Frankfurt, Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Wandelkonzerte in Kloster Eberbach, 21.08.2011

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Hochschule für Musik und Darstellende Kunst

Wandelkonzerte am Sonntag, den 21. August 2011 in Kloster Eberbach

Wandelkonzert und ‚San Giovanni Battista’ von Alessandro Stradella in Kooperation mit dem Rheingau Musik Festival
Freundlich unterstützt von der Deutsche Bank Stiftung

Sonntag, 21. August 2011 um 18 Uhr im Kloster Eberbach

Kartenvorverkauf: Rheingau Musik Festival Servicegesellschaft GmbH & Co. KG.  Tel: 06 11/79 49 68 0  www.rheingau-musik-festival.de

Nach Monteverdis ‚L’Orfeo’ in 2007 wird die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main (HfMDK) in diesem Jahr abermals im Rahmen des Rheingau Musik Festivals in der einzigartigen mittelalterlichen Atmosphäre der Abteianlage Eberbach einen Konzertabend inszenieren.
Insgesamt werden sich rund 50 Studierende, Dozenten und Gäste der HfMDK als musikalische Reiseführer im Wandel durch Epochen und Stile betätigen: Im Kammermusikensemble – Klavierquintett, Streichquartett und Trompetentrio – sowie solistisch interpretieren die Künstler zunächst in etwa halbstündigen Kammerkonzerten an unterschiedlichen Orten des Klosters Musik aus verschiedenen Jahrhunderten.
Mit einer halbszenischen Aufführung von Alessandro Stradellas Oratorium San Giovanni Battista unter der Gesamtleitung von Michael Schneider und der Regie von Nils Cooper findet die Konzertnacht in der beeindruckenden Kulisse der Eberbacher Basilika ihren Höhepunkt.
Die Oper behandelt die Geschichte von Johannes dem Täufer, der Herodes mit seinem unmoralischen Lebensstil konfrontiert. Herodes, fast bekehrt durch die Aufrichtigkeit und Standhaftigkeit des Täufers, erliegt jedoch den Reizen seiner Stieftochter Salome, die ihm körperliche Liebe verspricht, wenn er Johannes den Täufer töten lässt. Herodes geht widerwillig auf dieses Angebot ein und lässt Johannes hinrichten. Salome triumphiert und Herodes wird wahnsinnig.
Neben fünf Gesangssolisten gehört ein fünfköpfiger Madrigalchor zu den Protagonisten, die in Stradellas Oratorium auf der Bühne stehen. Eine großartige Auftrittserfahrung im Rheingau erwartet die Solisten Annika Gerhards (Gesangsklasse Prof. Hedwig Fassbender), Ani Sargsyan und Philipp Brömsel (beide Klasse Prof. Thomas Heyer) sowie Michael Hofmeister und Joachim Streckfuß (beide Klasse Prof. Berthold Possemeyer). Das Madrigalistenensemble “Teatro Del Mondo” wartet ebenfalls mit ausgebildeten Sängern der Hochschule auf: Es singen Verena Gropper, Julia Diefenbach, Niklas Romer, Patrick Sigrist und Christos Pelekanos unter der Leitung von Andreas Küppers. Prof. Michael Schneider dirigiert das 19-köpfige Barockorchester der HfMDK. Für die Kostüme zeichnet Jan Meier, der Kostümchef der Ruhrtriennale, verantwortlich.

DER KOMPONIST UN SEINE ZEIT.
Alessandro Stradella (1639 – 1682) war italienischer Violinist, Sänger und Komponist.
In Rom wirkte er am Hof der Christina von Schweden, galt aber auch in Florenz und Venedig als gefragter Künstler. Sein abenteuerlicher Lebenswandel endete tragisch, als er vermutlich wegen einer Liebschaft zu einer Schülerin ermordet wurde.
Alessandro Stradellas Oratorium “San Giovanni Battista” gehört zur Gattung des “Oratorio volgare” in italienischer Sprache. Doch handelt es sich bei der Bezeichnung “Oratorium” wohl um eine “Tarnung”: Da Opernaufführungen in der Fastenzeit verboten waren, bot dieses Genre geeignete Möglichkeiten, opernhaft-dramatisches Geschehen und “kulinarische” Gesangsleistungen trotzdem zu repräsentieren.
Der einzige geistliche Aspekt dürfte die Herkunft des hiesigen Stoffes aus der Bibel sein: Gegenstand des Oratoriums ist die biblische Geschichte von Johannes dem Täufer.
Der “San Giovanni” ist ein Meisterwerk in vielerlei Hinsicht und legt Zeugnis davon ab, dass die zwischen der Monteverdi- und Cavalli-Renaissance des 20. Jahrhunderts einerseits und dem “Boom” der spätbarocken Musik andererseits weitgehend unbeleuchtet gebliebene zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts eine ausgesprochene musikalische Blütezeit darstellte. Tragende Kraft der Musik ist der Belcanto.
Außerdem liebt Stradella komplizierte, durch Synkopierungen verschleierte Rhythmen, versteht aber auch die elementaren Energien einer ostinaten rhythmischen Formel freizusetzen.
Einige Nummern tragen in ihrer Verbindung von tänzerischer Rhythmik und einprägsamer Melodik ausgesprochen volkstümlichen Charakter.
Eine Eigenheit des Werkes ist die Verwendung aller 24 Tonarten, die zu differenziertester Affektdarstellung eingesetzt werden. Die Instrumentation verdient besonderes Interesse: Der “San Giovanni” gehört zu den Kompositionen Stradellas, die vom Concerto grosso-Prinzip Gebrauch machen, das hier möglicherweise zum ersten Mal in der Musikgeschichte kompositorisch gezielt eingesetzt wird. (Prof. Michael Schneider)

 

PROGRAMM:

Franz Schubert (1797-1828)
Klavierquintett opus post. 114 – D 667, A-Dur, Forellenquintett
Allegro vivace
Andante
Scherzo: Presto
Thema mit Variationen: Andantino
Finale: Allegro giusto

Angelika Merkle, Klavier (Professorin für Klavierkammermusik)
Hubert Buchberger, Violine (Professor für Streicherkammermusik)
Katharina Henke, Viola (Klasse Prof. Roland Glassl)
Mario Riemer, Violoncello (Klasse Prof. Michael Sanderling)
Christoph Schmidt, Kontrabass (Professor für Kontrabass)

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Streichquartett in C KV 465, “Dissonanzenquartett”
Adagio – Allegro
Andante cantabile
Menuetto – Allegro
Allegro molto
Aris-Streichquartett

Katharina Wildermuth, 1. Violine
Noemi Zipperling, 2. Violine
Caspar Vinzens, Viola
Lukas Sieber, Violoncello
Studierende der Kammermusikklasse Prof. Hubert Buchberger

Maljo-Trio

Alexander Großpietsch, Jonathan De Weerd, Luis Groß, Trompete
Studierende der Klasse Prof. Klaus Schuhwerk

Benjamin Britten (1913-1976)
Fanfare for St. Edmundsbury

Jean Michel Defaye (*1932)
Six pièces d’audition
I. Moderato
IV.
Auftragskomposition
Konkrete Infos folgen

Henri Tomasi (1901-1971)
Suite
Havanaise
Lento Égéen
Danse Bolivienne

Rafael Mendez (1906-1981)
Chiapanecas

Alessandro Stradella: San Giovanni Battista
Szenisches Oratorium

Musikalische Leitung: Michael Schneider
Regie: Nils Cooper
Mit: Annika Gerhards, Ani Sargsyan, Michael Hofmeister, Joachim Streckfuß, Philipp
Brömsel, Teatro Del Mondo (Verena Gropper, Julia Diefenbach, Niklas Romer, Patrick
Siegrist, Christos Pelekanos, Andreas Küppers) und dem Orchester der Abteilung für
Historische Interpretationspraxis

 

 

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