadttheaterbern.ch.

Hänsel und Gretel / Oper
Samstag, 24. Oktober, 19.30 Uhr, Stadttheater

Besetzung

“Hänsel und Gretel” von Engelbert Humperdinck
Märchenoper in drei Bildern
Libretto von Adelheid Wette (geb. Humperdinck)
Nach dem Märchen aus den ‚Kinder- und Hausmärchen’
Von Jacob und Wilhelm Grimm (1810)
Uraufführung 1893 in Weimar
Musikalische Leitung Roland Böer
Inszenierung Dale Duesing
Bühne Boris Kudlicka
Kostüme Kaspar Glarner
Kinderchor Thomas Mattmüller

Hänsel Claude Eichenberger
Gretel Hélène Le Corre
Gertrud Fabienne Jost
Peter Kristian Paul
Knusperhexe Fabrice Dalis
Sandmännchen Anne-Florence Marbot
Taumännchen Nina Jaksic
Kinderchor der Musikschule Köniz
Berner Symphonieorchester

Hänsel und Gretel / Oper
Samstag, 24. Oktober, 19.30 Uhr, Stadttheater

Das Märchen

“Hänsel und Gretel” ist ein Märchen aus der Sammlung der ‚Kinder- und Hausmärchen’ der Brüder Grimm. Das Märchen hat folgenden Inhalt:

Hänsel und Gretel sind die Kinder eines armen Holzfällers, der mit seiner Frau im Wald lebt. Als die Not zu gross wird, überredet sie ihren Mann, die beiden Kinder nach der Arbeit im Wald zurück zu lassen. Der Holzfäller führt die beiden am nächsten Tag in den Wald. Doch Hänsel hat die Eltern belauscht und legt eine Spur aus kleinen weissen Steinen, anhand derer die Kinder zurückfinden.

Doch der zweite Versuch gelingt: Dieses Mal haben Hänsel und Gretel nur eine Scheibe Brot mit, die Hänsel zerbröckelt, um eine Spur zu legen. Diese wird jedoch von Vögeln gefressen. Dadurch finden die Kinder nicht mehr nach Hause. Nach dem dritten Tag im Wald stossen die Beiden auf ein Häuschen, das ganz aus Brot, Kuchen und Zucker hergestellt ist. Zunächst brechen sie Teile des Hauses ab, um ihren Hunger zu stillen.

In dem Haus lebt jedoch eine Hexe, die eine Menschenfresserin ist. Die Hexe fängt die beiden, macht Gretel zur Dienstmagd und mästet Hänsel in einem Käfig, um ihn später aufzufressen. Hänsel wendet jedoch eine List an: Um zu überprüfen, ob der Junge schon dick genug ist, befühlt die halbblinde Hexe jeden Tag seinen Finger; Hänsel streckt ihr jedoch jedes Mal einen kleinen Knochen entgegen.

Obschon die Hexe erkennt, dass der Junge anscheinend nicht fett wird, will sie ihn doch braten. Sie bittet Gretel, in den Ofen zu gucken, ob dieser schon heiss sei. Aber Gretel behauptet, dass sie zu klein sei, um in den Ofen zu schauen. Deshalb muss die Hexe selbst nachsehen. Als sie den Ofen öffnet, schiebt Gretel sie in den Ofen. Die Kinder finden den Weg zurück zum Vater. Die Mutter ist inzwischen gestorben. Nun leben sie glücklich und leiden keinen Hunger mehr.

Hänsel und Gretel / Oper
Samstag, 24. Oktober, 19.30 Uhr, Stadttheater

Die Oper

Humperdincks Schwester Adelheid Wette plante das Märchenspiel ursprünglich als häusliche Theateraufführung. Sie bat ihren Bruder lediglich um die Vertonung einiger Verse. Als diese im Familienkreis grossen Anklang fanden, beschlossen Wette und Humperdinck, ein Singspiel daraus zu machen. Schliesslich wurde Humperdincks Begeisterung so gross, dass er eine abendfüllende Oper komponierte. Bereits die Uraufführung war ein grosser Erfolg.

“Hänsel und Gretel” ist eine durchkomponierte Oper in der Nachfolge Richard Wagners. Viele der Themen werden oft für Zitate von Volksliedern gehalten. Humperdinck hat sich zwar vieler Volksliedfragmente bedient, aber tatsächlich nur drei Volkslieder unverändert verwendet: “Suse, liebe Suse, was raschelt im Stroh?”, “Ein Männlein steht im Walde” und “Schwesterlein, hüt’ dich fein!”. Weitere Melodien aus der Oper (etwa “Brüderchen, komm tanz mit mir” und der “Abendsegen”) sind aber später zu Volksliedern geworden.
Erster Akt
In der ärmlichen Stube des Besenbinders sind seine Kinder Hänsel und Gretel mit Arbeiten beschäftigt. Der Hunger quält die beiden, denn seit Wochen gibt es nichts als trockenes Brot. Aber Gretel verrät, dass es am Abend Reisbrei geben soll: Eine Nachbarin hat ihnen einen Topf Milch geschenkt. In übermütiger Vorfreude fangen die Kinder an zu tanzen und zu spielen. Müde und erschöpft kehrt die Mutter heim. In ihrem Zorn über die beiden Faulpelze greift sie zur Rute, um die Kinder zu züchtigen. Dabei stösst sie den Milchtopf vom Tisch. Ausser sich vor Wut jagt sie Hänsel und Gretel zum Beerensuchen in den Wald. Dann schläft sie, ihr hartes Los beklagend, erschöpft ein. Angetrunken kommt der Besenbinder nach Hause. Seine Geschäfte liefen heute so gut, dass er einen Korb voller Lebensmittel mitbringen konnte. Als er nach den Kindern fragt und von dem Vorgefallenen hört, schlägt seine gute Laune plötzlich in Besorgnis um. Es wird schon dunkel; was, wenn die Kinder sich im Wald verlaufen und der Knusperhexe in die Hände geraten, welche Kinder anlockt, um sie in ihrem Ofen in Lebkuchen zu verwandeln und dann zu verspeisen? Voller Sorge eilen die Eltern in den Wald, um ihre Kinder zu suchen.

Zweiter Akt
(Orchesterzwischenspiel: “Der Hexenritt”)
Die Kinder haben mittlerweile ihren Korb mit Beeren füllen können. Der Ruf des Kuckucks ertönt. Diesen nachahmend, essen Hänsel und Gretel die Beeren selber auf. Nun ist es aber zu dunkel geworden, um neue zu suchen. Und auch den Heimweg können sie nicht mehr finden. Der vorher so vertraute Wald wirkt nun auf einmal fremd und unheimlich: Irrlichter flackern und Nebelschwaden ziehen auf. Die Angst ist gross. Da erscheint das Sandmännchen und beruhigt die beiden Verirrten. Bevor sich Hänsel und Gretel niederlegen, beten sie ihren “Abendsegen”. Dann schlafen sie ein. Vierzehn Engel steigen herab, den Schlaf der Kinder zu bewachen.

Dritter Akt
(Orchestervorspiel: “Waldmorgen vor dem Knusperhaus”)
Das Taumännchen weckt die Schlafenden. Doch als ob sie noch träumen würden, erscheint vor ihnen plötzlich das Knusperhäuschen – über und über mit Zuckerwerk bedeckt. Als Hänsel und Gretel davon naschen, kommt die Hexe heraus und versucht, sie in ihr Häuschen zu locken. Doch Hänsel und Gretel trauen den freundlichen Worten der Alten nicht und wollen davonlaufen. Aber der Zauberstab der Hexe bannt sie. Hänsel wird in einen Käfig gesperrt und gemästet, während Gretel drinnen den Tisch decken muss. Die Hexe heizt den Backofen ein; in gieriger Vorfreude auf das ‚Abendessen‘ reitet sie ausgelassen auf ihrem Besen durch die Luft. Gretel, die sich die Zauberworte der Hexe gemerkt hat, gelingt es, ihren Bruder heimlich aus seinem Käfig zu befreien. Als die Hexe Gretel nun mit einer List in den Backofen schieben will, wird sie von den Kindern selber hineingestossen. Jubelnd fallen sich die Geschwister in die Arme. Da stürzt der Ofen in sich zusammen. Erstaunt bemerken Hänsel und Gretel, dass von den Lebkuchenkindern, die als Zaun um das Hexenhäuschen standen, die Kuchenhülle abgefallen ist. Doch sie scheinen leblos zu sein. Erst Gretels sanfte Berührung vermag ihnen die Augen zu öffnen. Und mit dem Zauberstab der Hexe kann Hänsel sie wieder gänzlich zum Leben erwecken. Da ist aus dem Wald die Stimme des Besenbinders zu hören, der mit seiner Frau überall nach Hänsel und Gretel gesucht hat. Glücklich können die Eltern ihre Kinder wieder in die Arme schliessen. Und aus den Trümmern des Backofens wird die Hexe gezogen, die nun selber zum Lebkuchen geworden ist.

Der Komponist

Engelbert Humperdinck (1854-1921) wurde im deutschen Siegburg geboren. Nach dem Abitur am Paderborner Gymnasium studierte er ab 1872 Musik am Kölner Konservatorium. Für kurze Zeit arbeitete er als Kapellmeister am Kölner Stadttheater. 1877 ging er nach München, wo er an der königlichen Musikschule studierte. Von 1880 bis 1882 war Humperdinck Mitarbeiter von Richard Wagner in Bayreuth. Nach Wagners Tod wirkte er noch bis 1884 als musikalischer Assistent bei den Bayreuther Festspielen mit. Er unterrichtete auch Wagners Sohn Siegfried in Kompositionslehre. Ab 1885 arbeitete er an verschiedenen Orten als Kompositionslehrer. Zudem machte er sich einen Namen als Bearbeiter von Volksliedern.

Seine am 23. Dezember 1893 in Weimar uraufgeführte Oper “Hänsel und Gretel” wurde zum Welterfolg und brachte ihm Ruhm und finanzielle Unabhängigkeit. Die Uraufführung fand unter der Leitung von Richard Strauss statt. Auch Humperdincks übriges Werk zeichnet sich durch eine vom Volkslied inspirierte Melodie aus. Der Komponist schuf sechs Opern; sein Gesamtwerk umfasst insgesamt 170 Kompositionen.

Dirigent / Regieteam

Roland Böer (Musikalische Leitung) Geboren in Deutschland. Studium Klavier, Komposition und Dirigieren. Solorepetitor in Frankfurt und in Düsseldorf. Assistent von Antonio Pappano bei den Bayreuther Festspielen, am Théâtre de la Monnaie in Brüssel und am Royal Opera House in London. 2002-2008 Kapellmeister in Frankfurt. 2009-2011 Musikalischer Leiter des Festivals Montepulciano. Opernrepertoire von Händel bis Henze mit den Hauptwerken von Mozart, Rossini, Verdi, Puccini, Wagner und Strauss. Demnächst “Lucia di Lammermoor” an der Oper Frankfurt und “Il matrimonio segreto” in Strassburg. 2011 Debüt an der Mailänder Scala mit “Die Zauberflöte”. Arbeitet zum ersten Mal am Stadttheater Bern.

Dale Duesing (Regie) Geboren in den USA. Als Bariton Engagements an vielen wichtigen Opernhäusern, etwa an der Met in New York, in San Francisco, an der Mailänder Scala, an der Royal Opera Covent Garden, am Liceu Barcelona, an der Staatsoper Wien und der Staatsoper Berlin. Auftritte an Festivals wie den Salzburger Festspielen, dem Edinburgh Festival, dem Gyndebourne Festival und in Aix-en-Provence. Grammy für die Einspielung von Samuel Barbers “The Lovers” und Sänger des Jahres der Zeitschrift Opernwelt für Wozzeck und Beckmesser. 2004 Beginn einer Regiekarriere mit “Il viaggio a Reims” und “The Rape of Lucretia” in Frankfurt sowie “Medea” an der Nationale Reisopera Enschede. Demnächst Inszenierungen von “L’Etoile” an der Staatsoper Berlin sowie “Otello” und “Les contes d’Hoffmann” in Frankfurt. Arbeitet zum ersten Mal am Stadttheater Bern.

Boris Kudlicka (Bühne) Studium an der Kunsthochschule Bratislava und an der Akademie der bildenden Künste in Groningen (NL). Kostüm- und Bühnenbildner an der Nationaloper in Warschau. 2007 Goldmedaille der Prager Quadriennale. Wichtige Arbeiten waren “Die verkaufte Braut” in Prag, “Death in Venice” in Frankfurt sowie “Carmen” und “Cyrano de Bergerac” in Warschau. Zudem Arbeiten für Film und Fernsehen sowie Ausstattung des polnischen Pavillons bei der Expo 2000. Mit Regisseur Dale Duesing “Il viaggio a Reims” und “The Rape of Lucretia” in Frankfurt sowie “Medea” in Enschede. Arbeitet zum ersten Mal am Stadttheater Bern.

Kaspar Glarner (Kostüme) Geboren in Zürich. Studium in Paris, Opernproduktionen mit Erich Wonder. Eigene Ausstattungen etwa bei “Tosca” in Brüssel und Genf, “Peter Grimes” in Oldenburg, “Fidelio” in Freiburg; daneben Schauspielproduktionen in München, Berlin und Potsdam. In Frankfurt “Roméo et Juliette” mit Uwe Erik Laufenberg und die Schubert-Trilogie mit Udo Samel und Eva Dessecker. Mit Keith Warner “Volo di notte”/”Il prigioniero”, “Death in Venice” und “Katja Kabanowa” am Theater an der Wien. Zuletzt “Der junge Lord” (Henze) und “Lear” (Reimann) in Frankfurt. Am Stadttheater Bern 2008 Bühne zu “Les contes d’Hoffmann”.

Die Darsteller

Claude Eichenberger (Hänsel) ist Bernerin. Studium an der Hochschule der Künste Bern, Abschluss mit Auszeichnung sowie Eduard-Tschumi-Preis für das beste Jahrgangs-Diplom. Weitere Gesangsstudien bei Francisco Araiza, Brigitte Balleys und Carlos Chausson. 2004-2006 Mitglied des Internationalen Opernstudios Zürich, erste Partien am Opernhaus Zürich etwa im “Rosenkavalier”, in “Hänsel und Gretel” und in “Die Sache Makropulos”. Weitere Opernpartien waren Mercédès in “Carmen”, Fenena in “Nabucco”, Jocaste in “Oedipus Rex” und Suzuki in “Madama Butterfly”. 2006/07 Zweite Dame in “Die Zauberflöte” an der Staatsoper Unter den Linden Berlin. Seit der Saison 06/07 Ensemblemitglied am Stadttheater Bern mit Partien etwa in “Falstaff”, “Cendrillon”, “Il barbiere di Siviglia”, “Les contes d’Hoffmann”, “Die Fledermaus” oder “A Midsummer Night’s Dream”. In dieser Spielzeit noch in “Dialogues des Carmélites”, “La finta giardiniera” und “La jolie fille de Perth”.

Hélène Le Corre (Gretel) wurde in Paris geboren. Frühe Musikausbildung, dann Studium am Nationalen Konservatorium Paris und an der Musikhochschule Wien. Erste Engagements etwa als Sophie in “Werther” in Lissabon, Zofe in Zemlinskys “Zwerg” in Brüssel, Eurydike in “Orpheus und Eurydike” und Titania in “A Midsummer Night’s Dream” in Strassburg. Am Landestheater Salzburg Gretel in “Hänsel und Gretel” und Pamina beim Festival Mozart in Schönbrunn. Als Ensemblemitglied in Lyon etwa Xenia in “Boris Godunow”, Arbate in “Mitridate” und Titelpartie in “Das schlaue Füchslein”. Susanna in “Le nozze di Figaro” in Avignon, Toulon, Reims, Tours, Vichy und Massy, Pamina in “Die Zauberflöte” in Toulon und Lyon sowie bei den Festivals in Edinburgh und Aix-en-Provence. Seit der Saison 07/08 Ensemblemitglied mit Rollen etwa in “Rigoletto”, “Cendrillon”, “Medea”, “A Midsummer Night’s Dream”, “Les contes d’Hoffmann” und “L’elisir d’amore”. In dieser Spielzeit noch in “Dialogues des Carmélites” und “La finta giardiniera”.

Fabienne Jost (Gertrud) wurde in Lothringen geboren. Gesangsstudium in Metz, am Opernstudio in Strassburg und in Frankfurt am Main, Preisträgerin beim Mozart-Gesangswettbewerb Salzburg. Engagements etwa in Erfurt, Lübeck, Rostock, Cottbus, Linz, Krefeld-Mönchengladbach und den Landesbühnen Sachsen. Wichtige Partien sind Anna und Elvira in “Don Giovanni”, Cio-Cio-San in “Madama Butterfly”, Elisabeth in “Tannhäuser”, Titelpartien in “Tosca”, “Salome” und “Aïda”. Seit der Spielzeit 08/09 Ensemblemitglied am Stadttheater Bern mit Partien in “Der göttliche Tivoli”, “Les contes d’Hoffmann”, “Die Fledermaus” und “L’elisir d’amore”. In dieser Spielzeit noch in “Dialogues des Carmélites” und “La finta giardiniera”.

Kristian Paul (Peter) Gesangsausbildung in Toulouse. Erste Engagements an der Opéra de Montpellier, am Théâtre de Compiegne und am Théâtre des Varietés de Monte Carlo. Wichtige Rollen sind etwa Escamillo in “Carmen”, Valentin in “Faust”, Germont in “La Traviata”, Graf in “Le nozze di Figaro”, Titelpartien in “Don Giovanni” und “Eugen Onegin”. 2007 Sharpless in “Madama Butterfly” auf Kreta, Titelpartie in “Rigoletto” beim Festival de Sedere/Frankreich, Marquis de La Force in “Dialogues des Carmélites” in Marseille. Zuletzt Comte Capulet in “Roméo et Juliette” in Saint-Etienne und Ourrias in “Mireille” in Tours. Am Stadttheater Bern bisher in “Rigoletto”, “Cendrillon” und “Les contes d’Hoffmann”. In dieser Spielzeit noch in “Dialogues des Carmélites” und “La jolie fille de Perth”.

Fabrice Dalis (Knusperhexe) Geboren in Paris. Studium Musikwissenschaft an der Sorbonne und Gesang am Conservatoire Nationale de Paris. Ensemblemitglied in Freiburg im Breisgau, Gelsenkirchen und an der Opéra National de Lyon. Erfolge im französischen Repertoire, in Uraufführungen sowie mit Musik des 20. Jahrhunderts, etwa in “Lulu”, “Die tote Stadt”, “Die Nase”, “Albert Herring”, “The Rape of Lucretia” oder “Die Liebe zu den drei Orangen”. Zusammenarbeit mit Regisseuren wie Peter Mussbach, Nicolas Brieger, Werner Schroeter, Jérôme Savary und unter Dirigenten wie Kent Nagano, Armin Jordan, Michael Gielen, Marcello Viotti, Christoph Eschenbach, Marc Minkowski Peter Schreier. Am Stadttheater Bern seit der Spielzeit 07/08 Künstlerischer Berater Musiktheater und Ensemblemitglied etwa mit Titelpartie in “Les contes d’Hoffmann”. In dieser Spielzeit zudem in “Dialogues des Carmélites”.

Anne-Florence Marbot (Sandmännchen) ist Bernerin. Gesangsausbildung an der Hochschule der Künste Bern und am Schweizerischen Opernstudio Biel. Preisträgerin zahlreicher Wettbewerbe. Von 2002 bis 2006 Ensemblemitglied am Theater Biel/Solothurn. Dort Partien wie Zerlina in “Don Giovanni”, Susanna in “Le nozze di Figaro” und Giulietta in “I Capuleti e i Montecchi”. Regelmässiger Gast am Classic Openair in Solothurn und an den Murten Classics. Debüt am Stadttheater Bern als Magnolia in “Show Boat”, seit 06/07 Ensemblemitglied, mit Rollen etwa in “Le nozze di Figaro”, “Vipern”, “My Fair Lady”, “Die Fledermaus”, “Un ballo in maschera” oder “A Midsummer Night’s Dream”. In dieser Spielzeit etwa noch in “Dialogues des Carmélites” und “La finta giardiniera”.

Nina Jaksic (Taumännchen) Geboren in Serbien. Gesangsstudium an der Musikhochschule in Belgrad und an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Wien. 2001 Preis Danica Mastilovic für die Interpretation der Titelpartie in Puccinis “Suor Angelica”. 2002-2004 Mitglied im Opernstudio des Nationaltheaters Belgrad, hier 2002 Mimi in “La Bohème”. Seit 2008 Mitglied im Chor des Stadttheaters Bern, ausserdem Solopartien wie Maria Bellacanta in “Hexe Hillary geht in die Oper” und Ida in “Die Fledermaus”.

Kostprobe

Mittwoch, 14. Oktober / 18.30 Uhr /
Foyer Stadttheater / Eintritt frei

Vorstellungsdaten

24.10.2009, 19.30 Uhr, Stadttheater
01.11.2009, 18.00 Uhr, Stadttheater
07.11.2009, 19.30 Uhr, Stadttheater
17.11.2009, 19.30 Uhr, Stadttheater
22.11.2009, 18.00 Uhr, Stadttheater
25.11.2009, 19.30 Uhr, Stadttheater
29.11.2009, 18.00 Uhr, Stadttheater
05.12.2009, 19.30 Uhr, Stadttheater
09.12.2009, 19.30 Uhr, Stadttheater
13.12.2009, 15.00 Uhr, Stadttheater
26.12.2009, 18.00 Uhr, Stadttheater
09.01.2010, 19.30 Uhr, Stadttheater
12.01.2010, 19.30 Uhr, Stadttheater

Weitere Vorstellungen in unseren Monatsspielplänen oder unter www.stadttheaterbern.ch

Kommende Premieren

Der goldene Drache / Roland Schimmelpfennig (Schweizer Erstaufführung)
Vidmar:2
Premiere: 4. November 2009

Der Gott des Gemetzels / Yasmina Reza
Vidmar:1
Premiere: 6. November 2009

Sweet Charity / Coleman/Simon/Fields
Stadttheater
Premiere: 12. November 2009

My Way / Andy Hallwaxx (Schweizer Erstaufführung)
Mansarde
Wiederaufnahme: 24. November 2009

Die verzauberten Brüder / Jewgeni Schwarz
Stadttheater
Premiere: 3. Dezember 2009

Sennentuntschi / Hansjörg Schneider
Vidmar:1
Premiere: 18. Dezember 2009

Sehnsucht ist unheilbar / Michael Frei und Antje Thoms (Uraufführung)
Vidmar:2
Premiere: 30. Dezember 2009

Dido and Aeneas / Henry Purcell
Stadttheater
Premiere: 10. Januar 2010

Bern, Stadttheater Bern, «La Bohème im Hochhaus» – Das Gespräch»

 Stadttheater Bern.jpg

Presseinformation

«La Bohème im Hochhaus» – Das Gespräch»

Am Dienstag, 29. September 2009, zeigt SF die aussergewöhnliche Opern-inszenierung «La Bohème im Hochhaus» live aus dem Berner Gäbelbachquartier.
Im Anschluss an die Fernsehübertragung diskutiert Judith Hardegger mit Studio-gästen über dieses einmalige Opernereignis. Mit von der Partie sind die Schweizer Dirigentin Graziella Contratto, der Berner Rocksänger Polo Hofer und der Kultur-unternehmer Martin Heller.

Am Dienstagabend, 29. September 2009, ab 20.05 Uhr, verwandeln sich die Wohnblocks des Berner Gäbelbachquartiers in eine Bühne für Puccinis Oper «La Bohème». Nach dem preisgekrönten Grosserfolg von «La Traviata im Hauptbahnhof» wagt sich das Schweizer Fernsehen erneut an eine aussergewöhnliche Liveübertragung.

Warum ausgerechnet Bern Bethlehem als Schauplatz für die «Bohème»? Was geschieht mit der Oper, wenn sie nicht im Opernhaus, sondern mitten im Alltag gewöhnlicher Menschen stattfindet? Welche Herausforderungen stellt dieses Projekt an die Hausbewohner, die Sänger und das im nahe gelegenen Einkaufszentrum Westside untergebrachte Orchester? Darüber diskutiert Judith Hardegger im Anschluss an die Liveübertragung mit der Dirigentin Graziella Contratto, dem Rocksänger Polo Hofer und dem Kulturunternehmer Martin Heller. Dazwischen gibt es Highlights des Abends, Zuschauerreaktionen und einen Blick hinter die Kulissen der Grossproduktion.

«La Bohème im Hochhaus» – das SF Kulturereignis live
Eine Hochhaussiedlung im Gäbelbachquartier in Bern Bethlehem: strenge Fassaden,
250 Wohnungen pro Haus – Menschen aus mehr als 20 Nationen. In diese multikulturelle Vorstadtwelt bricht die Oper ein. Das Fernsehpublikum erlebt das Pathos von «La Bohème» nicht – wie bei «La Traviata im Hauptbahnhof» – am öffentlichsten Ort der Schweiz, sondern am privatesten: in den Mietwohnungen eines Berner Hochhausquartiers, denn dort werden die Opernsängerinnen und -sänger auftreten; das Orchester spielt im benachbarten Einkaufszentrum Westside. Drei prominente Moderatoren führen von verschiedenen Standorten aus durch «La Bohème im Hochhaus»: Sandra Studer (SF), Michel Cerrutti (TSR) und Alice Tumler (Arte) präsentieren die Livesendung.