Niccolai Gedda, Ritter des Hohen D – verstarb am 08.01.2017

Februar 10, 2017  
Veröffentlicht unter Hervorheben, IOCO Aktuell, Portraits, Pressemeldung

BR-Klassik

Nicolai Gedda Bild : amazon / Partnerprogramm

Nicolai Gedda Bild : amazon / Partnerprogramm

Wie kürzlich bekannt wurde, verstarb der „Jahrhundert-Tenor“ Nicolai Gedda bereits am 8. Januar dieses Jahres im Alter von 91 Jahren in Tolochenaz bei Lausanne. Anlässlich seines Todes hat BR-KLASSIK sein Programm geändert und sendet in BR Fernsehen am Sonntag, 12. Februar 2017 um 10.05 Uhr ein filmisches Porträt des großen Sängers. Auch im Hörfunkprogramm wird der Künstler gewürdigt: 11. Februar, um 13.05 Uhr in der Sendung „Cantabile“ und am Montag, 13. Februar ,um 19.05 Uhr in „con passione“.



Zum Filmporträt von Michael Beyer (Produktion von 2015)

Ritter des Hohen D – Der Tenor Nicolai Gedda

Nicolai Gedda zählte zu den außergewöhnlichsten Sängern des 20. Jahrhunderts. Mehr als 50 Jahre lang reüssierte der schwedische Tenor russischer Abstammung auf den Opern- und Konzertbühnen der Welt, gab international gefeierte Liederabende und spielte rund 200 Schallplatten ein, die heute als „Jahrhundertaufnahmen“ gehandelt werden.

Ein unverwechselbares, silbrig schimmerndes Timbre, stilsicher mit perfekter Diktion in jedem Fach: Gedda´s Stimme war ein lyrischer Tenor mit ausgesprochen guter und leichter Höhe. Das hohe C und das für in Adams Oper „Le Postillon de Lonjumeau“ geforderte hohe D bereiteten ihm keinerlei Schwierigkeiten. Bis 2001 hat er in mehr als 100 Rollen auf der Bühne gestanden.

Diese Weltkarriere schien trotz eines musikalischen Elternhauses nicht selbstverständlich: Nicolai Gedda arbeitete als Angestellter in einer Bank in Stockholm. Erst nach einem Gespräch mit einem Bankkunden kann er seinen Wunsch, seine Stimme ausbilden zu lassen, verwirklichen.

Kaum drei Jahre nach der ersten Gesangsstunde feierte Gedda sein Debüt als Chapelou und wurde damit auf einen Schlag bekannt. Zu dieser Zeit trat auch der mächtige Plattenproduzent Walter Legge in sein Leben, der einen jungen Sänger für „Boris Godunow“ suchte. Das Plattendebüt mit Mussorgsky katapultierte ihn in eine Karriere, deren Langlebigkeit ihresgleichen sucht.

1953 engagierte Herbert von Karajan den erst 27-jährigen Gedda für „Don Giovanni“ an die Mailänder Scala. Von da an war er in zahlreichen Aufführungen und Schallplattenproduktionen musikalischer Partner der bedeutendsten Sängerinnen aus der goldenen Ära des Operngesangs – etwa Elisabeth Schwarzkopf, Victoria de Los Angeles, Maria Callas, Joan Sutherland, Mirella Freni oder Beverly Sills.

Seinen letzten Liederabend gab Gedda 1999 in Wien, noch 2003 und 2004 sang er kleine Partien in Gesamtaufnahmen von „Turandot“ und „Idomeneo“. Über das Geheimnis seiner langen Karriere meinte er bescheiden: „Ich war fleißig, das ist alles.“

Mitwirkende: Edda Moser, Mirella Freni, Brigitte Fassbaender, Gisela Storjohann, James Levine, Jürgen Kesting, Gildo DiNunzio. Jonas Kaufmann, Craig Rutenberg u.a.

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