Leonard Warren, Verdi Baritone Arias, IOCO CD-Rezension, Dezember 2013

Dezember 9, 2013  
Veröffentlicht unter IOCO - CD-Rezension

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Leonard Warren Verdi Baritone Arias - Bild : amazon / Partnerprogramm

Leonard Warren Verdi Baritone Arias – Bild : amazon / Partnerprogramm

Bariton Leonard Warren singt Verdi-Arien

Am 4. März 1960 hielt das Publikum in der New Yorker Metropolitan Opera den Atem an. Mitten in einer Ensemble-Szene war der Sänger des Carlo, Leonard Warren, an einem Herzanfall zusammengebrochen und wenige Minuten später verstorben. Rudolf Bing, der Intendant des Hauses, trat vor den Vorhang, verkündete den Tod des Sängers und bat um eine Schweigeminute. Das Publikum verließ danach erschüttert das Haus. Ironie des Schicksals, die Oper hieß La Forza del Destino (Die Macht des Schicksals).

Der 1911 geborene Leonard Warren war einer der bedeutendsten amerikanischen Baritone und im Repertoire fast ausschließlich im italienischen Fach beheimat, wobei der Schwerpunkt auf den großen Verdi-Rollen lag. Die einzige Wagner-Rolle blieb der Heerrufer im “Lohengrin“, den er 1940 an der Seite von Lauritz Melchior und Elisabeth Rethberg sang.  Auch die Rollen des französischen Fachs blieben sporadisch. 1941 sang er an der MET den Escamillo in “Carmen“ unter Siegfried Pelletier.

Er begann 1935 im Chor der Radio City Music Hall in New York, studierte weiterhin bei verschiedenen Lehrern und wurde zuletzt noch Schüler bei einem seiner großen Vorgänger an der MET, dem legendären Giuseppe de Luca (1876-1950).

1939 debütierte Warren an der MET als Paolo in Simone Boccanegra von Verdi. In der gleichen Spielzeit sang er noch den Rangoni im Boris Godunoff von Mussorgsky, neben Ezio Pinza in der Titelpartie. Bis zu seinem tragischen Ende, blieb er der “Leading Bariton“ des Hauses. Er gastierte an allen großen Häusern in Nord- und Südamerika. Großen Erfolg hatte er als Jago in Otello 1948 und 1953 als Rigoletto beide an der Scala di Milano. Triumphal war seine Russland-Tournee 1958.

Das akustische Erbe ist recht umfangreich. Sehr früh schon wurde er Exklusiv-Künstler bei der amerikanischen Schallplattengesellschaft RCA – Victor. Einige exemplarische Aufnahmen entstanden, die zum Teil heute noch Referenz-Charakter haben. Zu diesen gehört die Einspielung der La Gioconda von Ponchielli von 1957 mit Zinka Milanov und Giuseppe di Stefano. Warren singt darin sehr beeindruckend den fiesen Barnaba.

Prachtvoll bei Stimme ist er als Scarpia in der Tosca unter Erich Leinsdorf. Beeindruckend seine Rigoletto – Aufnahme von 1950 unter Renato Cellini, mir der damals schon 50jährigen Erna Berger als Gilda.  Im Februar 1959 sang er seinen ersten Macbeth an der MET, neben der fulminanten Leonie Rysanek. Im Laufe des gleichen Jahres entstand die berühmte Studio-Aufnahme des Werkes mit Warren und Rysanek, sowie dem wunderbaren Carlo Bergonzi. Erich Leinsdorf am Pult vermittelte dramatische Akzente und rhythmische Prägnanz.

In dieser Aufnahme kann man ganz kompakt erleben, was den Sänger Warren ausmachte. Es war seine offene Höhe, die er ohne Farbverlust präsentierte und die Wärme seiner Stimme mit der dunklen, samtigen Farbe. Insbesondere aber seine absolute Musikalität, die ihm ermöglichte eine dramatische Gestaltung mit der Stimme zu erreichen. Als Darsteller auf der Bühne konnte er erst in den letzten Jahren, auf dem Gipfel seiner Entwicklung, überzeugend gestalten.

Die meisten seiner Aufnahmen sind auf CD transferiert und mit einigem Glück zu bekommen. Von seinen Solo-Alben ist das Verdi-Recital von 1955 in der Red Seal-Serie der RCA, dankenswerterweise von der SONY- Classical in der Reihe “Singers“ wieder veröffentlich worden. Fast alle seiner Verdi-Partien sind auf ihr vereint. Sie hören Arien daraus, gesungen mit einer Stimme, die sofort anspricht und in einer beeindruckenden Gestaltung.

Es spielen das RCA Victor Orchestra und das Orchester der Römischen Oper unter den kompetenten Leitungen von Renato Cellini, Jonel Perlea, Pierre Monteux, Dimitri Mitropoulos und Vincenzo Bellezza.

Der Klang der CD ist sensationell gut. Die Aufnahme ist bei amazon zu bekommen und hat die Bestellnummer SONY 88765444022 und ist ein absolutes Muss für alle Fans schöner Stimmen und natürlich der verschwenderisch schönen Musik Giuseppe Verdis.

IOCO / UGK / Dezember 2013


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