
Presseinformation
Sächsische Staatskapelle Dresden
Pablo Heras Casado debütiert am Pult der Sächsischen Staatskapelle
Isang Enders spielt Cello-Konzert von Paul Hindemith
Pablo Heras Casado übernimmt für Fabio Luisi die Leitung 2. Aufführungsabends der Staatskapelle Dresden und dirigiert am 17. Februar in der Semperoper Werke von Joseph Haydn, Paul Hindemith und Wolfgang Amadeus Mozart. Damit präsentiert die Staatskapelle erneut einen hochbegabten Nachwuchsdirigenten im Rahmen ihrer Aufführungsabende, die sich längst als viel beachtete «Talentbörse für den Podiumsnachwuchs» etabliert haben (Die Welt).
Heras Casado, 1977 im andalusischen Granada geboren, startete seine Karriere als Principal Conductor des Orquesta de Girona. Inzwischen erobert er auch zunehmend die internationalen Podien. So verbindet ihn seit einigen Jahren eine enge Zusammenarbeit mit der Opéra National de Paris. Sein viel beachtetes US-Debüt gab er im Juni 2008 mit einem Konzert in der Carnegie Hall, im Dezember des gleichen Jahres dirigierte er erstmalig das Los Angeles Philharmonic. Für das Jahr 2010 stehen seine Debüts bei Orchestern wie dem San Francisco Symphony, dem Cleveland Orchestra, dem Deutschen Sinfonieorchester Berlin oder auch dem NHK Symphony Tokyo in seinem Terminkalender.
Neben Haydns allererster Sinfonie D-Dur (Hob. I:1) dirigiert Heras Casado als Hauptwerk nach der Pause Mozarts späte «Prager»-Symphonie. Außerdem steht die 3. Kammermusik von Paul Hindemith (Cellokonzert) mit dem Konzertmeister Violoncello der Sächsischen Staatskapelle, Isang Enders, auf dem Programm. Enders sorgte 2008 in der Orchesterszene für Aufsehen, als er – gerade einmal 20-jährig – die lange Zeit unbesetzte Position an der Spitze der Cellogruppe übernahm. Nun präsentiert er sich erstmalig als Solist dem Dresdner Publikum.
2. Aufführungsabend
Mittwoch, 17. Februar 2010, 20 Uhr
Pablo Heras Casado, Dirigent
Isang Enders, Violoncello
Joseph Haydn
Sinfonie Nr. 1 D-Dur Hob. I:1
Paul Hindemith
Kammermusik Nr. 3 op. 36 Nr. 2 (Cellokonzert)
Wolfgang Amadeus Mozart
Sinfonie D-Dur KV 504 «Prager»
Isang Enders
Isang Enders kam als Neunjähriger erstmals mit dem Cello in Berührung und begann bereits kurze Zeit später ein Jungstudium in der Klasse von Prof. Michael Sanderling an der Frankfurter Musikhochschule, von wo aus Isang nach sechsjähriger Ausbildung seine Studien mit Prof. Gustav Rivinius an der Hochschule für Musik Saar fortsetzte. In zahlreichen Meisterkursen konnte er mit Professoren wie David Geringas, Janos Starker, Steven Isserlis, Frans Helmerson oder auch dem Komponisten Krzysztof Penderecki sein Cellospiel vertiefen, wobei seit Jahren der enge persönliche Kontakt und die Förderung des amerikanischen Cellisten Lynn Harrell besonders auf ihn einwirken. Bald soll Truls Mørk an der Norwegian Academy of Music in Oslo seinen musikalischen Weg begleiten.
Solistisch war Isang bereits mit Orchestern wie dem Rundfunk Sinfonieorchester Berlin, dem Mendelssohn Kammerorchester Leipzig, den Philharmonischen Orchestern der Opernhäuser in Kiel, Erfurt, Gießen und Darmstadt oder auch mit der Deutschen Streicherphilharmonie zu hören. Zu seinen Verpflichtungen der laufenden Saison gehören u. a. Konzerte beim Rheingau Musik Festival und den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern sowie in Innsbruck, Gießen, Berlin, Krakow, Belgrad und Seoul. Zu den wichtigsten Dirigenten zählen dabei Fabio Luisi und Krzysztof Penderecki.
Bei Isangs kammermusikalischen Projekten sticht besonders die Förderung im IMAS-Projekt von Seiji Ozawa und Olivier Messiaens «Quatuor pour la fin du temps» mit dem Dirigenten und Pianisten Myung-Whun Chung heraus, das zum Jubiläum auch am Entstehungsort in Görlitz-Zgorzelec aufgeführt wurde.
Diese Tätigkeiten fruchten natürlich aus der intensiven Förderung als Stipendiat u. a. der Studienstiftung des Deutschen Volkes und der Deutschen Stiftung Musikleben. So bekommt Isang als Preisträger des Deutschen Musikinstrumentenfonds seit längerem ein Violoncello mit dem Zettel “Joseph Gagliano, Neapoli 1720″, eine treuhänderische Leihgabe aus Hamburger Familienbesitz zur Verfügung gestellt und trat auch mehrfach im Rahmen der Reihe “Konzerte junger Künstler” auf.
2008 mit dem Lichtenberger Musikpreis des Landes Hessen ausgezeichnet, ist Isang Enders im Sommer vergangenen Jahres, als jüngster Solocellist in Deutschland, für die seit über ein Jahrzehnt unbesetzte Position des 1. Konzertmeister der Violoncelli der Sächsischen Staatskapelle Dresden an die Semperoper verpflichtet worden. Er tritt damit die unmittelbare Nachfolge von Cellisten wie Jan Vogler, Peter Bruns und sogar Justus Dotzauer oder Friedrich Grützmacher an.
Isang wurde 1988 in Frankfurt am Main als Sohn deutsch-koreanischer Eltern in eine Musikerfamilie hineingeboren. Sein Name stammt aus dem Koreanischen und soll an den 1995 in Berlin verstorbenen Komponisten Isang Yun erinnern.