Hilde Güden, Richard Strauss Songs, IOCO CD-Rezension, August 2014

August 26, 2014  
Veröffentlicht unter IOCO - CD-Rezension

Hilde Guelden - Bild : amazon / Partnerprogramm

Hilde Guelden – Bild : amazon / Partnerprogramm

 

“Richard Strauss Songs“
Hilde Güden, Sopran + Friedrich Gulda, Piano

“Meiner lieben Sophie Güden“ war der Wortlaut einer Widmung des greisen Komponisten, auf die Hilde Güden zeit ihres Lebens besonders stolz war.
Der geneigte Käufer, der vor kurzem erschienen CD, wird das sicher nachempfinden können, wenn er die Auszüge aus dem “Rosenkavalier“ hört, mit Hilde Güden als Sophie.

Sie war über zwei Jahrzehnte die Sophie schlechthin.
Der silbrige Ton der in allen Lagen ausgewogenen Sopranstimme und ihre Ausdrucksfülle waren ihr Markenzeichen. Die Partie der Sophie hatte sie sich noch mit Richard Strauss zusammen in München erarbeitet. Sie sang diese Schicksalsrolle bis Anfang der 1960er Jahre, eine enorme Leistung.

Dankenswerterweise ist die große Szenenfolge der LP aus dem Jahr 1964 in diese CD eingeflossen, in der Güden neben Regine Crespin und Elisabeth Söderström nochmals als Sophie einen Maßstab setzte. Auch das traumhaft gesungene Duett aus “Arabella“, neben der Arabella des Jahrhunderts, Lisa Della Casa, fand da noch Platz.

Kern dieser CD sind aber die 13 Lieder von Strauss, in denen die Güden ihr ganzes eminentes Können, stimmlich und darstellerisch, dem Hörer vermittelt, kongenial begleitet am Piano von Friedrich Gulda. Die Aufnahme ist aus dem Jahr 1956 und beinhaltet bekannte Lieder, wie “Freundliche Vision“, “Befreit“, “Schlagende Herzen“ und weitere Preziosen aus dem umfangreichen Liedschaffen des Komponisten. Die Güden weiß die verschiedenen Stimmungen musikalisch und lautmalerisch bestens einzufangen.

Gulda ist ein großartiger Begleiter. Souveräner Anschlag, feinste Schattierungen, höchste Aufmerksamkeit und Horchen auf jeden gesungenen Ton, machen ihn zum “Lenker“ des musikalischen Geschehens. Auf diese Weise entstand eine partnerschaftliche Darstellung, die fesselnd und beglückend zugleich ist.

Es wäre ein sträflicher Akt, wollte man Hilde Güden, trotz ihrer Affinität zu Strauss und Mozart, darauf reduzieren. Sie hatte ebenso große Erfolge im italienischen Repertoire. Violetta, Gilda, Musette, wie auch Mimi, sang sie ebenso meisterlich wie auch Strawinsky und Debussy.

Auch darf man ihre fulminanten Operetten-Aufnahmen nicht unerwähnt lassen.
Glanzvoll waren sowohl ihre “Lustige Witwe“ wie auch ihre “Giuditta“. Ihre Rosalinde in der “Fledermaus“ ist bis heute noch nicht überboten worden.

Ihr akustisches Erbe ist recht umfangreich. Viele ihrer Aufnahmen mit Werken von Strauss, Mozart, Verdi und Puccini sind nach wie vor erhältlich. Doch es wird sicher noch einiges wieder veröffentlich werden, womit diese Strauss-CD einen Anfang macht.

Zu ihrer Biografie einige Anmerkungen: Hilde Güden wurde 1917 in Wien geboren. Nach ihrem Studium an der dortigen Musikakademie, debütierte sie 1937 an der Volksoper. 1939 sang sie Mozarts Cherubino in Zürich. 1942 ging sie für kurze Zeit nach München. Gastspiele in Rom und Florenz (Sophie!) folgten.

Bei den Salzburger Festspielen 1946 hatte sie einen Riesenerfolg als Zerlina.
Ein Jahr später wurde sie an die Wiener Staatsoper engagiert und war eine der Stützen des Ensembles bis zu ihrem Abschied dort 1973.

Ihre glanzvolle internationale Karriere beinhaltet Gastspiele am Londoner Covent Garden, Glyndebourne, Edinburgh und Paris. Von 1951 – 1960 war sie auch Mitglied der New Yorker Metropolitan Opera. Sie war die erste Anne Trulove in Strawinskys “The Rakes Progress“ in Amerika (bei PHILIPS dokumentiert).

Nach ihrem Bühnenabschied Mitte der 1970er Jahre, wurde Sie an das Opernstudio der Wiener Staatsoper berufen, wo sie ihre immense Erfahrung weitergeben konnte. Sie starb am 17. 9. 1988 und wurde auf dem Münchner Waldfriedhof beigesetzt.

IOCO / UGK / August 2014

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