Verdi Requiem, Garanca – Harteros – Pape – Kaufmann, IOCO CD – Rezension, Dezember 2013

Dezember 1, 2013  
Veröffentlicht unter IOCO - CD-Rezension

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Verdi Requiem - Bild : amazon / Partnerprogramm

Verdi Requiem – Bild : amazon / Partnerprogramm

Giuseppe Verdi MISSA DA REQUIEM

Im Mai 1873 starb der große italienische Dichter Alessandro Manzoni. Zu seinem Gedenken schrieb Giuseppe Verdi (der Manzoni sehr verehrte) eine Totenmesse, die “Missa da Requiem“. Sie wurde ein Jahr später, am Todestag Manzonis, im Mailänder Dom uraufgeführt.

Der Erfolg war gewaltig. Natürlich gab es auch kritische Stimmen, Häme und spöttische Kommentare, wie der des Dirigenten Hans von Bülow (Cosima Wagners erstem Ehemann), der von Verdis “neuer Oper im Kirchengewande“ sprach. Doch auch diese Ablehnung konnte den Siegeszug des Werkes und seine wachsende Beliebtheit nicht bremsen. Den Musikliebhabern in aller Welt gefiel sowohl die dramatische Wucht des Werkes und sein Melodienreichtum, als auch die effektvolle Gestaltung der vier Solopartien.

Das Werk hat bis heute nichts von seiner Faszination eingebüßt. Seine Beliebtheit spiegelt sich nicht nur wieder in Aufführungen weltweit, sondern auch bei den Schallplattenfirmen in den Katalogen ihrer Label. Es dürften an die zwei Dutzend Studio-Aufnahmen und Live-Mitschnitte sein, die nach dem zweiten Weltkrieg bis heute auf den Markt kamen. In “The World Encyclopedia of recorded Music“ von 1955, waren schon allein vier Gesamtaufnahmen des Werkes verzeichnet.

Eine der schönsten, musikalisch geschlossenen Aufnahmen ist die jüngste, die vor kurzem als CD und DVD vom DECCA Label auf den Markt gebracht wurde. Es ist eine Live-Aufführung aus der Mailänder Scala, unter der Leitung von Daniel Barenboim und einem geradezu sensationellen Solistenquartett.

ANJA HARTEROS, Sopran – ELINA GARANCA, Mezzosopran – JONAS KAUFMANN, Tenor – RENÉ PAPE, Bass sind allererste Vertreter ihres Fachs und auf allen Bühnen der Welt zu finden.

Es grenzt ans wunderbare, wie die vier Stimmen miteinander harmonieren. Alle vier haben schlanke, sehr flexible Stimmen, große Musikalität und es ist außerordentlich, wie alle vier auf Verdis differenzierte Vortragsanweisungen mit geradezu penibler Genauigkeit eingehen, was zugleich den hohen sängerischen Standard der vier Solisten demonstriert.

Wunderbar, wie im “Recordare“ die Stimmen von Anja Harteros und Elina Garanca verschmelzen. Ganz beseelt formt Elina Garanca das “Liber scriptus“ im Dies irae. Anja Harteros leuchtende Sopranfluten münden in einem wunderbar gestalteten “Libera me“.

Die Herren stehen den Damen nichts nach. Mit tenoraler Prachtentfaltung singt Jonas Kaufmann das “Kyrie eleison“ im einleitenden Requiem/Kyrie. Sein “Ingemisco tamquam reus“ (Prüfstein für jeden Tenor, der das Verdi-Requiem singen will) singt er glanzvoll und gestaltet dabei hochmusikalisch. Gelegentlich wirkt er bei Pianissimo-Stellen etwas verhangen. Was sich sofort verliert, wenn es in den Mezzoforte-Bereich geht.

Eindrucksvoll gestaltet René Pape die Basspartie. Und es ist wirklich erstaunlich, wie er nach seinen vielen Wagner-Exkursionen die Stimme schlank gehalten hat. Sein “Mors stupebit et natura“ im Dies irae ist sehr beeindruckend, allein mit dem hin gehauchten “Mors“ (das in der CD-Version besser zu hören ist als auf der DVD).

Großartig singt der Coro dell` Teatro alla Scala. Klangvoll, gelegentlich wuchtig, aber auch des feinsten Pianos fähig lässt er auch sprachlich nichts zu wünschen übrig.

Das Orchester der Mailänder Scala, unter der kompetenten, wie auch temperamentvollen Leitung von Daniel Barenboim spielt, da wo es in den Vordergrund treten darf, berückend schön und expressiv.

Der Klang dieser Live-Aufnahme vom 27. August 2012 ist hervorragend ausbalanciert, wie zum Beispiel die Fortissimo-Attacken im Dies irae. Die Kameraführung in der DVD, wie auch die Ausleuchtung sind optimal.

Zwei ideale Geschenke für den Gabentisch. Auch sich selbst kann man damit eine Freude zu bereiten.

IOCO / UGK / Dezember 2013


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