Eleanor Steber, Verdi Heroines, IOCO CD-Rezension, August 2014

August 11, 2014  
Veröffentlicht unter IOCO - CD-Rezension

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Eleanor Steber - Bild : amazon / Partnerprogramm

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Eleanor Steber sings Verdi Heroines

Erfreulicherweise erinnern sich die großen Labels an ihre Schätze “from the past“. Mit schöner Regelmäßigkeit werden herausragende Aufnahmen aus der LP-Ära als CD`s wiederaufgelegt.

Gerade frisch auf dem Markt ist eine Verdi-Einspielung aus den Jahren 1950/51, die mit zu den schönsten Aufnahmen der amerikanischen Sopranistin Eleanor Steber zählt. “Eleanor Steber sings Verdi Heroines“. Damals auf Odyssey und nun bei SONY erschienen (887654 44342 7), quasi als Beitrag zum ausgehenden Verdi-Gedenkjahr.

Gleichzeitig erinnerte man damit an eine der herausragenden Sopranistinnen aus den USA, die kurz vor dem 2. Weltkrieg und direkt danach eine steile Karriere gemacht hat.

Eleanor Steber, 1916 im US-Staat Virginia geboren (sie starb 1990), studierte nach Anfängen bei der Mutter, am Konservatorium von Boston und bei Paul Althouse in New York. Ihr Debüt war 1936 als Senta in Boston. 1940 kam sie an die New Yorker MET. Ihre Antrittsrolle dort war die Sophie im “Rosenkavalier“ von Strauss. Später entwickelte sie sich zu einer außerordentlichen Marschallin. Die MET wurde zu ihrer künstlerischen Heimat.
1970 verließ sie das Institut nach mehr als 20 Spielzeiten, in denen sie über 30 Rollen sang.

1947 konnte man sie als Figaro-Gräfin bei den Festspielen in Glyndebourne erleben. Steber war die erste Lohengrin-Elsa nach dem Weltkrieg bei den Bayreuther Festspielen 1953 (verewigt bei DECCA). 1954 sah man sie in Florenz beim Maggio Musicale, als Minnie in “La Fanciulla del West“ von Puccini.

Herausragenden Erfolg hatte sie 1958 an der MET bei der Uraufführung von Samuel Barbers Oper “Vanessa“, in der sie die Titelrolle kreierte.
Die gleiche Partie sang sie in der europäischen Erstaufführung bei den Salzburger Festspielen im selben Jahr. Ende 1958 entstand auch die Studio-Einspielung für RCA (GD87899/2CD).

Sehr früh schon ging sie ins Studio. Die ersten Aufnahmen entstanden noch vor dem Krieg. Ihr Spektrum war groß. Von Bach, Barber, Händel, Beethoven, Berg, Mozart, Puccini, Verdi und Strauss zu Wagner ging ihre Repertoire-Weite.

Diese gerade erschienene Neuauflage ihrer Verdi-Arien ist eine Aufnahme, die ihre vokalen Attribute perfekt widerspiegelt. Ein klangvoller Sopran mit einer gut ausgebauten Höhe ist da zu hören, mit breiter Farbpalette und einer außerordentlichen Textverständlichkeit. Das Highlight dieser CD sind die beiden Duette aus Verdis “Otello“, mit dem großartigen Ramon Vinay als Partner. Vinay war der belcantistischste in der damaligen Riege der Heldentenöre. Sein Tenor floss in einem wunderbaren Gleichmaß. Stemmen und Einheitsforte waren ihm fremd.

Eleanor Steber hatte, wie viele amerikanische Sopranistinnen vor und neben ihr, keine Berührungsängste mit der leichten Muse. Zum Beispiel ging Helen Traubel zum Ende ihrer Opernkarriere an den Broadway und spielte in Jerry Lewis-Filmen mit. Eileen Farrell sang höchst kompetent Blues.
Steber trat 1978, mit “großem Spaß an der Freud`“, in den New Yorker Continental Bathes auf, unbekümmert (und manchmal etwas schräg) sang sie die schwersten Arien aus ihrem ehemaligen Fach.

Wünschenswert wäre die Wiederveröffentlichung des wunderbaren Mozart-Albums von 1953 (auf Odyssey) mit Steber in splendider stimmlicher und musikalischer Form, unter der traumhaft schönen Leitung von Bruno Walter.

IOCO / UGK / August 2014


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